Die private Krankenversicherung: Voraussetzungen, Leistungen, Vorteile

Es gibt rund neun Millionen Personen in Deutschland, die sich für eine private Krankenversicherung (PKV) entschieden haben. Demgegenüber stehen über 72 Millionen Menschen, die gesetzlich krankenversichert sind. Angesichts dieser Zahlen scheint die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) den besseren Gesundheitsschutz zu bieten. Doch das Gegenteil ist der Fall.

In der privaten Krankenversicherung erhalten Versicherte in der Regel weitaus bessere Leistungen. Sie stehen dem Großteil der Bevölkerung jedoch erst ab einem bestimmten Jahreseinkommen zur Verfügung. Viele Angestellte, die gern in die PKV wechseln würden, sind durch ihr Einkommen an die gesetzliche Krankenversicherung gebunden. Daher gibt es deutlich weniger Privat- als Kassenpatienten.

Das Wichtigste im Blick

Eine private Krankenversicherung ist für Angestellte ab einem monatlichen Bruttoeinkommen von 4.950 Euro möglich (ab 2019: 5.062,50 Euro).

Ausnahmen bilden Beamte, Selbstständige und Studenten, sie können sich unabhängig vom Einkommen versichern.

Die PKV Kündigen und wechseln ist in der Regel mit einer 3-monatigen Frist zum Ende des Versicherungsjahres oder unmittelbar nach einer Preiserhöhung möglich.

Voraussetzungen für die private Krankenversicherung

Beamte, Freiberufler, Studenten, Beamtenanwärter, Selbstständige und Angestellte mit einem gewissen Einkommen können sich privat krankenversichern. Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung dürfen die Versicherer Interessenten allerdings auch ablehnen.

Eine wichtige Voraussetzung ist daher deren gesundheitliche Verfassung. Für Menschen mit schweren Vorerkrankungen ist es daher nicht immer leicht eine private Krankenversicherung zu finden, die ein optimales Preis-Leistungs-Verhältnis bietet. Gerade hier hilft die Erfahrung eines Fachmannes bei der Suche nach einem passenden Versicherer.

Beamte, Selbstständige und einige andere Berufsgruppen können unabhängig von ihrer Einkommenshöhe von den Vorteilen der PKV profitieren. Zu den Vorzügen zählen:

  • Oftmals günstigere Beiträge im Vergleich zur GKV
  • Privatversicherte bestimmen Umfang des Gesundheitsschutzes selbst
  • Kurze Wartezeiten beim Arzt
  • Schneller Termin beim Facharzt
  • Breites Behandlungsspektrum
  • Je nach Tarif hochwertige Versorgung im Krankenhaus, bei Zahnersatz und bei Heilpraktikerbehandlungen
  • Freie Krankenhaus- und Arztwahl
  • Leistungsgarantie

Versicherungs­pflicht­grenze 2019: Wie viel müssen Angestellte für die PKV verdienen?

Arbeitnehmer, deren regelmäßiges Jahresarbeitsentgelt die Versicherungspflichtgrenze übersteigt, werden automatisch versicherungsfrei nach SGB V §6 und können in die private Krankenversicherung wechseln. 2018 müssen Beschäftigte dazu mindestens 4.950 Euro brutto im Monat beziehungsweise mindestens 59.400 Euro im Jahr verdienen. 2019 steigt die Grenze auf jährlich 60.750 Euro beziehungsweise monatlich 5.062,50 Euro.

Neben Lohn oder Gehalt sind auch Zuwendungen wie

  • Weihnachts- oder Urlaubsgeld,
  • Gewinnbeteiligungen,
  • pauschale Überstundenvergütung sowie
  • vermögenswirksame Leistungen des Arbeitgebers

für die Berechnung des Jahresarbeitsentgeltes relevant.

