Auszubildende profitieren von den günstigen Beiträgen der GKV.

Welche Krankenversicherung ist für Auszubildende die richtige?

Als Auszubildender sind Sie in der Regel gesetzlich krankenversichert und zahlen dort nur geringe monatliche Beiträge. Denn die Kosten orientieren sich am Einkommen, welches bei Azubis meist nicht allzu hoch ist. Umso wichtiger ist es, die Ausgaben nicht in die Höhe zu treiben.

Mit dem Start der Ausbildung kommt die Frage nach dem passenden Krankenversicherungsschutz auf. Die kostenlose Familienversicherung über die Eltern ist für Azubis meist nicht mehr möglich. Denn Sie nehmen eine eigene sozialversicherungspflichtige Beschäftigung auf, bei der das monatliche Einkommen in der Regel höher als 450 Euro liegt. Damit fallen Auszubildende wie Sie automatisch unter die gesetzliche Versicherungspflicht.

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    Beiträge

    Was ist bei der gesetzlichen Krankenversicherung während der Ausbildung wichtig?

    Die gesetzliche Krankenversicherung bietet Ihnen einen medizinischen Grundschutz und kommt unter anderem für Standardbehandlungen beim Arzt oder im Krankenhaus auf. Die Kosten orientieren sich dabei am Einkommen, wovon 14,6 Prozent für die Krankenkasse anfallen.

    Zusätzlich erheben die Kassen einen individuellen Zusatzbeitrag, der im Durchschnitt bei 1,3 Prozent liegt.  Ihr Arbeitgeber beteiligt sich zur Hälfte am Beitrag für die GKV.

    Das folgende Rechenbeispiel zeigt, wie sich der Krankenkassenbeitrag für einen Auszubildenden zum Kfz-Mechatroniker im zweiten Lehrjahr zusammensetzt:

    Die Hälfte des Beitrags übernimmt der Arbeitgeber.

    Krankenversicherung für Auszubildende
    • Bei einem monatlichen Bruttoeinkommen von 750 Euro fallen 54,75 Euro (7,3 Prozent) als sogenannter Sockelbeitrag für die Krankenversicherung an.
    • Seine Krankenkasse erhebt einen Zusatzbeitrag von einem Prozent, wovon der Auszubildende die Hälfte (0,5 Prozent) trägt und somit weitere 3,75 Euro zahlt.
    • Zuletzt kommt der Beitrag für die gesetzliche Pflegeversicherung hinzu, welcher aktuell 3,05 Prozent (für Kinderlose ab 23 Jahren 3,4 Prozent) des Einkommens beträgt. Davon zahlt der Chef auch die Hälfte. So werden weitere 11,44 Euro fällig.
    • Der Azubi zahlt demnach monatlich 69,94 Euro für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung.

    Tipp: Liegt Ihr Einkommen als Auszubildender unter 325 Euro brutto im Monat, übernimmt der Arbeitgeber den kompletten Krankenversicherungsbeitrag.

    Sparpotential

    Welches Sparpotenzial gibt es bei der Krankenversicherung für Azubis?

    Viele Krankenkassen bieten Versicherten neben den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen Extras wie Bonusprogramme oder Wahltarife an. Auszubildende können diese nutzen, um möglichst viel aus ihrem Gesundheitsschutz herauszuholen und sich sogar Prämien zu sichern.

    Wer einen besonders gesunden Lebensstil nachweisen kann, wird von den Krankenkassen mit Bonuszahlungen belohnt. Zu einer gesunden Lebensweise zählen beispielsweise die Mitgliedschaft im Fitnessstudio oder Sportverein, regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen oder die Teilnahme an Gesundheitskursen.

    Versicherte können mit ihrer Kasse einen Selbstbehalt vereinbaren. Damit übernehmen sie im Krankheitsfall die Kosten bis zu einer gewissen Summe selbst und sichern sich so finanzielle Vorteile. Prämien von mehreren Hundert Euro winken auch, wenn Kassenpatienten eine bestimmte Zeit lang keine Leistungen beziehungsweise Kostenerstattungen ihrer Krankenkasse beanspruchen.

