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Gesetzliche und private Krankenver­sicherung: Vorteile und Nachteile

In Deutschland gibt es ein Nebeneinander von gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV). Beide Systeme haben ihre Vorteile. Während die private Krankenversicherung beispielsweise mit höherwertigen Leistungen zu überzeugen weiß, profitieren Familien durch die kostenlose Mitversicherung von Kindern in der gesetzlichen Krankenversicherung.

Wer zwischen PKV und GKV wählen kann, sollte sich daher im Vorfeld über verschiedene Kriterien wie BeitragsberechnungLeistungsumfang und Wechseloptionen informieren.

Wie sich die beiden Krankenversicherungssysteme voneinander unterscheiden, erfahren Sie auf dieser Seite.

Oder Sie fordern direkt einen Tarifvergleich an, um Ihr persönliches Angebot zu erhalten.

Themen dieser Seite im Überblick
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    Infografik: Vorteile der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung im Überblick

    Vorteile der privaten und gesetzlichen Krankenversicherung

    Die wichtigsten Fragen beantwortet

    Welche Unterschiede haben PKV und GKV?

    Sie suchen gezielte Informationen zur privaten (PKV) oder gesetzlichen (GKV) Krankenversicherung? Klicken Sie unten auf den jeweiligen Link im Text und finden Sie direkt zu dem Thema, das Sie am meisten interessiert.

    PKV Symbol

    Wer darf sich privat versichern (PKV)?

    Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen ab 5.550 Euro bzw. ab 66.600 Euro im Jahr (Versicherungspflichtgrenze 2023) können der PKV beitreten. Selbstständige, Freiberufler, Beamte und Studenten können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern. Mehr Informationen zu den PKV Voraussetzungen

    GKV Symbol

    Wer darf sich gesetzlich versichern (GKV)?

    Jeder Bürger darf bzw. muss in die gesetzliche Krankenversicherung. Arbeitnehmer mit einem monatlichen Bruttoeinkommen bis 5.550 Euro sind jedoch automatisch gesetzlich versichert. Gutverdiener mit einem Einkommen über dieser Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG), Freiberufler, Selbstständige und Beamte können freiwillig beitreten. Mehr über die Voraussetzungen der GKV

    PKV Symbol

    Welche Vorteile hat eine private Kranken­versicherung?

    Zu den Vorteilen der PKV gehören bessere Leistungen beim Haus- oder Zahnarzt und im Krankenhaus. Privatversicherte erhalten schneller einen Termin bei Fachärzten und profitieren von kürzeren Wartezeiten. Zudem sind die Beiträge der PKV einkommensunabhängig und steigen somit nicht an, sobald sich das Gehalt des Versicherten erhöht. Weiterlesen

    GKV Symbol

    Welche Vorteile hat eine gesetzliche Kranken­versicherung?

    Die gesetzliche Krankenversicherung bietet im Vergleich zur privaten Krankenversicherung einige Vorteile. Beispielsweise können Familienmitglieder mit keinem bzw. geringem Einkommen kostenlos mitversichert werden. Die Beiträge richten sich nach dem Einkommen. Daher zahlen Geringverdiener weniger, während gutverdienende Menschen dementsprechend mehr zahlen müssen.

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    Können Familienmitglieder privat mitversichert werden?

    Ehepartner und Kinder müssen in der PKV selbstständig krankenversichert werden. Familienmitglieder von Beamten profitieren allerdings von der Beihilfe durch den Dienstherrn. Auf unseren Themenseiten finden Sie mehr Informationen zu Krankenversicherungen für Ehepartner und Kinder von Privatversicherten.

    GKV Symbol

    Wie können Familienmitglieder in der GKV mitversichert werden?

    Ehepartner und Kinder bis 25 Jahre (gegebenenfalls auch älter) mit geringem Einkommen (bis max. 520 Euro pro Monat auf Minijobbasis, Stand 2022) können kostenlos in der Familienversicherung mitversichert.

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    Welche Leistungen sind in der PKV versichert?