Ob Angestellte die Versicherungspflicht- beziehungsweise Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten und somit die Wahl zwischen PKV und GKV haben, meldet der Arbeitgeber zunächst der gesetzlichen Krankenkasse. Diese informiert dann wiederum den jeweiligen Versicherten. Nach Erhalt der sogenannten Freimeldung müssen Arbeitnehmer der Krankenkasse innerhalb von zwei Wochen ihren Austritt mitteilen. Andernfalls wird für sie zunächst automatisch eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung fortgeführt.

Verpassen Beschäftigte die 14-tägige Frist, können sie ihre freiwillige gesetzliche Mitgliedschaft allerdings unter Berücksichtigung der zweimonatigen Kündigungsfrist jederzeit beenden. Bis zum Ende der Versicherungszeit müssen die der Krankenkasse nur nachweisen, dass sie künftig in der privaten Krankenversicherung versichert sind.

Tipp

Erfüllen Angestellte die Voraussetzungen für die private Krankenversicherung nicht, können sie ihren gesetzlichen Versicherungsschutz mit einer Krankenzusatzversicherung erweitern.

Für welche Berufsgruppen eignet sich die private Krankenversicherung?

Die Versicherungspflichtgrenze ist nur für Angestellte und Arbeitnehmer relevant. Für Berufsanfänger gilt allerdings eine Sonderregelung: Wer als Berufseinsteiger ein Angestelltenverhältnis aufnimmt und künftig ein Gehalt über der Jahresarbeitsentgeltgrenze haben wird, darf sich sofort privat versichern. Detaillierte Informationen für Angestellte zur PKV finden Interessierte hier.

Für Selbstständige und Freiberufler ist die private Krankenversicherung freiwillig und einkommensunabhängig. Gerade für sie kann die private Krankenversicherung im Vergleich zur gesetzlichen Absicherung günstiger ausfallen. Weitere Informationen dazu finden Selbstständige auf dieser Seite.

Für Beamte und Beamtenanwärter ist die private Krankenversicherung aufgrund spezieller Beamtentarife, bei denen die Beihilfe des Dienstherrn berücksichtigt wird, besonders günstig. Bei der gesetzlichen Krankenversicherung müssen Beamte hingegen den vollen Versicherungsbeitrag bezahlen. Hier finden Staatsdiener alle wichtigen Details zur PKV.

Studenten gehören ebenfalls zu dem Personenkreis, der sich privat versichern kann. Allerdings ist dies nur am Anfang des Studiums möglich. Dazu müssen sich Studierende in den ersten drei Monaten nach Immatrikulation für die PKV entscheiden. Was Studenten noch über die private Krankenversicherung wissen sollten, erfahren sie auf dieser Seite.

Einen ausführlichen private Krankenversicherung Vergleich aller Testsieger finden Sie bei privatekrankenversicherungtests.de oder direkt bei versicherungsvergleich.org.

Tarife und Leistungen der privaten Krankenversicherung

In der privaten Krankenversicherung können Verbraucher ihren Versicherungsschutz individuell zusammenstellen. Entsprechend groß ist das Angebot, das den unterschiedlichen Bedürfnissen der Versicherten Rechnung trägt. Interessierte können dabei meist zwischen einem Kompakt-Tarif und einem Modul-Tarif wählen.

Kompakt-Tarif

Beim Kompakt-Tarif gibt es nur eingeschränkte Auswahlmöglichkeiten, jedoch sind sie meist relativ preiswert. Die Leistungen sind fest vorgegeben, das heißt, dass der gesamte Versicherungsschutz für ambulante, stationäre und zahnärztliche Behandlungen im Kompakt-Tarif enthalten ist.
Flexibilität bietet der Tarif bei der Selbstbeteiligung, die entweder Privatpatienten nur für den ambulanten oder auch für den stationären und zahnärztlichen Bereich wählen können. Zielgruppe dieser Tarif-Art sind vor allem preisbewusste Kunden und PKV-Einsteiger.

