Kosten und Beitrags­­entwicklung der Privaten Kranken­versicherung.

Private Kranken­­versicherung: Kosten und Berechnung 2020

In der privaten Krankenversicherung (PKV) orientieren sich die Kosten an den gewünschten Leistungen und Ihrem Alter. Für einen sehr guten Schutz zahlt ein 35-Jähriger zwischen 326 Euro und 592 Euro monatlich, wie ein PKV Vergleich des Wirtschaftsmagazins Focus-Money zeigt.

Aufgrund der großen Preisunterschiede von mehreren Hundert Euro sollten Sie vor der Wahl Ihrer privaten Krankenversicherung verschiedene Angebote miteinander vergleichen. So finden Sie die Versicherung mit dem für Sie besten Preis-Leistungs-Verhältnis.

Themen dieser Seite

Kosten berechnen

Die Berech­­nung der Kosten basiert auf bestimm­­ten Größen.

Einfluss des Berufs

Der Beruf hat ebenfalls Einfluss auf die Kosten einer PKV.

Entwicklung

Durchschnittlich steigen die Beiträge jährlich um 3,8 %.

Beitragsanpassungen 2020

Viele Privatversicherte müssen sich zum Jahreswechsel auf eine Beitragsanpassung einstellen. Die Anpassungen fallen in diesem Jahr teilweise groß aus, mit Steigerungen von bis zu 50%. Wie hoch die Anpassung bei den 4 größten Versicherern ausfällt, zeigt unsere Übersicht:

Anbieter Tarif Beitrags­anpassung
Debeka
NW-SB Steigende Beiträge
NW Steigerung für Erwachsene
DKV BestMed Eco BME / 1
BestMed Krankenhaus BMZ1
Beitrags­garantie (bis 2021)
Allianz
AMP100U Steigende Beitäge (bis zu 5%)
AMP70PU Sinkende Beiträge (bis zu 5%)
AMP90U Steigende Beitäge (bis zu 9%)
AXA EL Bonus-U Steigende Beiträge (bis 17%)
Komfort Zahn-U Steigende Beiträge
(für Kinder und Jugendliche bis 31%)
Vital300-U
Vital900-U
Beitragsgarantie (bis 12.2020)

Tipp: Im Falle von Beitragserhöhungen oder Änderung der Leistungen haben Sie ein Sonderkündigungsrecht und dürfen zwei Monate nach Bekanntgabe außerordentlich kündigen! Haben sich die Kosten Ihres PKV-Tarifs in diesem Jahr erhöht? Dann können Sie aktuelle Tarife in unserem Tarifrechner finden, oder sich von einem Experten kostenlos beraten lassen.

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Beitragsberechnung

Wie werden die Kosten eines PKV-Tarifs berechnet?

Sowohl die gesetzlichen Krankenkassen als auch die privaten Krankenversicherer können ihre Beiträge etwa aufgrund höherer Gesundheitskosten anpassen. In den letzten zehn Jahren stiegen die durchschnittlichen Beitragseinnahmen in beiden Gesundheitssystemen beispielsweise um rund drei Prozent pro Jahr. Damit die Beiträge im Alter nicht unkontrolliert anschwellen, bauen die privaten Versicherer zudem Rücklagen auf, mit denen Prämienanpassungen abgefedert werden.

  • Alter des Versicherten
  • Beruf
  • Gewählte Leistungen
  • Vorerkrankungen
  • Gewünschte Selbstbeteiligung

Wie viel die private Krankenversicherung kostet, richtet sich vor allem nach:

Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig

Die PKV wird umso günstiger, je höher der von Ihnen vereinbarte Selbstbehalt ist. Mit ihm legen Sie einen bestimmten Betrag Ihrer jährlichen Krankheitskosten fest, den Sie selbst übernehmen. Wählen Sie dabei unbedingt eine Selbstbeteiligung, die Sie jederzeit im Falle einer umfangreichen Behandlung auf einen Schlag zahlen können.

Manche Versicherer bieten zudem private Krankenversicherungen mit Beitragsrückgewähr an. Nehmen Sie innerhalb eines Jahres keine Leistungen in Anspruch, erhalten Sie bei ihnen bis zu drei Monatsbeiträge zurück.

Tipp: Welche Versicherungsunternehmen entsprechende Tarife im Angebot haben, finden Sie schnell mithilfe eines Experten heraus. Er schlägt Ihnen unverbindlich unterschiedliche private Krankenversicherungen vor, die sowohl hinsichtlich der Kosten als auch der Leistungen zu Ihren Ansprüchen passen.

Berufe

Wie hoch sind die Kostenunterschiede zwischen den Berufsgruppen?

