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Private Kranken­­versicherung: Ihre Kosten im Überblick

Ob in der gesetzlichen oder privaten Krankenversicherung: Für Ihren Versicherungsschutz fallen Kosten an. In der PKV orientieren sich diese unter anderem an den gewünschten Leistungen und Ihrem Alter. Für einen sehr guten ausgewogenen Schutz zahlt ein 35-Jähriger beispielsweise zwischen 326 Euro und 592 Euro im Monat, wie ein Test des Wirtschaftsmagazins Focus-Money zeigt.

Aufgrund der großen Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro sollten Sie vor der Wahl Ihrer privaten Krankenversicherung verschiedene Angebote miteinander vergleichen. So finden Sie die Versicherung mit dem für Sie besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Auf dieser Seite erfahren Sie:

Wie teuer ist die PKV?

Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Krankenversicherer können ihre Beiträge etwa aufgrund höherer Gesundheitskosten anpassen. In den letzten zehn Jahren stiegen die durchschnittlichen Beitragseinnahmen in beiden Gesundheitssystemen beispielsweise um rund drei Prozent pro Jahr. Damit die Beiträge im Alter nicht unkontrolliert anschwellen, bauen die privaten Versicherer zudem Rücklagen auf, mit denen Prämienanpassungen abgefedert werden.

Anstieg der Beitragseinnahmen seit 2009
%
je PKV-Versicherten
Anstieg der Beitragseinnahmen seit 2009
%
je GKV-Versicherten

Wie viel die private Krankenversicherung kostet, richtet sich vor allem nach:

  • Alter des Versicherten
  • Beruf
  • Gewählte Leistungen
  • Vorerkrankungen
  • Gewünschte Selbstbeteiligung


Die PKV wird umso günstiger, je höher der von Ihnen vereinbarte Selbstbehalt ist. Mit ihm legen Sie einen bestimmten Betrag Ihrer jährlichen Krankheitskosten fest, den Sie selbst übernehmen. Wählen Sie dabei unbedingt eine Selbstbeteiligung, die Sie jederzeit im Falle einer umfangreichen Behandlung auf einen Schlag zahlen können.


Manche Versicherer bieten zudem private Krankenversicherungen mit Beitragsrückgewähr an. Nehmen Sie innerhalb eines Jahres keine Leistungen in Anspruch, erhalten Sie bei ihnen bis zu drei Monatsbeiträge zurück.

Tipp: Welche Versicherungsunternehmen entsprechende Tarife im Angebot haben, finden Sie schnell mithilfe eines Experten heraus. Er schlägt Ihnen unverbindlich unterschiedliche private Krankenversicherungen vor, die sowohl hinsichtlich der Kosten als auch der Leistungen zu Ihren Ansprüchen passen.

Unterschiedliche PKV-Kosten je nach Berufsgruppe

Abhängig davon, ob Sie Angestellter, Beamter, Selbstständiger oder einer anderen Berufsgruppe zugehörig sind, profitieren Sie von unterschiedlichen Vorteilen bei den Kosten der privaten Krankenversicherung.

  • Angestellte

    Privatversicherten Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur PKV in Höhe von 50 Prozent. Allerdings ist dieser auf den maximalen GKV-Betrag gedeckelt. 2019 bedeutet dies, dass der Arbeitgeberzuschuss höchstens 351,66 Euro im Monat beträgt.

  • Beamte

    Als Beamter erhalten Sie Beihilfe von Ihrem Dienstherrn, sodass Sie nur noch einen kleinen Teil Ihrer Krankenversicherungskosten absichern müssen. Die PKV bieten Ihnen Beihilfe-Tarife, die nur sehr wenig kosten. Entscheiden Sie sich dagegen für die GKV, erhalten Sie in der Regel keine Beihilfe von Ihrem Dienstherrn.

  • Selbstständige

    In der GKV bemisst sich der Beitrag am Einkommen. Je mehr Sie als Selbstständiger verdienen, desto mehr zahlen sie. Bei kleinem Verdienst setzt die Krankenkasse dagegen ein Mindesteinkommen fest. Der privaten Krankenversicherung sind Ihre Einnahmen unwichtig. Die monatlichen Kosten werden hauptsächlich davon bestimmt, welche Leistungen Sie sich wünschen.