    Die Leistungen bestimmen Sie selbst - vom Basis - bis zum Topschutz. Der Basisschutz ist mit den Leistungen der Krankenkasse vergleichbar. Ein Top-Tarif bietet Ihnen freie Arzt- und Krankenhauswahl, Einzel- oder Zweibettzimmer im Krankenhaus, Chefarztbehandlung, Erstattung von Zahnersatz, Sehhilfen und mehr. Mehr Informationen zu den PKV Leistungen

    GKV Symbol

    Welche Leistungen sind in der GKV versichert?

    Der Leistungskatalog ist gesetzlich vorgeschrieben und entspricht Regelversorgung (zum Beispiel eingeschränkte Arzt- und Krankenhauswahl, Mehrbettzimmer im Krankenhaus, Behandlung durch diensthabenden Arzt, geringe Erstattung bei Zahnersatz). Die Kassen dürfen Zusatzleistungen wie Bonusprogramme, Gesundheitskurse, Kurzuschüsse und Naturheilbehandlungen anbieten.

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    Wie werden Kosten in der PKV berechnet und abgerechnet?

    Der Beitrag richtet sich unabhängig vom Einkommen nach Alter, Beruf und Gesundheitszustand. Arbeitnehmern zahlt der Arbeitgeber einen Zuschuss von maximal 403,99 Euro (Stand 2023). Beamte profitieren von günstigen Beihilfetarifen. Die Abrechnung erfolgt zunächst über den Versicherten. Sie erhalten eine Rechnung, welche Sie kontrollieren, bezahlen und für die Kostenerstattung bei Ihrem Versicherer einreichen. Bei stationären Behandlungen rechnet das Krankenhaus meist direkt mit dem Versicherer ab. Mehr Informationen zu den PKV Kosten

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    Wie werden die GKV-Beiträge berechnet und abgerechnet?

    Arbeitnehmer teilen sich den Krankenkassenbeitrag mit dem Arbeitgeber. Dies gilt sowohl für den Sockelbeitrag von 14,6 Prozent als auch den kassenindividuellen Zusatzbeitrag. Er liegt 2023 im Schnitt bei 1,6 Prozent des Bruttoeinkommens. Beamte und Selbstständige zahlen hingegen den kompletten Beitrag. Selbstständige, Studenten und freiwillig Versicherte mit geringem Verdienst entrichten einen Mindestbeitrag. Die Abrechnung erfolgt in der GKV nach dem Sachleistungsprinzip. Das bedeutet, dass der Leistungserbringer die Behandlungskosten direkt mit der Krankenkasse abrechnet, der Versicherte muss nicht vorleisten. Zu den aktuellen Krankenkassenbeiträgen

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    Wie entwickelt sich die PKV im Alter?

    Die PKV bildet Altersrückstellungen, um altersbedingte Kostenerhöhungen abzufedern. Beitragserhöhungen sind dennoch nicht ausgeschlossen. Leistungskürzungen sind jedoch nicht zu befürchten. Mit dem Basistarif der PKV besteht die Möglichkeit, in einen preisgünstigen Tarif mit gesetzlichen Regelleistungen zu wechseln.

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    Wie entwickelt sich die GKV im Alter?

    Anders als in der PKV sind die GKV-Leistungen nicht garantiert. Durch die Erhöhung des Lebensalters der Bevölkerung und wachsende Ausgaben im Gesundheitssektor sind zudem steigende Beiträge zu erwarten.

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    Können Leistungen der PKV im Ausland in Anspruch genommen werden?

    Die PKV gilt automatisch europaweit und mindestens einen Monat lang auch außerhalb Europas, bei geringer Zuzahlung auch weltweit.

    GKV Symbol

    Können Leistungen der GKV im Ausland in Anspruch genommen werden?

    Der Schutz der gesetzlichen Krankenversicherung hat in der EU und in Ländern mit einem Sozialversicherungsabkommen Gültigkeit.

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    Wie funktioniert die Kündigung bzw. der Wechsel in der PKV?

