Ehepartner profitieren von der privaten Kranken­versicherung.

Krankenversicherung für Ehepartner: Sparpotenzial bei GKV und PKV

Welche Form der Krankenversicherung sich für Sie als Hausfrau oder Hausmann anbietet – gesetzlich oder privat – hängt einerseits von Ihrem Einkommen ab und richtet sich andererseits nach dem Beruf Ihres Ehepartners.

In der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) profitieren Sie beispielsweise von der kostenlosen Familienversicherung über ihren Ehemann oder ihre Ehefrau. Das gilt jedoch nur bis zu einem bestimmten Einkommen.

Die private Krankenversicherung (PKV) bietet Ihnen insbesondere Vorteile, wenn Ihr Ehe- oder Lebenspartner im Staatsdienst arbeitet, etwa als Beamter. In diesem Fall haben Sie häufig Anspruch auf Beihilfe durch seinen Dienstherrn, sodass sich die Kosten für den Gesundheitsschutz auf ein Minimum reduzieren.

Themen dieser Seite

GKV

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Für die GKV gibt es verschiedene Varianten.

Beiträge

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So setzen sich die Kosten in der GKV zusammen.

PKV

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Ehepartner von Beamten profitieren durch die Beihilfe .

GKV oder PKV

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Kosten & Leistungen unterscheiden sich für Ehepartner.

GKV

So funktioniert die gesetzliche Krankenversicherung für Ehepartner

Für Sie als Hausfrau oder Hausmann gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung verschiedene Möglichkeiten, wie Sie abgesichert sind:

  • Familie Icon
    Familienversicherung

    Sie können sich über Ihren Ehepartner mitversichern, wenn Ihr monatliches Einkommen unter 450 Euro liegt und Ihr Partner Mitglied in einer Krankenkasse ist. So haben Sie Anspruch auf alle Leistungen der GKV, ohne dafür einen eigenen Beitrag zu zahlen. In der Familienversicherung können auch Ihre Kinder bis zum 18. Lebensjahr mitversichert werden. Wenn sich der Nachwuchs anschließend noch in einer Ausbildung oder im Studium befindet, greift der Schutz sogar bis zum 25. Lebensjahr.

  • Leistungsumfang Icon
    Pflichtversicherung

    Verdienen Sie als Hausfrau oder Hausmann mehr als 450 Euro im Monat, gelten Sie damit als sozialversicherungspflichtig beschäftigt und müssen sich selbst krankenversichern. Der Beitrag für die GKV liegt bei 14,6 Prozent Ihres Einkommens. Ihr Arbeitgeber beteiligt sich dabei zur Hälfte an den Kosten. Dies gilt ebenfalls für den kassenindividuellen Zusatzbeitrag, der im Durchschnitt 0,9 Prozent beträgt.

  • Abschluss Icon
    Freiwillige Krankenversicherung

    Die freiwillige Mitgliedschaft in der GKV kommt für Sie infrage, wenn Sie selbst kein Einkommen vorweisen können, eine Familienversicherung jedoch nicht möglich ist, weil Ihr Ehepartner Privatpatient ist. Für die Beitragsberechnung wird ein Gesamteinkommen von mindestens 1.038 Euro im Monat als Basis angenommen. 14,6 Prozent davon plus Zusatzbeitrag müssen Sie an die gewählte Krankenkasse zahlen. Die Kosten tragen Sie als freiwillig Versicherter komplett aus eigener Tasche.

Regelung für den Übergangsbereich

Das sind die Regeln für den Übergangsbereich für Ehepartner

Arbeitnehmer, die zwischen 450 Euro und 1.300 Euro im Monat verdienen, gelten als Beschäftigte im sogenannten Übergangsbereich. Damit müssen sie niedrigere Sozialversicherungsbeiträge zahlen als Pflichtversicherte mit einem höheren Einkommen. Wie hoch der Krankenkassenbeitrag genau ausfällt, wird anhand einer komplexen Formel berechnet.