    Um bei der Krankenversicherung während der Ausbildung nicht mehr als nötig zu zahlen, bietet sich ein Wechsel der Krankenkasse an. Dieser ist möglich, wenn

    • Auszubildende mit Beginn der Ausbildung aus der Familienversicherung fallen und sich selbst krankenversichern müssen,
    • Versicherte mindestens 12 Monate bei der Krankenkasse Mitglied sind,
    • die Kasse ihren Beitrag erhöht ohne die Leistungen zu verbessern oder
    • die Krankenkasse Leistungen kürzt.

    Tipp: Wechseln und Sparpotenzial nutzen. Durch die Wahl einer neuen Kasse können Sie bares Geld sparen. Denn der kassenindividuelle Zusatzbeitrag variiert zwischen 0,35 und 2,5 Prozent des Einkommens. Bei einem monatlichen Gehalt von 750 Euro bedeutet dies auf das Jahr gerechnet einen Unterschied von fast 100 Euro.

    Möglichkeiten

    Private Krankenversicherung: Wann können Azubis in die PKV wechseln?

    Anders als für Studenten oder Beamte ist eine private Krankenversicherung (PKV) für Sie als Auszubildender nur schwer zugänglich. Denn für Personen, die sich in einem sozialversicherungspflichtigen Beschäftigungsverhältnis befinden, hat der Gesetzgeber eine Einkommensgrenze von mindestens 60.750 Euro brutto pro Jahr festgesetzt. Sie stellt eine wichtige Voraussetzung für den Zugang zur PKV dar. Verdienen Sie weniger, haben Sie nur bei folgenden Bedingungen eine Chance auf den privaten Gesundheitsschutz:

    Die Ausnahmefälle, um als Azubi in die PKV zu kommen, sind:

    Krankenversicherung für Auszubildende
    • Kein Einkommen

      Auszubildende, die eine sogenannte Beschäftigung ohne Arbeitsentgelt aufnehmen, können sich von der Versicherungspflicht befreien lassen. Anschließend steht ihnen die Tür zur privaten Krankenversicherung offen.

    • Zweiter Bildungsweg

      Auszubildende des sogenannten Zweiten Bildungswegs, die beispielsweise eine Abendschule besuchen, können sich unter Umständen von der Versicherungspflicht befreien lassen.

    Achtung Kostenfalle: Auch wenn die private Krankenversicherung angesichts der umfassenden Leistungen für Auszubildende lohnenswert erscheint, sollte dieser Schritt gut durchdacht sein. Denn selbst bei niedrigen PKV-Beiträgen, müssen sie diese in der Regel aus eigener Tasche zahlen. Mit Ihrem geringen Ausbildungsgehalt oder ohne eigenes Einkommen stellt dies eine große finanzielle Belastung dar. Sie sind unsicher, ob die private Krankenversicherung für Sie die passende Option ist? Um Ihnen bei der Entscheidung zu helfen, ist es ratsam, sich vorab mithilfe eines Experten über mögliche Leistungen sowie die Kosten zu informieren.

    Wichtiger Aspekt zur Privaten Krankenversicherung

    Zusatzversicherungen

    Azubis, denen der Zugang zur PKV nicht offensteht, müssen trotzdem nicht auf erstklassige Leistungen verzichten. Sie können den Standard-Gesundheitsschutz ihrer Krankenkasse mit einer privaten Krankenzusatzversicherung aufstocken. So sichern sie sich etwa Top-Zahnleistungen, eine Chefarztbehandlung im Krankenhaus oder die Kostenerstattung für Sehhilfen.

    Gegenüberstellung

    Welche Unterschiede gibt es zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung für Auszubildende?