    Versicherte müssen spätestens drei Monate vor Ablauf des Versicherungsjahres kündigen. Zuvor sollten sie klären, in welchem Umfang bei einem Anbieterwechsel Altersrückstellungen mitgenommen werden können, zu welchen Konditionen eine Neuversicherung möglich ist und ob bei einem Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung dies überhaupt möglich ist. Kündigen darf die Versicherung einem Mitglied normalerweise nicht (Ausnahme: Bei vorvertraglicher Anzeigenverletzung oder Nichtbezahlung der Beiträge). Mehr zum Thema Kündigung und Wechsel in der PKV

    GKV Symbol

    Wie funktioniert die Kündigung bzw. der Wechsel in der GKV?

    Die Kündigung oder der Wechsel in eine andere gesetzliche Kasse beziehungsweise in die private Krankenversicherung ist zum Ende des übernächsten Monats möglich, gerechnet von dem Monat, in dem das Mitglied den Austritt erklärt. Um die Krankenkasse wechseln zu können, müssen Kassenpatienten mindestens 12 Monate dort versichert sein. Mehr zum Krankenkassen-Wechsel

    PKV Symbol

    Welche Nachteile hat die PKV?

    Privatversicherte müssen in der Regel mit steigenden Beiträgen im Alter rechnen. Familienmitglieder brauchen in der PKV jeweils einen eigenen Versicherungsvertrag und können nicht, wie in der GKV, kostenlos in der Familienversicherung aufgenommen werden.

    GKV Symbol

    Welche Nachteile hat die GKV?

    Zu den Nachteilen der gesetzlichen Krankenversicherung gegenüber der PKV zählen beispielsweise die Bindung an die gesetzlichen Regelleistungen. Dadurch können gesetzlich Versicherte ihren Leistungsumfang nicht individuell festlegen und sind an die vorgeschriebenen Leistungen gebunden.

    Infografik: Für wen lohnt sich die private oder gesetzliche Krankenversicherung?

    Infografik: PKV oder GKV?
    Infografik: Private oder gesetzliche Krankenversicherung?

    Was sind die Leistungsunterschiede von PKV und GKV?

    Neben den Kosten, die sich meist nur individuell berechnen lassen, gehört der Leistungsumfang zu den größten Unterschieden von PKV und GKV. Hier finden Sie einen Überblick zwischen einem PKV-Tarif mit sehr guten Leistungen und einem GKV-Tarif.

    Leistung PKV GKV
    beim Zahnarzt Umfassende Leistungen Grund­leistungen
    im Krankenhaus Chefarzt,
    Einbettzimmer
    Facharzt,
    Mehrbett­zimmer
    bei der Arztwahl Freie Wahl Nur Kassenärzte
    bei Fachärzten & Spezialisten Termine kurzfristig möglich Oft mehrere Monate Wartezeit
    bei der Klinikwahl Freie Wahl Nächst­gelegene Klinik
    bei Medikamenten Umfassende Kostenerstattung Nur verschreibungs­­pflichtige Medikamente mit Zuzahlung
    bei Brillen & Sehhilfen Hohes Leistungs­niveau Nur bei Härtefällen
    bei alternativen Behandlungs­­methoden Hohes Leistungs­niveau Vereinzelt

    Versicherte in der GKV haben neben dem Wechsel in eine PKV auch eine andere Alternative: Sie können stattdessen eine Zusatzversicherung wählen und den Schutz der GKV gezielt aufwerten.

    Gegenüberstellung der PKV

    Private Kranken­versicherung: Welche Vorteile und Nachteile hat sie?

    In der PKV gibt es einige Vorteile, von denen Sie im Vergleich zu Kassenpatienten profitieren. Die bevorzugte Behandlung bei Ärzten ist nur einer davon. Die private Krankenversicherung bietet beispielsweise ein attraktives Preis-Leistungs-Verhältnis und andere Vorteile. Doch sie hat auch Nachteile an sich. Damit Sie die richtige Entscheidung treffen können und mit Ihrem Krankenversicherer langfristig zufrieden sind, ist es sinnvoll, sich auch über mögliche Haken zu informieren.