Abhängig davon, ob Sie Angestellter, Beamter, Selbstständiger oder einer anderen Berufsgruppe zugehörig sind, profitieren Sie von unterschiedlichen Vorteilen bei den Kosten der privaten Krankenversicherung.

bei Angestellten

Privatversicherten Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss zur PKV in Höhe von 50 Prozent. Allerdings ist dieser auf den maximalen GKV-Betrag gedeckelt. 2019 bedeutet dies, dass der Arbeitgeberzuschuss höchstens 351,66 Euro im Monat beträgt.

bei Beamten

Als Beamter erhalten Sie Beihilfe von Ihrem Dienstherrn, sodass Sie nur noch einen kleinen Teil Ihrer Krankenversicherungskosten absichern müssen. Die PKV bieten Ihnen Beihilfe-Tarife, die nur sehr wenig kosten. Entscheiden Sie sich dagegen für die GKV, erhalten Sie in der Regel keine Beihilfe von Ihrem Dienstherrn.

bei Selbstständigen

In der GKV bemisst sich der Beitrag am Einkommen. Je mehr Sie als Selbstständiger verdienen, desto mehr zahlen sie. Bei kleinem Verdienst setzt die Krankenkasse dagegen ein Mindesteinkommen fest. Der privaten Krankenversicherung sind Ihre Einnahmen unwichtig. Die monatlichen Kosten werden hauptsächlich davon bestimmt, welche Leistungen Sie sich wünschen.

Übersicht: Kostenunterschiede zwischen den Berufsgruppen

Berufs­gruppe inkl. Alter & Brutto­einkommen Monat­liche PKV-Kosten * Monat­liche GKV-Kosten
Ange­stellter (35 Jahre, 5.100 Euro) Ab 241 Euro 351 Euro
Beamter (30 Jahre, A7: 3.000 Euro, 70% Beihilfe) Ab 151 Euro 465 Euro
Selbst­ständiger (25 Jahre, 2.500 Euro) Ab 396 Euro 372 Euro
Monat­liche PKV-Kosten *
Ange­stellter (35 Jahre, 5.100 Euro) Ab 241 Euro
Beamter (30 Jahre, A7: 3.000 Euro, 70% Beihilfe) Ab 151 Euro
Selbst­ständiger (25 Jahre, 2.500 Euro) Ab 396 Euro
Monat­liche GKV-Kosten
Ange­stellter (35 Jahre, 5.100 Euro) 351 Euro
Bundes­beamter (30 Jahre, A7: 3.000 Euro, 70% Beihilfe) 465 Euro
Selbst­ständiger (25 Jahre, 2.500 Euro) 372 Euro

Quelle: Eigene Recherchen mit dem PKV-Beitragsrechner, die *PKV Kosten beziehen sich auf einen Tarif ohne Selbst­behalt, mit guten Zahn­leis­tungen, Zweibett­zimmer & Chefarzt.

Bitte beachten Sie: Eine günstige private Krankenversicherung kann Ihnen ein hohes Leistungsniveau bieten. Es gibt jedoch auch preiswerte Anbieter, bei denen die Leistungen ausbaufähig sind. Achten Sie daher bei der Wahl auf eine Versicherung, bei der Preis UND Leistung stimmen.

Kostenerstattung

Wie werden die Kosten für Behandlungen erstattet?

Das Krankenhaus rechnet direkt mit der Versicherung ab

Für den Krankenhausaufenthalt haben Versicherte eine Klinik-Card, auf der vermerkt ist, welche Leistungen der Vertrag umfasst. So bekommen Sie beispielsweise sofort das gewünschte Ein- oder Zweibettzimmer oder die Behandlung durch den Chefarzt. Die Kosten rechnet die Klinik direkt mit dem Versicherer ab.

Die Krankenversicherung zahlt nach Rechnungsvorlage

Lassen Sie sich ambulant vom Arzt, Zahnarzt oder Heilpraktiker behandeln, erhalten Sie eine Rechnung. In der Regel haben Sie eine Zahlungsfrist von vier Wochen. Diese Zeit reicht aus, um die Rechnung an die Versicherung weiterzuschicken. Diese erstattet die Behandlungskosten dann umgehend auf Ihr Konto. Sie bezahlen erst jetzt den Arzt und brauchen somit nicht in Vorleistung zu treten.

Gibt es nur eine kurze Frist zur Zahlung, bezahlen Sie die Rechnung zunächst selbst und reichen sie anschließend ein, sodass die private Krankenversicherung die Kosten erstattet.