Beiträge

Welche Besonderheiten gibt es bei der gesetzlichen Krankenversicherung?

In der gesetzlichen Krankenversicherung ist ein Großteil der Leistungen vorgeschrieben. Dies hat zur Folge, dass es zwischen den Kassen nur geringe Unterschiede bei der Gesundheitsversorgung gibt. Alle Krankenkassen bieten Ihnen einen medizinischen Grundschutz mit Standardbehandlungen.

Wie teuer die GKV für Sie als Hausfrau oder Hausmann wird, ist von der Art ihrer gesetzlichen Absicherung abhängig. Während die Familienversicherung für Sie kostenlos ist, ergeben sich zwischen der Pflichtversicherung und der freiwilligen Mitgliedschaft Kostenunterschiede:

Einkommensgrenze für die Beihilfe

Einkommensgrenzen für Ehepartner

Um von der Beihilfe Ihres verbeamteten Ehepartners zu profitieren, darf Ihr Einkommen maximal 8.652 Euro bis 18.000 Euro im Jahr betragen. Die Obergrenze unterscheidet sich je nach Bundesland. Für Bundesbeamte gilt, dass das Einkommen im zweiten Kalenderjahr vor der Antragstellung nicht höher als 17.000 Euro sein darf.

PKV

Private Krankenversicherung: Welche Voraussetzungen gelten für Ehepartner?

Die private Krankenversicherung bietet Ihnen durch Ihre umfassenden und individuell zusammenstellbaren Leistungen einen Top-Gesundheitsschutz. Für Hausfrauen oder Hausmänner ist die private Absicherung jedoch nur unter bestimmten Bedingungen zugänglich:

  • Kosten Icon
    Kein oder geringes Einkommen

    Verdienen Sie im Monat weniger als 450 Euro oder haben Sie kein eigenes Einkommen, können Sie sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen und in die PKV wechseln. Vor dem Vertragsabschluss müssen Sie einige Fragen zu Ihrem Gesundheitszustand und möglichen Vorerkrankungen beantworten. Diese sogenannte Gesundheitsprüfung hat Einfluss auf den Beitrag.

  • Paar Icon
    Beamtenverhältnis des Ehepartners

    Als Ehe- oder Lebenspartner eines Beamten genießen Sie die Vorteile der Beihilfe. Damit beteiligt sich der Dienstherr an den Krankheitskosten, sodass Sie nur noch einen kleinen Teil davon über die PKV selbst absichern müssen. Während die Beihilfe für Beamte meist 50 Prozent beträgt, erhalten Familienangehörige sogar einen Zuschuss von 70 Prozent (Ehepartner) bis 80 Prozent (Kinder).

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    Einkommensgrenze für Beihilfe

    Um von der Beihilfe Ihres verbeamteten Ehepartners zu profitieren, darf Ihr Einkommen maximal 8.652 Euro bis 18.000 Euro im Jahr betragen. Die Obergrenze unterscheidet sich je nach Bundesland. Für Bundesbeamte gilt, dass das Einkommen im zweiten Kalenderjahr vor der Antragstellung nicht höher als 17.000 Euro sein darf.

Auswahl

Unterschiede zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung

Die folgende Übersicht zeigt Ihnen, dass es für Sie zwischen der gesetzlichen und der privaten Krankenversicherung deutliche Unterschiede beim Preis, aber auch bei den Leistungen gibt:

