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Selbstständige: Qual der Wahl bei der Kranken­versicherung

Selbstständige und Freiberufler können bei der Krankenversicherung zwischen den gesetzlichen Krankenkassen und der privaten Krankenvollversicherung frei wählen. Welche Form der Krankenversicherung für sie empfehlenswert ist, lässt sich jedoch nicht pauschal sagen, sondern ist stark von der persönlichen beruflichen und familiären Situation abhängig.
Ist die PKV oder die GKV für Selbstständige günstiger?

Ist die PKV oder die GKV für Selbstständige günstiger?

Die gesetzliche und die private Krankenversicherung unterscheiden sich nicht nur hinsichtlich der angebotenen Leistungen. Auch die Beitragserhebung erfolgt unter grundsätzlich verschiedenen Maßstäben. Diese beiden Faktoren sollten Selbstständige bei der Wahl ihrer Krankenversicherung berücksichtigen.

 

Wie hoch der Beitrag für die gesetzliche Krankenkasse ausfällt, hängt vom Einkommen ab. Bei der privaten Krankenversicherung spielt dieses dagegen keine Rolle. Vor allem gutverdienende Selbstständige können hier von geringeren Krankenversicherungskosten profitieren. Die Prämie wird stattdessen ermittelt anhand

 

  • des Alters des Versicherten,
  • des persönlichen Gesundheitszustands und
  • der gewünschten Leistungen.

 

Ein Mehr an Leistungen bedeutet einen höheren Krankenversicherungsbeitrag. Junge und gesunde Versicherte zahlen hingegen vergleichsweise niedrige Beiträge.

Selbstständiger mit privater Krankenversicherung

Tipp: Da die Beitragshöhe für die private Kranken­versicherung von individuellen Faktoren geprägt ist, ist es sinnvoll, wenn Selbstständige beim Vergleich verschiedener Tarife auf ein zugeschnittenes Angebot Wert legen. So erfahren sie im Detail, welche Leistungen zu welchem Beitrag möglich sind.

Der gesetzliche Krankenkassenbeitrag ist einkommensabhängig. Bei Selbstständigen mit einem Einkommen über 4.537,50 Euro monatlich (Stand 2019) beträgt der Beitrag ohne Krankengeldanspruch inklusive gesetzlicher Pflegeversicherung rund 774 Euro pro Monat plus kassenindividuellen Zusatzbeitrag.

Mit Anspruch auf Krankengeld zahlen sehr gut verdienende Selbstständige mindestens 800 Euro. Zum Einkommen zählen auch Einnahmen aus Vermietung und Verpachtung, Erträge aus Kapitalvermögen und Renten.

 

Für gut situierte Selbstständige ist die gesetzliche Kranken­versicherung somit sehr teuer – gleichzeitig stellen die Gesundheitsleistungen nur eine Grundversorgung dar. Selbstständige mit einem hohen Verdienst sind daher besser mit einer privaten Krankenversicherung beraten. Hier fallen für einen 30-jährigen Modellkunden beispielsweise nur 440 Euro im Monat an, wie ein Blick auf den PKV-Vergleichsrechner zeigt.

 

Wer ein niedrigeres Einkommen hat, zahlt entsprechend weniger. Es gibt jedoch einen Mindestbeitrag, der 2019 bei rund 177 Euro monatlich plus Zusatzbeitrag liegt. Ursache ist, dass die Krankenkasse von einem monatlichen Mindesteinkommen von circa 1.038 Euro ausgeht, unabhängig davon, ob Selbstständige weniger verdienen.

Tipp: Da die Kosten der Krankenversicherung vom Einkommen abhängen, sollten Selbstständige nicht die erstbeste Krankenkasse wählen. Durch den Zusatzbeitrag variieren die monatlichen Ausgaben bei einem Verdienst von beispielsweise 2.500 Euro zwischen 430 Euro und 480 Euro inklusive Krankengeld.

Welche Vor- und Nachteile hat die PKV oder die GKV für Selbstständige?

Sowohl bei PKV als auch GKV gibt es Vor- und Nachteile für Selbstständige, wie die Übersicht zeigt.

Private Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung

Welche Tarife sind sinnvoll?

Selbstständige, die gesetzlich versichert sind, können sich durch einen Krankenkassenwechsel bessere Leistungen sichern. Die Regelversorgung unterscheidet sich zwischen den verschiedenen Kassen jedoch nicht.

 

Anders verhält es sich bei der privaten Krankenversicherung. Hier haben die Anbieter gleich mehrere Tarife im Angebot, die ganz unterschiedliche Leistungen und Beitragsniveaus bieten. Je nachdem, auf welche Leistungen Selbstständige Wert legen, empfehlen sich Tarife mit einem soliden Grundschutz, mit erweiterten Leistungen oder einer Rundum-Absicherung.

Was passiert nach einer Insolvenz, wenn man als Selbstständiger privat versichert ist?

Nicht jeder Schritt in die Selbstständigkeit ist erfolgreich. Scheitert die Existenzgründung oder wird das Geschäft aufgegeben, beispielsweise aus Altersgründen, sollten Selbstständige im Voraus wissen, welche Konsequenzen das für ihre Krankenversicherung hat. Grundsätzlich verliert niemand seinen Versicherungsschutz, da es eine allgemeine Krankenversicherungspflicht in Deutschland gibt.

 

Allerdings stellt sich dann immer noch die Frage, ob man als privat versicherter Selbstständiger weiterhin in der PKV bleibt oder eine Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung erfolgt. Generell gilt: Eine Rückkehr ist nur möglich, wenn wieder ein versicherungspflichtiges Beschäftigungsverhältnis aufgenommen wird. Dabei muss das Einkommen unter der aktuellen Versicherungspflichtgrenze (60.750 Euro brutto jährlich, Stand 2019) liegen.

Andernfalls verbleibt der Versicherte in der PKV. Gleiches gilt für Personen ab 55 Jahren, unabhängig davon, ob sie sozialversicherungspflichtig angestellt sind.