    Wer benötigt welche Krankenversicherung?
    • Beitragsberechnung

      PKV-Beiträge werden unabhängig vom Einkommen berechnet. Gerade bei einem hohen Verdienst ist der Versicherungsschutz der PKV im Vergleich zur gesetzlichen Absicherung in der Regel deutlich günstiger. Ein 30-jähriger Angestellter zahlt für ausgewogenen Schutz beispielsweise 220 Euro im Monat, wie der Beitragsrechner zeigt.

    • Leistungen

      Als Privatversicherter legen Sie Ihre Leistungen individuell nach Ihren Wünschen fest und genießen oftmals eine bessere medizinische Versorgung.

    • Berufs­spezifische Tarife

      Für einige Berufsgruppen bieten die privaten Krankenversicherer spezielle Tarife an. So können sich Beamte, Ärzte und Studenten preiswert absichern und gleichzeitig vom hohen Leistungsniveau der PKV profitieren.

    • Wartezeiten und Termin­vergabe

      In der Regel erhalten Privatpatienten schneller einen Termin beim Arzt. Auch die Wartezeiten sind meist kürzer.

    • Medizinischer Fortschritt

      Privatversicherte haben schnelleren Zugang zu neuen Behandlungsmethoden.

    • Leistungs­garantie

      Vertraglich zugesicherte Leistungen können nicht gekürzt werden.

    • Aufenthalt im Krankenhaus

      Sie können je nach gewähltem PKV-Tarif im Einzelzimmer in Ruhe genesen und haben Anspruch auf die Behandlung durch den Chefarzt. Zudem können Sie Ihre Klinik frei wählen.

    • Tarifwechsel

      Der Wechsel in einen anderen Tarif mit gleichen Leistungen ist beim Versicherer jederzeit möglich und gesetzlich verankert.

    • Medikamente

      Bei verschreibungspflichtigen Medikamenten fallen keine Zuzahlungen an.

    • Beitrags­rückerstattung

      Viele Versicherer zahlen ihren Kunden Monatsbeiträge zurück, wenn sie innerhalb von zwölf Monaten keine Leistungen genutzt haben.

    • Vorerkrankungen

      Personen mit Vorerkrankungen haben es schwerer, eine passende private Krankenversicherung zu finden. Da sich die Beitragshöhe unter anderem am Gesundheitszustand bemisst, führen Vorerkrankungen zudem zu höheren PKV-Kosten.

    • Gesundheits­prüfung

      Bevor Sie eine private Krankenversicherung abschließen können, müssen Sie eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten. So erfasst der Krankenversicherer Ihre gesundheitliche Verfassung.

    • Absicherung von Familien­mitgliedern

      Anders als in der gesetzlichen Krankenversicherung können Kinder nicht kostenfrei mitversichert werden. Für sie bieten die Versicherer jedoch spezielle Tarife an.

    • Beiträge im Alter

      Im Alter steigen die Beiträge, da die Versicherer von häufigeren, altersbedingten Behandlungskosten ausgehen. Um den Kostenanstieg abzufedern, bauen Sie mit zehn Prozent Ihres Monatsbeitrags sogenannte Altersrückstellungen auf. Diese kompensieren Beitragserhöhungen nach dem 65. Lebensjahr zum Teil.

    • Abrechnung

      Privatversicherte gehen bei ambulanten Behandlungen stets in Vorkasse. Je nach Rechnungsbetrag kann dies zu einer kurzzeitigen finanziellen Belastung führen, ehe der Versicherer die Kosten erstattet hat. Oftmals reicht die Zahlungsfrist jedoch auch aus, erst die Rechnung beim Versicherer einzureichen und erstattet zu bekommen und dann den Betrag zu bezahlen.

    • Wechsel in die GKV

      Für Privatversicherte ist der Wechsel bzw. die Rückkehr in die GKV nur unter bestimmten (Ausnahme-)Bedingungen möglich. Damit ist die Entscheidung für eine PKV meist auch eine die nur schwer wieder rückgängig gemacht werden kann. Umso wichtiger ist es, einen Versicherer mit einem stabilen Beitragsniveau und Top-Leistungen zu finden.