Ange­stellter (35 Jahre, 5.100 Euro) Ab 241 Euro 351 Euro
Bundes­beamter (30 Jahre, A7: 3.000 Euro, 70% Beihilfe) Ab 151 Euro 465 Euro
Selbst­ständiger (25 Jahre, 2.500 Euro) Ab 396 Euro 372 Euro

*PKV Kosten beziehen sich auf einen Tarif ohne Selbst­behalt, mit guten Zahn­leis­tungen, Zweibett­zimmer & Chefarzt.

Quelle: Eigene Recherchen mit dem PKV-Beitragsrechner

Bitte beachten Sie: Eine günstige private Krankenversicherung kann Ihnen ein hohes Leistungsniveau bieten. Es gibt jedoch auch preiswerte Anbieter, bei denen die Leistungen ausbaufähig sind. Achten Sie daher bei der Wahl auf eine Versicherung, bei der Preis UND Leistung stimmen.

Wie werden die Kosten für Behandlungen erstattet?

Das Krankenhaus rechnet direkt mit der Versicherung ab

Für den Krankenhausaufenthalt haben Versicherte eine Klinik-Card, auf der vermerkt ist, welche Leistungen der Vertrag umfasst. So bekommen Sie beispielsweise sofort das gewünschte Ein- oder Zweibettzimmer oder die Behandlung durch den Chefarzt. Die Kosten rechnet die Klinik direkt mit dem Versicherer ab.

Die Krankenversicherung zahlt nach Rechnungsvorlage

Lassen Sie sich ambulant vom Arzt, Zahnarzt oder Heilpraktiker behandeln, erhalten Sie eine Rechnung. In der Regel haben Sie eine Zahlungsfrist von vier Wochen. Diese Zeit reicht aus, um die Rechnung an die Versicherung weiterzuschicken. Diese erstattet die Behandlungskosten dann umgehend auf Ihr Konto. Sie bezahlen erst jetzt den Arzt und brauchen somit nicht in Vorleistung zu treten.

Gibt es nur eine kurze Frist zur Zahlung, bezahlen Sie die Rechnung zunächst selbst und reichen sie anschließend ein, sodass die private Krankenversicherung die Kosten erstattet.

Bei besonders hohen Rechnungen Krankenversicherung vorab kontaktieren

Medikamente bezahlen Privatversicherte gleich in der Apotheke. Die Quittung darüber reichen Sie einfach bei Ihrer PKV ein, der Betrag fließt auf Ihr Konto. Sind die Kosten – etwa für spezielle Medikamente – sehr hoch, ist es ratsam, die Erstattung im Vorfeld mit der Versicherung zu klären. In aller Regel findet sich eine einvernehmliche Lösung.

Sind Sie unsicher, was im Einzelfall erstattet wird oder versucht ein Arzt, eine spezielle Zusatzvereinbarung zu treffen, halten Sie auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrer Versicherung. Hierzu bieten alle Privatversicherer eigene Service-Hotlines an.

Paar beim Onlinevergleich von Krankenversicherungen

Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung

Ein gern benutztes Argument gegen die PKV sind hohe Beitragssteigerungen im Alter. Beitragsvorteile in jüngeren Jahren würden demnach durch Beitragserhöhungen im Alter aufgehoben. Damit dies nicht geschieht, bauen die Versicherungsunternehmen jedoch Rücklagen auf, mit denen Prämienanpassungen abgefedert werden. Diese heißen Altersrückstellungen.

Betrachtet man zudem die Beitragsentwicklung seit 2000, die jährlich vom Branchendienst map-report erstellt wird, hat sich die durchschnittliche Prämienanpassung in den letzten Jahren kaum verändert. Zwischen 2000 und 2014 stiegen die Beiträge im Schnitt um insgesamt 3,8 Prozent, gleiches gilt für den Zeitraum zwischen 2000 und 2018.