Bei besonders hohen Rechnungen Krankenversicherung vorab kontaktieren

Medikamente bezahlen Privatversicherte gleich in der Apotheke. Die Quittung darüber reichen Sie einfach bei Ihrer PKV ein, der Betrag fließt auf Ihr Konto. Sind die Kosten – etwa für spezielle Medikamente – sehr hoch, ist es ratsam, die Erstattung im Vorfeld mit der Versicherung zu klären. In aller Regel findet sich eine einvernehmliche Lösung.

Sind Sie unsicher, was im Einzelfall erstattet wird oder versucht ein Arzt, eine spezielle Zusatzvereinbarung zu treffen, halten Sie auf jeden Fall Rücksprache mit Ihrer Versicherung. Hierzu bieten alle Privatversicherer eigene Service-Hotlines an.

Beitragsentwicklung seit 2008 bis heute

Beitragsentwicklung in der privaten Krankenversicherung

Ein gern benutztes Argument gegen die PKV sind hohe Beitragssteigerungen im Alter. Beitragsvorteile in jüngeren Jahren würden demnach durch Beitragserhöhungen im Alter aufgehoben. Damit dies nicht geschieht, bauen die Versicherungsunternehmen jedoch Rücklagen auf, mit denen Prämienanpassungen abgefedert werden. Diese heißen Altersrückstellungen.

Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig

Betrachtet man zudem die Beitragsentwicklung seit 2000, die jährlich von Franke und Bornberg erstellt wird, hat sich die durchschnittliche Prämienanpassung in den letzten Jahren kaum verändert. Zwischen 2000 und 2014 stiegen die Beiträge im Schnitt um insgesamt 3,8 Prozent, gleiches gilt für den Zeitraum zwischen 2000 und 2018.

Beitrags­steigerungen seit 2008
Jahr Angestellte Beamte Rentner
2008 2,40 % 1,60 % -1,19 %
2009 2,33 % 1,49 % 2,05 %
2010 6,85 % 8,92 % 1,35 %
2011 4,26 % 1,66 % 2,28 %
2012 2,01 % 2,61 % 2,77 %
2013 2.72 % 1,74 % -0,73 %
2014 1,93 % 1,59 % 0,88 %
2015 2,13 % 1,78 % -0,04 %
2016 4,15 % 1,38 % 2,40 %
2017 6,58 % 5,55 % 5,68 %
2018 2,89 % 2,81 % 2,90 %
2019 2,87 % 2,14 % 3,39 %
2020 3,21 % 3,85 % 1,68 %

Quelle: Franke und Bornberg 2020

Auffällig ist, dass die Kosten für die private Krankenversicherung alle paar Jahre deutlich steigen. In der Zwischenzeit sind die Anpassungen dagegen moderat. Ursache hierfür sind unter die Bedingungen, die die Versicherer erfüllen müssen, um ihre Beiträge ändern zu dürfen. Diese sind an feste Grenzen geknüpft. Würde der Gesetzgeber diese aufweichen, könnten die Anbieter ihre Prämien flexibler anpassen. Starke Sprünge könnten so vermieden werden.

Achtung: Auch bei den gesetzlichen Kassen steigen die Kosten aufgrund der Ausgabensteigerungen im Gesundheitswesen und des medizinischen Fortschritts. Um diese auszugleichen, hat der Gesetzgeber teils deutlich den Beitragssatz angepasst und Leistungskürzungen vorgenommen. In der privaten Krankenversicherung ist das Leistungsniveau dagegen garantiert.

Wichtige Infos zur Privaten Krankenversicherung

Steigende Beiträge im Alter abfedern

Die Behandlungskosten nehmen mit dem Alter zu. Um diese aufzufangen, müssten die Kosten für Versicherte in der privaten Krankenversicherung deutlich steigen. Um dies zu vermeiden, sind in dem Beitrag, den Sie monatlich zahlen, Altersrückstellungen enthalten. Jüngere Mitglieder zahlen aufgrund dessen mehr, als es für das gegenwärtige Gesundheitsrisiko angemessen wäre. Die Rückstellungen werden verzinslich angelegt und bei steigendem Krankheitsrisiko im Alter langsam aufgelöst. Indirekt haben die Rückstellungen Einfluss auf die Beitragsanpassungen.

Kosten im Alter

Wie kann ich die PKV Kosten aktiv senken?

Wird die private Krankenversicherung zu teuer, bieten sich mehrere Möglichkeiten an, die Kosten zu senken. Sie können:

Leistungen verringern

Sie können die Leistungen reduzieren (beispielsweise Zweibettzimmer statt Einbettzimmer) und den zu zahlenden Selbstbehalt erhöhen.

Zuschuss sichern

Rentner, die die gesetzliche Rente beziehen, können einen Zuschuss zur privaten Kranken­versicherung beantragen (50 Prozent des gesetzlichen  Krankenkassen­beitrags).