    • Wechsel des Versicherers

      Beim Wechsel des Versicherers können bis dahin aufgebaute Altersrückstellungen nur teilweise mitgenommen werden. Eine erneute Gesundheitsprüfung führt zudem dazu, dass der Anbieterwechsel nur für Privatpatienten sinnvoll ist, die erst kurze Zeit privat krankenversichert sind.

    Wie entscheiden?

    Darum sollten Sie die Vorteile und Nachteile von PKV und GKV abwägen

    Ob eine private oder gesetzliche Krankenversicherung das Richtige für Sie ist, hängt von vielen Faktoren ab. So steht der Weg in die PKV nicht jedem Verbraucher offen. Vielmehr müssen Sie dafür als Angestellter ein bestimmtes Jahreseinkommen nachweisen beziehungsweise Beamter oder überwiegend selbstständig tätig sein. Studenten können sich nur zu Beginn des Studiums oder nach Vollendung des 30. Lebensjahres privat versichern.

    Erfüllen Sie diese Voraussetzungen, gilt es die Vorteile von PKV und GKV miteinander zu vergleichen. Die privaten Krankenversicherer punkten mit ihrem erhöhten und individuelleren Leistungsumfang. Die gesetzliche Krankenversicherung hingegen bietet den Vorteil, dass Kinder und Ehepartner mit geringem Einkommen kostenlos mitversichert sind.

    Beide Modelle der Krankenversicherung haben auch ihre Tücken. Diese Nachteile sollten Sie bei der Wahl, ob Sie sich gesetzlich oder privat versichern, beachten. Gerade vor dem Hintergrund, dass die Beiträge der PKV im Alter steigen, sollte die Anbieterwahl für Ihre private Krankenversicherung nicht leichtfertig fallen. Welcher Versicherer Ihnen stabile Beiträge und umfassende Leistungen liefert, erfahren Sie durch eine kostenlose und unverbindliche Beratung mit einem Versicherungsexperten.

    Auch Kassenpatienten müssen mit einigen Nachteilen leben. So regelt der Gesetzgeber die Höhe der Beitragssätze und den Umfang der Leistungen. Die Krankenkassen haben kaum Möglichkeiten, individuelle Angebote zu machen. Zudem müssen Sie für die komplette Erstattung vieler Behandlungen, etwa bei Zahnersatz, eine Zusatzversicherung abschließen.

    Gegenüberstellung der GKV

    Gesetzliche Kranken­versicherung: Welche Vorteile und Nachteile hat sie?

    Die gesetzliche Krankenversicherung bietet ebenfalls zahlreiche Vor- und Nachteile für Versicherungsnehmer:

    Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig
    • Familienversicherung

      In der gesetzlichen Krankenversicherung können Familienmitglieder kostenlos mitversichert werden. Ehepartner und Kinder bis 25 Jahre mit einem Einkommen bis maximal 520 Euro pro Monat auf Minijobbasis (Stand 2022) sind kostenlos mitversichert.

    • Einkommensabhängiger Beitrag

      In der GKV richtet sich der monatliche Beitrag nach dem Bruttoeinkommen. Verändert sich das Einkommen, so sinkt bzw. steigt auch der Beitrag für die Krankenversicherung entsprechend mit. Der Beitrag steigt jedoch nicht endlos mit dem Einkommen. Die Höhe wird durch die Beitragsbemessungsgrenze gedeckelt.

    • Zusatzleistungen

      Einige Krankenkassen bieten ihren Versicherten Zusatzleistungen, die andere Kassen nicht übernehmen. Da der Wechsel in der GKV unkompliziert möglich ist, können sich Versicherte dadurch ein optimales Leistungsangebot und sogar niedrigere Beiträge sichern.