Modul-Tarif

Beim Modul-Tarif können Privatversicherte den Leistungsumfang weitgehend selbst festlegen. Für ambulante Leistungen sowie Zahnarzt- und Krankenhausbehandlungen stehen unterschiedliche Module bereit. Daraus ergibt sich dann der gewünschte Versicherungsschutz. Interessierte können sich auf diese Weise nur für einen Basisschutz oder auch für hochklassige Leistungspakete entscheiden.

Die private Krankenversicherung bietet umfassenden Schutz bei ambulanten Behandlungen, Krankenhausaufenthalten und Zahnarztbesuchen.

In der Regel sind allgemeinärztliche Behandlungen bei Haus- und Facharzt, verschriebene Medikamente sowie Heil- und Hilfsmittel abgedeckt. Darüber hinaus sollten künftige Privatpatienten auf eine umfassende Erstattung bei häuslicher Krankenpflege und psychotherapeutischen Behandlungen achten.

Im Krankenhaus haben Privatversicherte je nach Tarif Anspruch auf ein Einzelzimmer und die Behandlung durch den Chefarzt. Zudem können sie ihr Krankenhaus frei wählen, während gesetzlich Krankenversicherte in das nächstgelegene Hospital gebracht werden.

Beim Zahnarzt erstattet die PKV bis zu 100 Prozent der zahnärztlichen Behandlungskosten. Auch bei Zahnersatz fällt die Erstattung abhängig vom Tarif hoch aus. In den ersten Jahren kann jedoch eine sogenannte Zahnstaffel gelten, wodurch die Kostenerstattung zunächst begrenzt ist. Ein genauer Blick in die Vertragsbedingungen gibt Aufschluss über etwaige Erstattungseinschränkungen.

Aufstockleistungen der privaten Kranken­versicherung

Privatpatienten können die jeweiligen Komfort- und Module-Tarife mit weiteren Leistungen aufstocken:

  • Krankenhaustagegeld: Selbstständige, die keine Lohnfortzahlung bekommen, sollten ein Krankenhaustagegeld in ihre private Krankenversicherung integrieren. Dadurch erhalten sie für jeden Tag der stationären Behandlung einen vorab festgelegten Betrag, der Einkommenseinbußen durch den Krankenhausaufenthalt abfedert.
  • Pflegezusatzversicherung: Privatversicherte erhalten bei Pflegebedürftigkeit die gleichen Leistungen wie gesetzlich Krankenversicherte. Diese fallen jedoch insbesondere bei hohem Pflegebedarf gering aus, sodass Pflegebedürftige einen Großteil der Pflegekosten selbst zahlen müssen. Entsprechend sinnvoll ist eine private Pflegevorsorge.
  • Entlastungstarife zur Beitragssenkung im Rentenalter: Mit dieser Option sinkt der Versicherungsbeitrag im Alter um einen festen Betrag oder Prozentsatz. Bei einem Versicherungswechsel oder der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung gehen jedoch alle bis dahin gesammelten Ansprüche verloren.
  • Beitragsrückerstattung: Haben Versicherte einen solchen Tarif gewählt, erhalten sie einen Teil ihrer Beiträge zurück, wenn sie innerhalb eines festen Zeitraumes, etwa ein Jahr, keine Rechnungen bei ihrem Versicherer eingereicht haben.

Mit dem PKV-Rechner passende Tarife finden

Je umfangreicher der gewählte Leistungsumfang ist, desto größer ist der Monatsbeitrag, den Versicherte zahlen. Tests zur PKV zeigen, dass es sehr guten Basisschutz schon für unter 300 Euro im Monat gibt. Angebote mit Topschutz kosten im Schnitt 500 Euro. Arbeitnehmer zahlen dabei deutlich weniger, da ihr Arbeitgeber 50 Prozent des Beitrags trägt.

Um einen ersten Eindruck darüber zu gewinnen, wie viel für die eigene private Krankenversicherung anfällt, können Interessierte die Kosten mit einem Rechner kalkulieren. Dazu sind nur wenige Informationen notwendig, beispielsweise das Geburtsdatum. Denn je eher der Wechsel in die private Krankenversicherung erfolgt, desto niedriger ist in der Regel der Monatsbeitrag.

