Unterstützung der Kranken­versicherung für Menschen mit Behinderung.

Anja Schlicht - Krankenversicherung.net Redaktion

Krankenversicherung.net Redakteurin

Den richtigen Krankenversicherungsschutz für Menschen mit Behinderung

Wer selbst behindert ist oder Elternteil eines körperlich oder geistig behinderten Kindes, weiß, dass behinderte Menschen häufig einen höheren medizinischen Grundbedarf haben. Neben Hilfsmitteln werden auch verstärkt Behandlungen aus dem Bereich der Physiotherapie, Ergotherapie und Logopädie sowie der häuslichen Pflege in Anspruch genommen. Dahingehend ist es besonders wichtig, dass die Krankenversicherung hier problemlos Kosten erstattet.

PKV oder GKV: Was ist sinnvoller bei einer Behinderung?

Im Allgemeinen bietet die private Krankenversicherung zahlreiche Vorteile gegenüber der gesetzlichen Krankenversicherung. Allerdings sind die privaten Krankenversicherer wirtschaftliche Unternehmen, die die Versicherungsbeiträge auch anhand einer Risikokalkulation festmachen. Dies bedeutet, dass bei jedem Versicherten erhoben wird, mit welchen durchschnittlichen Behandlungskosten zu rechnen ist. Dabei ist nicht nur das Alter und Geschlecht des Versicherten erheblich. Auch der allgemeine Gesundheitszustand wird bei der Berechnung herangezogen. Daher findet vor Vertragsabschluss eine Gesundheitsprüfung statt, die nicht nur den aktuellen Gesundheitszustand festhalten soll, sondern auch Vorerkrankungen erfragt, um etwa das Risiko von Folgeerkrankungen abzuwägen.

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    Private Krankenversicherung

    Auch für behinderte Menschen steht vor Eintritt in die private Krankenversicherung eine Gesundheitsprüfung. Allerdings kommt es nicht selten vor, dass Menschen, die geistig oder körperlich behindert sind, von der PKV abgelehnt werden. Dies gilt insbesondere dann, wenn die Behinderung durch Vorerkrankungen entstanden ist. Zwar dürfen laut dem Gleichbehandlungsgesetz Behinderungen bei dem Abschluss eines Vertrags keine Rolle spielen, bei der Gesundheitsprüfung dürfen aber sehr wohl Vorerkrankungen, die zu der Behinderung geführt haben, als Risikofaktor und damit Ablehnungsgrund angeführt werden. Dies stellt dabei keine Diskriminierung im Sinne des Gleichbehandlungsgesetzes dar, da gesunde Antragssteller die gleiche Gesundheitsprüfung durchlaufen müssen.

    Selbst wenn es nicht zu einer Ablehnung kommt, muss mit einer Behinderung bei der PKV mit teilweise sehr hohen Risikozuschlägen gerechnet werden. Häufig besteht auch nur die Möglichkeit den sogenannten Basistarif abzuschließen, der allerdings nur geringe Leistungen im Vergleich zu den Top-Tarifen bietet. 

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    Gesetzliche Krankenversicherung

    Oft ist es vorteilhafter mit einer Behinderung eine gesetzliche Krankenkasse zu wählen. Da die gesetzlichen Krankenversicherer an den gesetzlich vorgeschriebenen Versorgungskatalog gebunden sind, unterscheiden sich bei einer Behinderung die Krankenkassen hinsichtlich ihrer Leistungen nur wenig. Dennoch lohnt es sich, bei einem angestrebten Krankenkassenwechsel auch Informationen zu etwaigen Zusatzleistungen einzuholen.

Konkretes Beispiel für Unterstützung durch die Kasse

Die Eltern eines hörgeschädigten Kindes beantragen bei ihrer Krankenkasse die Erstattung eines Hörgerätes. Laut Hilfsmittelverzeichnis werden die Kosten für bestimmte Hörgeräte übernommen, die Eltern haben sich allerdings für ein besseres und teureres Modell entschieden. Die Krankenkasse übernimmt nun im Regelfall nur die Kosten des günstigeren im Hilfsmittelverzeichnis aufgeführten Modells. Den Rest müssen die Eltern selbst bezahlen. Ähnlich verhält es sich auch mit anderen Hilfsmitteln. Die Verschreibung durch den behandelnden Arzt garantiert keine vollständige Kostenübernahme.

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