    • Solidaritätsprinzip

      Die gesetzliche Krankenversicherung handelt nach dem Solidaritätsprinzip. Das heißt alle Versicherte, egal ob im günstigeren Studententarif oder im Normaltarif, erhalten die gleichen Leistungen.

    • Regelleistungen

      Die Leistungen in der gesetzlichen Krankenversicherung können Versicherungsnehmer nicht individuell für sich zusammenstellen. Alle Mitglieder erhalten die sogenannten Regelleistungen.

    • Leistungen können gestrichen werden

      Anders als in der privaten Krankenversicherung können Leistungen in den gesetzlichen Krankenkassen gestrichen werden und damit aus dem Versicherungsschutz wegfallen.

    • Wartezeiten und Klinikauswahl

      In der GKV haben Patienten keine freie Klinikwahl, sondern sind auf die nächstgelegenen Krankenhäuser angewiesen. Bei der Terminvergabe bei Fachärzten müssen sich gesetzlich Versicherte zudem auf lange Wartezeiten einstellen.

    • Teurere Tarife

      Studenten, Beamte oder gutverdienende Angestellte zahlen in der privaten Krankenversicherung oft weniger.

      Studenten können sich in günstigen Studententarifen versichern, Beamte profitieren von der Beihilfe und gutverdienende Angestellte zahlen in der PKV meist weniger als den Maximalbetrag der GKV.

    Checkliste

    Was ist bei der Wahl zwischen PKV und GKV wichtig?

    Bevor Sie sich entscheiden, ob Sie gesetzlich oder privat versichert sein wollen, sollten Sie einige Fragen klären. Unsere Checkliste hilft Ihnen, die wichtigsten davon für sich zu beantworten und bei der Wahl zwischen privater und gesetzlicher Krankenversicherung einen Schritt voranzukommen.

    • Erfüllen Sie die Voraussetzungen für den Wechsel in die PKV?

    • Können Sie die Beiträge für die PKV, wenn nötig, auch für Ihre Kinder und Ehepartner bezahlen?

    • Sind Sie jung genug, um die nötigen Altersrückstellungen zu bilden, damit die Kosten später stabil bleiben?

    • Legen Sie Wert auf individuelle, umfangreiche und garantierte medizinische Leistungen?

    • Sind Sie sich bewusst, dass die Entscheidung für die private Krankenversicherung eine langfristige ist?

    Wenn Sie diese fünf Fragen für sich mit „Ja“ beantworten, steht Ihrer Entscheidung für die private Krankenversicherung nichts mehr im Wege. Selbst wenn Sie nicht jede Fragen bejahen, kann eine PKV für Sie die richtige Wahl sein. Um dies herauszufinden, sollten Sie sich in jedem Fall vorab von einem Versicherungsexperten beraten lassen.

    Fazit: In der Frage „Private oder gesetzliche Krankenversicherung?“ gibt es kein richtig oder falsch. Welche Versicherung für Sie die passende ist, hängt von Ihren Lebensumständen und Ihren Wünschen ab. Für den Eintritt der PKV müssen Sie bestimmte Bedingungen erfüllen, während der Weg in die GKV normalerweise jedem offen steht.

    Fragen und Antworten zu PKV oder GKV?

    Die GKV ist ein Solidarsystem, in dem alle Versicherten die gleichen Leistungen erhalten, egal wie viel sie einzahlen. Die Beitragshöhe ist abhängig vom Einkommen. In der PKV ist jedes Mitglied für sich selbst verantwortlich. Der Beitrag hängt vom Tarif ab sowie von Alter und Gesundheit.

    Der Leistungsumfang der GKV ist größtenteils gesetzlich vorgeschrieben. Die Mitglieder der Krankenkassen erhalten dadurch eine notwendige medizinische Versorgung. Sehr neue Behandlungsmethoden bezahlt die GKV nicht. Nachteilig ist zudem, dass sich der Versicherungsschutz nur begrenzt anpassen lässt. Auch die Arztauswahl ist eingeschränkt. Patienten werden nur von kassenärztlich zugelassenen Ärzten behandelt.