Angabe der Berufsgruppe im PKV Rechner

Wichtig ist zudem die Berufsgruppe. Denn abhängig davon schwankt die Höhe der Kosten. Während Angestellte von ihrem Arbeitgeber einen Zuschuss erhalten, müssen Beamte nur einen Teil ihrer Gesundheitskosten mit einer privaten Krankenversicherung absichern. Der Rest wird über die Beihilfe vom Dienstherrn übernommen.

Je nach Berufsgruppe können Interessierte im PKV-Rechner ihren gewünschten Krankenversicherungsschutz zuschneiden. Selbstständige wählen beispielsweise:

  • die Höhe der Selbstbeteiligung,
  • den Umfang der Zahnarztleistungen,
  • das Ausmaß der Leistungen beim Krankenhausaufenthalt und
  • ob und ab welchen Tag ein Krankentagegeld vom Versicherer gezahlt werden soll.

Sind diese Angaben zur privaten Krankenversicherung gemacht, ermittelt der Rechner passende Tarife sowie ab welchem Monatsbeitrag sie zu haben sind.

Ergebnisse des PKV Rechners sinnvoll nutzen

Mit dem nächsten Schritt erhalten Interessierte schließlich die Details ihres persönlichen Tarifvergleichs per E-Mail. Damit fordern sie auch eine kostenlose und unverbindliche Beratung zur privaten Krankenversicherung an. Diese ist ergänzend zu den mit dem Rechner ermittelten Ergebnissen aus unterschiedlichen Gründen sinnvoll:

  • Mit ihm passen Interessierte den Versicherungsschutz noch enger an ihre Bedürfnisse an.
  • Abhängig davon, ob Vorerkrankungen vorliegen, kann die PKV teurer werden. Mithilfe einer anonymen Voranfrage erfragt der Versicherungsexperte die Kosten bei einem Anbieter, ohne dass dies zu Nachteilen bei weiteren Anfragen führt.
  • Durch seine Expertise umgehen Interessierte typische Stolperfallen beim Vertragsabschluss wie ungenau beantwortete Gesundheitsfragen.
  • Seine Erfahrung ermöglicht Aussagen über besonders beitragsstabile Krankenversicherer.
  • Sollte es später zu Problemen mit der Versicherung kommen, kann der Versicherungsfachmann helfend zur Seite stehen.

 

Checkliste für die private Krankenversicherung: Was ist wichtig?

Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung ist es sinnvoll, sich einige Gedanken über den gewünschten Versicherungsschutz zu machen. Denn aufgrund der Vielzahl an Tarifen und Kombinationsmöglichkeiten können Interessierte leicht den Überblick verlieren, was bei ihrer PKV wichtig ist und ob sie an alles gedacht haben.

Unsere Checkliste hilft ihnen dabei, die einzelnen PKV-Leistungen Punkt für Punkt durchzugehen. Ist der gewünschte Leistungsumfang einmal abgesteckt, finden sich künftige Privatversicherte wesentlich besser im Tarifdschungel zurecht.

Um noch schneller eine passende private Krankenversicherung zu finden, empfiehlt sich die Unterstützung durch einen Versicherungsexperten. Er kennt sich nicht nur mit den unterschiedlichen PKV-Tarifen aus, sondern gibt auch hilfreiche Tipps beim Vertragsabschluss: Checkliste PKV (86,6 kB)

Fünf wichtige Fragen zur PKV

Wie funktioniert die Kostenerstattung?

Privatversicherte bezahlen die Rechnungen für Medikamente, Ärzte und Co. zunächst selbst und reichen diese im nächsten Schritt beim Versicherer ein. Dieser erstattet die Kosten dann wie vertraglich vereinbart. Beim Krankenhausaufenthalt erfolgt die Abrechnung häufig direkt zwischen Hospital und Versicherungsunternehmen.

Kann die Familie mitversichert werden?