PKV GKV (pflichtversichert) GKV (freiwillig versichert)
Beitragsberechnung Abhängig vom Alter und Gesundheits­zustand Prozentualer Anteil vom Einkommen Prozentualer Anteil vom Einkommen (Mindesteinkommen von 1.038 Euro)
Krankenversicherungs­beitrag (ohne Pflege­versicherung) Ab 230,25 Euro im Monat (ohne Beihilfe)* Für beihilfe­berechtigte Personen ab 125,92 Euro im Monat* 42,27 Euro im Monat (bei einem Gesamt­einkommen von 700 Euro brutto und 0,9 Prozent Zusatzbeitrag) 160,89 Euro im Monat (auf Basis des Mindest­einkommens und inklusive 0,9 Prozent Zusatzbeitrag)
Zuschuss Beihilfe nur für Ehepartner von Beamten Mindestens 50 Prozent des gesamten Kassenbeitrags Nein
Arzt- und Klinikwahl Frei wählbar Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik
Leistungen Individuell wählbar Gesetzlich vorgeschrieben Gesetzlich vorgeschrieben
Medikamente Volle Kostenerstattung Kosten­erstattung nur für verschreibungs­pflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro Kosten­erstattung nur für verschreibungs­pflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro
PKV oder GKV für Ehepartner?
Beitragsberechnung
PKV Abhängig vom Alter und Gesundheitszustand
GKV (pflichtversichert) Prozentualer Anteil vom Einkommen
GKV (freiwillig versichert) Prozentualer Anteil vom Einkommen (Mindest­einkommen von 1.038 Euro)
Krankenversicherungsbeitrag (ohne Pflegeversicherung)
PKV Ab 230,25 Euro im Monat (ohne Beihilfe)* Für beihilfeberechtigte Personen ab 125,92 Euro im Monat*
GKV (pflichtversichert) 42,27 Euro im Monat (bei einem Gesamteinkommen von 700 Euro brutto und 0,9 Prozent Zusatzbeitrag)
GKV (freiwillig versichert) 160,89 Euro im Monat (auf Basis des Mindesteinkommens und inklusive 0,9 Prozent Zusatzbeitrag)
Zuschuss
PKV Beihilfe nur für Ehepartner von Beamten
GKV (pflichtversichert) Mindestens 50 Prozent des gesamten Kassenbeitrags
GKV (freiwillig versichert) Nein
Arzt- und Klinikwahl
PKV Frei wählbar
GKV (pflichtversichert) Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik
GKV (freiwillig versichert) Arzt mit Kassenzulassung, nächstgelegene Klinik
Leistungen
PKV Individuell wählbar
GKV (pflichtversichert) Gesetzlich vorgeschrieben
GKV (freiwillig versichert) Gesetzlich vorgeschrieben
Medikamente
PKV Volle Kostenerstattung
GKV (pflichtversichert) Kosten­erstattung nur für verschreibungs­pflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro
GKV (freiwillig versichert) Kosten­erstattung nur für verschreibungs­pflichtige Medikamente + Zuzahlung von 5 bis 10 Euro

* laut PKV Tarifrechner für eine 37-jährige Frau mit guten Zahnleistungen, Zweibettzimmer mit Chefarztbehandlung, 300 Euro Selbstbeteiligung im Jahr und 75 Euro Krankengeld.

Fazit: Für Sie als Hausmann oder Hausfrau bietet sowohl die GKV als auch die PKV Vorteile. Während Ihnen in der gesetzlichen Krankenversicherung oftmals die Familienversicherung offensteht, können Sie als Ehepartner eines Beamten von der Beihilfe profitieren.

Sind beide Optionen für Sie nicht möglich, ist der gesetzliche Gesundheitsschutz in der Regel die bessere Wahl. Denn selbst als freiwilliges Kassenmitglied sind die monatlichen Kosten noch deutlich geringer als in der PKV. Wichtig ist, keine vorschnelle Entscheidung zu treffen, sondern beide Optionen gegeneinander abzuwägen.

Entscheidung gut überlegen

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Auch wenn die PKV mit ihren Leistungen überzeugt, sollten Hausfrauen und Hausmänner diesen Schritt genau durchdenken. Denn die Entscheidung, sich von der Versicherungspflicht befreien zu lassen, ist bindend. Ein Wechsel zurück in die GKV ist nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich.

Fragen und Antworten für Ehepartner

Berater Hero

Ehepartner können je nach Lebens­lage ent­scheiden.

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