Beitrags­entwicklung seit 2008
2008 2,40 % 1,60 %
2010 6,85 % 8,92 %
2012 2,01 % 2,61 %
2014 1,93 % 1,59 %
2016 4,15 % 1,38 %
2018 2,89 % 2,81 %

Quelle: map-report 900 Rating private Krankenversicherung

Auffällig ist, dass die Kosten für die private Krankenversicherung alle paar Jahre deutlich steigen. In der Zwischenzeit sind die Anpassungen dagegen moderat. Ursache hierfür sind unter die Bedingungen, die die Versicherer erfüllen müssen, um ihre Beiträge ändern zu dürfen. Diese sind an feste Grenzen geknüpft. Würde der Gesetzgeber diese aufweichen, könnten die Anbieter ihre Prämien flexibler anpassen. Starke Sprünge könnten so vermieden werden.

Achtung: Auch bei den gesetzlichen Kassen steigen die Kosten aufgrund der Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen und des medizinischen Fortschritts. Um diese auszugleichen, hat der Gesetzgeber teils deutlich den Beitragssatz angepasst und Leistungskürzungen vorgenommen. In der privaten Krankenversicherung ist das Leistungsniveau dagegen garantiert.

PKV Kosten im Alter: Steigende Beiträge werden abgefedert

Wer älter wird, geht öfter zum Arzt. Die Behandlungskosten nehmen daher mit dem Alter zu. Um diese aufzufangen, müssten die Kosten für Versicherte in der privaten Krankenversicherung deutlich steigen. Um dies zu vermeiden, sind in dem Beitrag, den Sie monatlich zahlen, Altersrückstellungen enthalten. Jüngere Mitglieder zahlen aufgrund dessen mehr, als es für das gegenwärtige Gesundheitsrisiko angemessen wäre. Die Rückstellungen werden verzinslich angelegt und bei steigendem Krankheitsrisiko im Alter langsam aufgelöst.

Indirekt haben die Rückstellungen Einfluss auf die Beitragsanpassungen. Denn wenn das Polster im Zuge der anhaltenden Niedrigzinsphase geringer verzinst wird, muss die PKV einen höheren Beitrag erheben, damit der Puffer für das Alter gleich groß bleibt.

Wie kann ich die PKV Kosten senken?

Wird die private Krankenversicherung zu teuer, bieten sich mehrere Möglichkeiten an, die Kosten zu senken. Sie können:

  • Leistungen reduzieren (beispielsweise Zweibettzimmer statt Einbettzimmer)
  • Selbstbehalt erhöhen
  • Risikozuschlag prüfen, wenn sich Ihr Gesundheitszustand verbessert hat
  • In die GKV wechseln
  • In einen preisgünstigeren Tarif wechseln



Da die Rücklagen fürs Alter beim Wechsel zu einem anderen Unternehmen zum Teil verloren gehen, empfiehlt sich der Wechsel in einen anderen Tarif des gleichen Anbieters. Oftmals bietet dieser weitere private Absicherungsmöglichkeiten mit dem gleichen Leistungsniveau, jedoch zu einem günstigeren Preis.

Rentenzuschuss in der PKV

Rentner, die die gesetzliche Rente beziehen, können einen Zuschuss zur privaten Krankenversicherung beantragen. Er beläuft sich auf die Hälfte Ihres PKV-Beitrags beziehungsweise auf 50 Prozent des Krankenkassenbeitrags, den Sie zahlen würden, wenn Sie gesetzlich versichert wären.

Ab einem Alter von 65 Jahren kann ein Teil der Privatversicherten in den sogenannten Standardtarif wechseln, der mindestens die Leistungen der GKV bietet und nicht teurer sein darf als die gesetzliche Kasse. Die angesammelten Altersrückstellungen werden voll angerechnet und vermindern den Beitrag entsprechend. Diese Option steht den Privatpatienten offen, die sich vor den 1. Januar 2009 privat krankenversichert haben.

Sind Sie später zum Patient erster Klasse geworden und mindestens 55 Jahre alt, steht Ihnen der sogenannte Basistarif offen. Auch hier liegen die Leistungen auf GKV-Niveau, der Höchstbetrag darf den der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigen. Im Vergleich zum Standardtarif ist es im Basistarif möglich, Zusatzversicherungen abzuschließen.