Anders als in der GKV können Familienmitglieder nicht kostenlos mitversichert werden. Für Kinder gelten in der Regel jedoch günstige Sondertarife.

Ist eine PKV auch bei Vorerkrankungen möglich?

Personen, die sich privat versichern wollen, müssen dem Anbieter einige Gesundheitsfragen beantworten. Bei Vorerkrankungen kann es dazu kommen, dass die Versicherung teurer wird oder einzelne Leistungen ausgeschlossen werden, die mit den bisherigen Erkrankungen zusammenhängen.

Können Angestellte sofort in die PKV wechseln, wenn ihr Einkommen hoch genug ist?

Das Einkommen von Angestellten muss mindestens zwölf Monate über der Versicherungspflichtgrenze liegen, ehe sie in die private Krankenversicherung wechseln können.

Was sind Altersrückstellungen?

Unter Altersrückstellungen ist ein finanzieller Puffer zu verstehen, mit dem steigende Versicherungskosten mit zunehmendem Alter abgefedert werden. Die Rücklagen werden mit den monatlichen Beiträgen gebildet.

Noch Fragen offen?

Weitere Fragen und dazugehörige Antworten zur privaten Krankenversicherung finden Sie in unserer Fragen- und Antworten-Sektion. Oder fordern Sie eine kostenlose Beratung an.

Private Krankenversicherung kündigen und wechseln

Privatpatienten, die in die private Krankenversicherung wechseln möchten, sollten die Kündigungsfrist ihrer alten Versicherung und den Versicherungsbeginn ihres neuen Tarifs beachten. Im Normalfall können sie zum Jahresende mit einer Frist von drei Monaten kündigen.

Eine fristlose Kündigung und ein sofortiger Wechsel sind möglich, wenn der Krankenversicherer die Beiträge anhebt. Ab dem Zeitpunkt, an dem Versicherte über die Beitragserhöhung informiert werden, verbleiben ihnen zwei Monate, um einen neuen Versicherer zu finden. Der Wechsel des Anbieters kann jedoch einige Nachteile haben:

  • Altersrückstellungen gehen zum Teil verloren
  • Höheres Alter kann höheren Versicherungsbeitrag beim neuen Anbieter bedeuten
  • Vorerkrankungen, die bei Vertragsabschluss noch nicht vorlagen, werden nun durch eine erneute Gesundheitsprüfung abgefragt und können die neue PKV verteuern

Sinnvoller ist daher ein Tarifwechsel beim bisherigen Versicherungsunternehmen.

Der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur möglich, wenn Privatversicherte sozialversicherungspflichtig angestellt sind und ein Jahresbruttoeinkommen erzielen, das unterhalb der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegt.

Personen, die älter als 55 Jahre sind, können sich von wenigen Ausnahmen abgesehen nur über die Familienversicherung des Ehepartners gesetzlich krankenversichern. Dazu darf das Einkommen jedoch noch höher als 435 Euro im Monat sein beziehungsweise 450 Euro bei einem Minijob. Dabei sollten sie beachten, dass sie mit dem Wechsel Mitglied der gesetzlichen Pflegeversicherung werden. Sinnvoller ist es jedoch, noch für zwei Jahre bei der bisherigen privaten Pflegepflichtversicherung zu bleiben. Andernfalls riskieren Versicherte ihren Anspruch auf Pflegegeld.

Hintergrund ist, dass beim Wechsel in die beitragsfreie Familienversicherung eine zweijährige Wartezeit gilt. Die Versicherungszeiten in der privaten Pflegeversicherung werden dabei nicht anerkannt. Werden Versicherte kurz nach dem Wechsel zum Pflegefall und sind nur über die gesetzliche Pflegekasse abgesichert, müssen sie die gesamten Pflegekosten selbst zahlen. Je nach Pflegebedürftigkeit sind das mehrere zehntausend Euro. Die zweijährige Weiterversicherung in der privaten Pflegeversicherung verhindert dies.