    Die folgende Übersicht zeigt einige wichtige Unterschiede, die es für Auszubildende in der gesetzlichen und privaten Krankenversicherung hinsichtlich Preis und Leistungen gibt:

    PKV GKV
    Beitragsberechnung Abhängig vom Alter und Gesundheitszustand Abhängig vom Einkommen
    Krankenversicherungs­beitrag Ab rund 92 Euro im Monat* 58,50 Euro (bei einem Einkommen von 750 Euro brutto)
    Arzt- und Klinikwahl Frei wählbar Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik
    Leistungen Individuell wählbar Gesetzlich vorgeschrieben
    Medikamente Volle Kostenerstattung Kostenerstattung nur für verschreibungspflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro
    Unterschiede zwischen PKV und GKV
    Beitragsberechnung
    PKV Abhängig vom Alter und Gesundheitszustand
    GKV Abhängig vom Einkommen
    Krankenversicherungs­beitrag
    PKV Ab rund 92 Euro im Monat*
    GKV 58,50 Euro (bei einem Einkommen von 750 Euro brutto)
    Arzt- und Klinikwahl
    PKV Frei wählbar
    GKV Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik
    Leistungen
    PKV Individuell wählbar
    GKV Gesetzlich vorgeschrieben
    Medikamente
    PKV Volle Kostenerstattung
    GKV Kostenerstattung nur für verschreibungspflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro

    * laut PKV Tarifrechner für einen 19-jährigen Auszubildenden mit guten Zahnleistungen, Zweibettzimmer ohne Chefarztbehandlung, ohne Selbstbeteiligung und mit 75 Euro Krankentagegeld.

    Nach der Ausbildung

    Wie geht es mit der Krankenversicherung nach der Ausbildung weiter?

    Welche Krankenversicherung für Sie nach dem Ende Ihrer Ausbildung infrage kommt, richtet sich vor allem nach Ihrem weiteren beruflichen Werdegang:

    Üben Sie nach Ihrer Ausbildung weiter eine Beschäftigung als Angestellter aus, bleiben Sie zunächst gesetzlich versichert. Erst ab einem Einkommen von 60.750 Euro brutto für mindestens ein Jahr haben Sie die Option, in die PKV zu wechseln.

    Wenn Sie sich nach der Ausbildung dazu entscheiden, sich selbstständig zu machen, haben Sie die freie Wahl zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Angesichts Ihres jungen Alters können Sie in der PKV von günstigeren Beiträgen profitieren als in der GKV.

    Als Beamter oder Beamtenanwärter stehen Ihnen nach Ihrer Ausbildung sowohl die GKV als auch die PKV offen. Als Privatpatient zahlen Sie nur geringe Beiträge, da sich Ihr Dienstherr über die Beihilfe an den Krankheitskosten beteiligt. Für Beamtenanwärter gibt es in der PKV zudem spezielle günstige Tarife.

    Wer nach der Ausbildung ein Studium beginnt, bleibt als Pflichtversicherter in der GKV und hat während des Studiums in der Regel keine Möglichkeit, in die PKV zu wechseln. Als Studierende können Sie jedoch oftmals von günstigen Beiträgen in der Krankenversicherung der Studenten profitieren. Waren Sie während Ihrer Ausbildung privat versichert, steht Ihnen dies weiterhin offen.

    Wichtige Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

    Mehr Informationen nötig?

    Die gesetzliche Krankenversicherung bietet Ihnen als Auszubildendem einen soliden Gesundheitsschutz zu oftmals moderaten Beiträgen. Zudem profitieren Sie davon, dass Ihr Arbeitgeber den Kassenbeitrag zur Hälfte mitträgt. Wer sich einen umfassenderen Schutz wünscht, kann diesen über verschiedene Zusatzversicherungen individuell erweitern.

    Fragen und Antworten für Azubis

    Auszubildende sind in der Regel gesetzlich krankenversichert. Da die Ausbildung als sozialversicherungspflichtige Tätigkeit gilt, müssen sich Azubis zum Start ihrer Lehre in eine GKV eintreten.

    Azubis können sich nicht kostenlos über die Krankenversicherung der Eltern (Familienversicherung) mitversichern. Mit dem Start einer Ausbildung gehen Azubis eine sozialversicherungspflichtige Beschäftigung nach und brauchen somit eine eigene Krankenversicherung.

    Die Beiträge für Auszubildende richten sich nach dem Einkommen. Beispiel: Ein Azubi mit einem monatlichen Einkommen von 750€ zahlt monatlich 66,94 Euro für die gesetzliche Kranken- und Pflegeversicherung. Liegt das monatliche Einkommen unter 325 Euro brutto, übernimmt der Arbeitgeber den kompletten Krankenversicherungsbeitrag.