    Der Leistungskatalog der GKV ist größtenteils gesetzlich vorgeschrieben. Danach zahlt die Krankenkasse nur medizinisch notwendige Heilbehandlungen. Was über diese Grundleistungen hinausgeht, müssen Kassenpatienten selbst bezahlen. Das Leistungsangebot bei der PKV ist deutlich breiter. Es umfasst die Leistungen der GKV sowie moderne Behandlungsmethoden. Versicherte können den Schutz an individuelle Wünsche anpassen.

    Versicherte können das Leistungspaket anpassen, etwa um den Schutz zu erweitern oder um Kosten zu senken. Abgesehen davon bleiben die vertraglich vereinbarten Leistungen gleich, die Versicherung kann von sich aus keine Kürzungen vornehmen. Privatpatienten müssen nicht auf Termine warten, haben die freie Arztwahl und erhalten die Kostenübernahme bei neuen Behandlungsmethoden.

    GKV-Versicherte haben bei Arbeitsunfähigkeit aufgrund von Krankheit Anspruch auf das Krankengeld. Dies entspricht etwa 70 Prozent des Gehalts und wird für maximal 78 Wochen gezahlt. PKV-Versicherte müssen sich zusätzlich über eine Krankentagegeldversicherung absichern. Der Versicherte legt dabei einen Tagessatz fest. Krankentagegeld zahlt die Versicherung, so lange wie die Arbeitsunfähigkeit besteht.

    Die Leistungen zur Früherkennung von Krankheiten sind in der GKV gesetzlich geregelt. Kinder und Jugendliche erhalten eine Reihe von Vorsorge-Leistungen. Für Erwachsene bezahlt die GKV verschiedene Früherkennungsuntersuchungen sowie Schutzimpfungen und Zahnkontrollen.

    Die Vorsorge-Leistungen der PKV hängen vom Tarif ab. Aber alle Kosten, die die GKV zahlt, übernimmt auch die PKV.

    Die PKV ist bekannt für Top-Leistungen beim Krankenhausaufenthalt wie eine Chefarztbehandlung oder die Unterbringungen in einem Einbettzimmer. GKV-Versicherte müssen sich mit der Facharzt-Behandlung begnügen und werden in einem Mehrbettzimmer untergebracht. Durch eine Krankenhauszusatzversicherung können sie diesen Standard-Schutz auf PKV-Niveau bringen. Bei der notwendigen medizinischen Behandlung gibt es keine Unterschiede.

    Die gesetzliche Krankenversicherung steht allen Interessierten offen. Die meisten Angestellten sind GKV-versichert. Die Beitragshöhe hängt vom Einkommen ab. Die Leistungen sind gesetzlich geregelt und bei den Kassen zum Großteil gleich.

    In die private Krankenversicherung kommen nur sehr gutverdienende Angestellte sowie Selbstständige, Studierende und Beamte. Das Leistungsangebot hängt vom Tarif ab.

    Ja, einige Nachteile gibt es. Zum Beispiel bei der Familienversicherung. Familienmitglieder kostenlos mitzuversichern ist in der PKV nicht möglich. Jedes Mitglied braucht einen eigenen Versicherungsvertrag.

    Krankengeld gibt es ebenfalls nur für GKV-Versicherte. PKV-Mitglieder müssen mit einer Krankentagegeldversicherung eigenständig vorsorgen, damit sie bei längerer Krankheit ein Einkommen erhalten.

    Für bestimmte Berufsgruppen bietet die PKV günstige Tarife an, die sich durch ein sehr gutes Preis-Leistungs-Verhältnis auszeichnen. Mediziner können sich günstig in Gruppentarifen versichern lassen. Spezielle Jungärztetarife, die günstig sind und viel Leistung bieten, richten sich an junge Mediziner.

    Vorteilhaft ist die Möglichkeit, den Versicherungsschutz individuell anzupassen. Versicherte erhalten schneller einen Termin beim Arzt und können moderne Behandlungsmethoden beanspruchen.

