Das sollten Sie über die Versicherungs­pflichtgrenze wissen.

Definition

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Die Grenze ist vor allem für Arbeitnehmer wichtig.

Anwendung

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Sie gilt ausschließlich in der privaten Kranken­versicherung.

Entwicklung

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Wie hat sie sich in den letzten Jahren entwickelt.

Besondere Grenze

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Für langjährig Privatversicherte gelten Ausnahmen.

Versicherungspflichtgrenze – Was ist das?

Die Versicherungspflichtgrenze spielt eine wichtige Rolle, wenn Sie sozialversicherungspflichtig angestellt sind und in die private Krankenversicherung wechseln wollen. Denn erst wenn Ihr Jahreseinkommen über dem auch als Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) bekannten Wert liegt, dürfen Sie sich von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien und Privatversicherter werden.

2019 liegt die Jahresarbeitsentgeltgrenze bei 60.750 Euro brutto. Das entspricht einem monatlichen Einkommen von 5.062,50 Euro. 2020 steigt die Grenze auf 62.550 Euro (5.212,50 Euro/Monat).

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Sind Sie verbeamtet, Student oder arbeiten als Selbstständiger oder Freiberufler, betrifft Sie die Versicherungspflichtgrenze nicht. Sie können sich unabhängig vom Einkommen privat versichern.

Anwendung

Überschreiten der Versicherungspflichtgrenze

Früher mussten Arbeitnehmer mindestens drei Jahre mit ihrem Einkommen über der Jahresarbeitsentgeltgrenze liegen. Heute reicht es aus, wenn dies für vorausschauend zwölf Monate der Fall ist. Sie werden dann von ihrer Krankenkasse informiert, dass ihre Versicherungspflicht endet und sie nun zwischen der freiwilligen gesetzlichen Krankenversicherung und der privaten Krankenversicherung wählen müssen.

Wollen Sie in die PKV wechseln, können Sie dieses Vorhaben innerhalb von zwei Wochen nach Erhalt des Schreibens der Krankenkasse umsetzen. Bleiben Sie zunächst in der freiwilligen Krankenversicherung, ist der Wechsel weiterhin möglich. Sie müssen sich dann allerdings an die zweimonatige Kündigungsfrist halten.

Zum Jahresarbeitsentgelt, das bei der Versicherungspflichtgrenze berücksichtigt wird, zählen nicht nur monatliche Gehaltszahlungen, sondern auch:

  • Vermögenswirksame Leistungen
  • Weihnachts- und Urlaubsgeld
  • Überstundenvergütungen
  • Sachbezüge
Diese Faktoren werden in der Versicherungspflichtgrenze berücksichtigt

Unterschreiten der Versicherungspflichtgrenze

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Sobald Sie als Arbeitnehmer mit Ihrem Einkommen unter die JAEG fallen, sind Sie wieder in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) versicherungspflichtig. Das bedeutet, Sie müssen aus der privaten Krankenversicherung austreten und sich wieder gesetzlich versichern.

Unterschiede

Kostenunterschied zwischen freiwilliger und privater Krankenversicherung

Eine hervorragende private Krankenversicherung mit einem ausgewogenen Mix aus Preis und Leistung gibt es einer aktuellen Untersuchung vom Wirtschaftsmagazin Focus-Money zufolge zwischen 454 Euro und 534 Euro monatlich. Bedenken Sie dabei, dass sich Ihr Arbeitgeber zu 50 Prozent an den Kosten beteiligt, sodass sich Ihr Anteil auf 227 Euro bis 267 Euro reduziert.

Als freiwilliges Mitglied der gesetzlichen Krankenkasse zahlen Sie 2020 dagegen mindestens 349 Euro pro Monat. Der Anteil Ihres Arbeitsgebers ist dabei schon berücksichtigt.

Unterschiede der Versicherungspflichtgrenze

Unterschied zwischen Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze

Häufig werden die Begriffe Versicherungspflichtgrenze und Beitragsbemessungsgrenze verwechselt. Beide sind für den Bereich der Krankenversicherung wichtig. Doch während die Jahresarbeitsentgeltgrenze per Definition die Trennlinie zwischen der Versicherungspflicht und der Versicherungsfreiheit darstellt, ist die Beitragsbemessungsgrenze für die Beitragsberechnung wichtig. Denn nur bis dahin wird der Krankenkassenbeitrag erhoben. 2020 liegt die Beitragsbemessungsgrenze bei monatlich 4.687,50 Euro. Verdienen Sie mehr, bleibt die Differenz beitragsfrei.

Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze

Die Jahresarbeitsentgeltgrenze orientiert sich an der Entwicklung der Bruttolöhne von Arbeitnehmern: Maßgeblich ist dabei der Trend vom vorletzten Jahr zum vergangenen Jahr. Seit 2011 ist die Grenze dabei stetig gestiegen. 2020 beträgt die Zunahme beispielsweise rund drei Prozent. Aufgrund der Entwicklung der Versicherungspflichtgrenze erreichen immer mehr Arbeitnehmer die Voraussetzungen für die PKV nicht, sodass der Anteil der privatversicherten Angestellten immer kleiner wird.

Jahr Jahresbrutto­einkommen Veränderung zum Vorjahr
2016 56.250€ 2,5%
2017 57.600€ 2,4%
2018 59.400€ 3,1%
2019 60.750€ 2,3%
2020 62.550€ 3,0%

Besondere Versicherungspflichtgrenze

Bis in die 2000er Jahre entsprach die Versicherungspflichtgrenze der Beitragsbemessungsgrenze. 2003 wurde die Jahresarbeitsentgeltgrenze jedoch deutlich von 40.500 Euro auf 45.900 Euro jährlich angehoben. Mit dem Hochsetzen der Grenze behielt die gesetzliche Krankenversicherung mehr zahlungskräftige Beitragszahler, da sie sich trotz Erreichen der Bemessungsgrenze noch nicht privat versichern konnten.

Im gleichen Zuge wurde die sogenannte besondere Versicherungspflichtgrenze für alle Beschäftigten eingeführt, die bis zum 31. Dezember 2002 privatversichert gewesen waren. Sie entspricht der Beitragsbemessungsgrenze. Durch die besondere Grenze wurde vermieden, dass alle bereits privatversicherten Arbeitnehmer plötzlich ihre private Krankenversicherung verlieren.

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