Krankenversicherung und Steuererklärung – Vorteile nutzen

Seit Anfang 2010 haben sowohl privat als auch gesetzlich Versicherte neue Möglichkeiten der Steuerentlastung. Durch das sogenannte „Bürgerentlastungsgesetz“ ist für die meisten Krankenversicherten ein größerer Teil der Beiträge zur Krankenversicherung steuerlich absetzbar. Betroffen sind hiervon die Beiträge für die Basiskranken- und Pflegeversicherung.

Krankenkasse steuerlich absetzbar

Egal, ob sie privat oder gesetzlich krankenversichert sind – wenn Versicherte entsprechende Einträge in ihrer Einkommenssteuererklärung vornehmen, ist vermutlich eine hohe Steuerentlastung möglich. Dies gilt für die Beiträge zu grundlegenden Leistungen der Krankenversicherung. Diese können in nahezu voller Höhe von der Steuer abgesetzt werden. Inwieweit die Kasse steuerfrei ist, entscheidet der Versicherungstarif.

Dem Bürgerentlastungsgesetz liegt die Steuerentlastung von Privatversicherten zugrunde. Die Regelungen gelten aber sowohl für privat als auch für gesetzlich Krankenversicherte. Privat- wie auch Kassenpatienten sollen gleichermaßen von den Neuregelungen profitieren.

PKV und Steuererklärung

Mit der Einkommenssteuererklärung können Beiträge zur privaten Krankenversicherung geltend gemacht werden. Die Beiträge sind unbegrenzt als Sonderausgaben absetzbar – für diejenigen Leistungen, die der Grundversorgung durch die gesetzliche Kasse entsprechen.

Die Besonderheiten der Steuererklärung in der PKV

Bei Privatpatienten wird der Teil der Beiträge berücksichtigt, die den Versicherungsschutz entsprechend der gesetzlichen Krankenversicherung abdecken. Bei einem Tarif, dessen Leistungen darüber hinausgehen – zum Beispiel Chefarztbehandlung, Einbettzimmer – sind die Beiträge hierfür nicht abzugsfähig. Dies gilt auch für die Beiträge zur Finanzierung eines Krankengeldes. Berücksichtigungsfähig sind also folgende Beiträge:

  • Beiträge für diee private Krankenversicherung, die der Finanzierung einer Basisabsicherung dienen
  • Beiträge zur privaten Pflegepflichtversicherung

GKV und Steuererklärung

Auch für gesetzlich Versicherte ist – in großem Umfang – die Krankenversicherung steuerlich absetzbar. Sie können ebenfalls Beiträge zur GKV in der Einkommenssteuererklärung vermerken. Seit Anfang 2010 können Sie die Beiträge als Sonderausgaben ansetzen. Nur die Beiträge zur Finanzierung des Krankengeldes sind meist nicht abzugsfähig. In der Praxis bedeutet dies, dass für die meisten gesetzlich Versicherten eine Kürzung des abzugsfähigen Beitrags von vier Prozent gilt.

Diese Kürzung tritt auf, sofern ein Anspruch auf Krankengeld besteht. Gesetzlich krankenversicherte Rentner, die ausschließlich über Renteneinkünfte verfügen, müssen keine Kürzung hinnehmen.
Steuerlich abzugsfähig sind also:

  • Beiträge zur GKV, gekürzt um den Beitragsanteil, derzur Finanzierung des Krankengeldes dient
  • Beiträge zur gesetzlichen Pflegepflichtversicherung

Steuerentlastung auch bei Zusatzbeiträgen

Im Rahmen des Sonderausgabenabzugs sind alle Beiträge für eine Basiskrankenversicherung absetzbar. Dies gilt auch gegebenenfalls für den von den gesetzlichen Kassen erhobenen Zusatzbeitrag. Viele gesetzlich Krankenversicherte müssen einen monatlichen Zusatzbeitrag leisten. Dieser ist bei jeder gesetzlichen Krankenversicherung steuerlich absetzbar.

Selbstbehalt – Steuerentlastung?

Prinzipiell können Versicherte nur ihre tatsächlich geleisteten Beiträge für eine Basiskrankenversicherung als Sonderausgaben geltend machen. Bei mancher Krankenversicherung reduziert sich die Höhe der Beiträge jedoch durch einen Selbstbehalt. Müssen sie aufgrunddessen Krankheitskosten aus der eigenen Tasche zahlen, können sie diese Aufwendungen im Rahmen der Einkommensteuererklärung als außergewöhnliche Belastungen ansetzen.