    Nachteilig ist die Beitragserhöhung mit steigendem Alter. Für den Vertrag ist eine Gesundheitsprüfung erforderlich. Durch eine Vorerkrankung kann die Versicherung teurer werden oder die Versicherung lehnt den Antrag gleich ab.

    Die PKV lohnt sich für gutverdienende Angestellte. Da die Beitragshöhe nicht vom Einkommen abhängt, können sie sich einen Tarif mit günstigen Kosten suchen. Von dieser Regelung profitieren auch Selbstständige, denn sie zahlen in der GKV einen relativ hohen Mindestbeitrag. Für Beamte, die beihilfeberechtigt sind, ist die PKV ebenfalls ein Vorteil.

    Nein, eine Familienversicherung gibt es bei der privaten Krankenversicherung nicht. Jeder Versicherte bekommt einen eigenen Vertrag. Eltern müssen dann auch für ihre Kinder jeweils einen Vertrag bei der PKV abschließen.

    Die PKV wird im Alter teurer und bietet keine Familienversicherung. Versicherte müssen oft in Vorleistung gehen bevor die Versicherung die Kosten erstattet.

    Die Leistungen der GKV sind gesetzlich vorgeschrieben und für alle Versicherten gleich. Die Krankenkasse zahlt nur für medizinisch notwendige Behandlungen. Schließlich müssen GKV-Versicherte lange auf einen Arzttermin warten.

    Geschlossene PKV-Tarife sind frühere Tarifvarianten, die heute nicht mehr angeboten werden. Dazu gehören Tarife für Männer und Frauen, bei denen die Versicherungskosten geschlechtsabhängig kalkuliert wurden. Weil in diese Alttarife keine neuen Mitglieder mehr hineinkommen, droht eine sogenannte „Vergreisung“ der Tarife. Die Mitglieder werden immer älter und die Beiträge steigen an.

    Angestellte können erst dann in die PKV wechseln, wenn ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze übersteigt. Sie müssen mindestens 66.600 Euro pro Jahr verdienen. Für Freiberufler, Beamte, Studenten und Selbstständige gibt es eine solche Grenze nicht. Der Wechsel von der gesetzlichen in die private Krankenversicherung ist für sie daher unkompliziert.

    Nein, es gibt keine Wartezeiten, wenn Versicherte aus der gesetzlichen in die private Krankenversicherung wechseln. Der Versicherungsschutz geht nahtlos ineinander über. Frühere Versicherungszeiten werden angerechnet, sodass die regulären Wartezeiten der PKV entfallen. Nur bei Zusatzversicherungen sind Wartezeiten möglich.

    Für Personen, die älter als 55 Jahre sind, ist der Wechsel in die GKV fast unmöglich. Es gibt jedoch Ausnahmen. Liegt beispielsweise das Einkommen unter 520 Euro pro Monat (Minijob-Verdienstgrenze), ist es für Rentner im Rahmen einer Familienversicherung möglich, in die GKV zu wechseln.

    Spätestens beim Arztbesuch müssen Versicherte den Arzt informieren, dass die Abrechnung über die PKV erfolgt und nicht mehr über die gesetzliche Krankenversicherung.

    Wichtig ist die Info über den Krankenversicherungswechsel an den Arbeitgeber. Um den Arbeitgeberzuschuss richtig zu berechnen, braucht er diese Bescheinigung.

    Ja, die gesetzliche Krankenkasse braucht einen Nachweis, dass Versicherte einen gültigen Vertrag haben. Geht dieser Nachweis der Folgeversicherung nicht bei der Krankenkasse ein, wird die Kündigung möglicherweise ungültig. Denn dieser wichtige Versicherungsschutz sollte lückenlos sein.

    Ja, viele Versicherungen geben an ihre Kunden eine Mitgliedskarte aus, die sogenannte Card für Privatversicherte. Darauf sind Versicherungsdaten gespeichert. Die Karte ist vor allem wichtig, wenn ein Krankenhausbesuch ansteht. Krankenhäuser rechnen die Kosten für Unterbringung und Zuschläge direkt mit der Versicherung ab.

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