Den Tarif wechsel

Sie können ebenfalls in einen preisgünstigeren Tarif (Standard oder Basistarif) wechseln und einen verminderten Beitrag zahlen.

Da die Rücklagen fürs Alter beim Wechsel zu einem anderen Unternehmen zum Teil verloren gehen, empfiehlt sich der Wechsel in einen anderen Tarif des gleichen Anbieters. Oftmals bietet dieser weitere private Absicherungsmöglichkeiten mit dem gleichen Leistungsniveau, jedoch zu einem günstigeren Preis.

Ab einem Alter von 65 Jahren kann ein Teil der Privatversicherten in den sogenannten Standardtarif wechseln, der mindestens die Leistungen der GKV bietet und nicht teurer sein darf als die gesetzliche Kasse. Die angesammelten Altersrückstellungen werden voll angerechnet und vermindern den Beitrag entsprechend. Diese Option steht den Privatpatienten offen, die sich vor den 1. Januar 2009 privat krankenversichert haben.

Sind Sie später zum Patient erster Klasse geworden und mindestens 55 Jahre alt, steht Ihnen der sogenannte Basistarif offen. Auch hier liegen die Leistungen auf GKV-Niveau, der Höchstbetrag darf den der gesetzlichen Krankenversicherung nicht übersteigen. Im Vergleich zum Standardtarif ist es im Basistarif möglich, Zusatzversicherungen abzuschließen.

Fragen und Antworten zu den PKV Kosten

Wie viel kostet eine private Krankenversicherung?

In der privaten Krankenversicherung orientieren sich die Kosten an den gewünschten Leistungen und Ihrem Alter. Für einen sehr guten Schutz zahlt ein 35-Jähriger zwischen 326 Euro und 592 Euro monatlich. Weiterlesen

Wie hoch sind die Kostenunterschiede zwischen den Berufsgruppen?

Je nach Berufsgruppe variieren die Kosten zwischen 150€ bis 396€. Angestellte zahlen ab 241€, Beamte ab 151€ und Selbstständige ab 396€. Weiterlesen

Wie werden die Kosten berechnet?

Die Höhe Ihrer Beiträge zur privaten Krankenversicherung ist abhängig vom gewählten Tarif bzw. dem gewünschten Leistungspaket. Die Beitragshöhe richtet sich außerdem nach Alter, Geschlecht und nach möglichen Vorerkrankungen sowie der gewünschten Selbstbeteiligung. Mehr erfahren

Können Einsteiger in der PKV Kosten senken?

Viele private Krankenversicherer bieten für junge Selbstständige Elementar- oder Einsteigertarife an. Die Leistungen sind vergleichbar mit denen der gesetzlichen Kassen, die Tarife außerordentlich günstig. Außerdem können Sie eine Selbstbeteiligung vereinbaren. Als Versicherter zahlen Sie dann einen jährlichen Anteil an Ihren Gesundheitskosten aus eigener Tasche. Dafür sinken die Beiträge um bis zu 30 Prozent. Und: wer seinen Versicherer ein Jahr lang keinen Pfennig kostet, erhält oft einen bis nach oben drei Monatsbeiträge zurück.

Wie werden die Kosten erstattet?

Arztrechnungen reichen Sie an Ihren Versicherer weiter. Der erstattet auf Ihr Konto, anschließend zahlen Sie die Rechnung. Medikamente bezahlen Sie gleich in der Apotheke. Die Quittung reichen Sie bei der Versicherung ein, der Betrag wird umgehend erstattet. Für´s Krankenhaus gibt es eine Klinik-Card – das Krankenhaus rechnet direkt mit Ihrem Versicherer ab.

Ist es möglich im Alter Beiträge zu sparen?

10 Prozent der Beiträge aller privat Krankenversicherten bis 60 Jahre werden der Altersbeitragssicherung zugeführt – so ist gewährleistet, dass Ihre Beiträge auch später relativ stabil bleiben. Wenn Sie im Ruhestand sparen wollen, können Sie ab 65 in einen preiswerten Standardtarif wechseln, der mindestens die Leistungen einer gesetzlichen Kasse bietet – oder Sie verzichten auf einzelne Leistungen wie etwa die Chefarztbehandlung oder das Klinik-Einzelzimmer und halten Ihren nach oben Beitrag auf diese Weise günstig.

Wie funktioniert die Kostenerstattung?

Privatversicherte zahlen die Rechnungen für Medikamente, Ärzte und Co. zunächst selbst und reichen diese im nächsten Schritt beim Versicherer ein. Er erstattet die Kosten wie vertraglich vereinbart. Beim Krankenhausaufenthalt erfolgt die Abrechnung häufig direkt zwischen Klinik und Versicherungsunternehmen.

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