So klappt die Rück­kehr in die gesetzliche Kranken­versicherung.

Voraussetzungen

Je nach Lebenslage gelten andere Voraus­setzungen für eine Rückkehr.

Rückkehr

Die Rückkehr in die GKV kann auch einige Nachteile mit sich bringen.

Wichtiges

Die Rückkehr in die GKV hat Folgen, die gut überlegt sein sollten.

Möglichkeiten

Im Notfall gibt es zwei Möglichkeiten, um zurück in die GKV zu kommen.

Rückkehr in GKV: Von der privaten in die gesetzliche Kranken­versicherung wechseln

Die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Kranken­versicherung (GKV) ist oftmals nur unter engen Voraussetzungen möglich. Angestellte müssen ihr Einkommen so reduzieren, dass sie unter die Versicherungs­pflichtgrenze fallen. Ab 55 Jahren ist der Wechsel von der PKV zurück in die GKV schwierig bis unmöglich.

Voraussetzungen

In die GKV unter bestimmten Voraus­setzungen zurückkehren

Wer einmal aus der gesetzlichen Krankenkasse in die private Krankenversicherung gewechselt ist, kann nicht ohne Weiteres zurück. Der Gesetzgeber will vermeiden, dass Versicherungsnehmer in jungen Jahren von den niedrigen Beitragssätzen der PKV profitieren und später – mit steigendem Alter – auf die womöglich preiswertere GKV ausweichen. Dennoch gibt es verschiedene Möglichkeiten zur Rückkehr in die gesetzliche Absicherung. Diese sind jedoch davon abhängig, ob der Versicherter bisher Angestellter oder Selbstständiger ist beziehungsweise war, von der Versicherungspflicht befreit oder die Altersgrenze von 55 Jahren überschritten wurde.

Voraussetzungen für Angestellte / Arbeitnehmer

Für Angestellte führt der Weg zurück in die GKV über ein Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze. Das heißt ein regelmäßiges Bruttoeinkommen unter 60.750 Euro pro Jahr (Ab 2020: 62.550 Euro), variable Gehaltsbestandteile zählen hier nicht (insbesondere variable Provisionen).

Sollte der Arbeitgeber die Stunden verringern, das Weihnachtsgeld oder 13. Gehalt streichen beziehungsweise das Einkommen auf Festgehalt plus Provisionen verändern, so kann es zu oben genanntem Fall kommen. Der Arbeitnehmer wird dann ab dem Änderungszeitpunkt des Arbeitsvertrages versicherungspflichtig (gem. SGB 5 §5) und kann zurück in die gesetzliche Krankenversicherung. Eine andere Möglichkeit besteht darin, einen Teil des Verdienstes durch die sogenannte Entgeltumwandlung in eine betriebliche Altersvorsorge zu stecken. 2019 dürfen allerdings nur maximal 3.216 Euro umgewandelt werden.

Voraussetzungen für Selbstständige

Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist für Selbstständige nur möglich, wenn sie ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis eingehen. Dabei muss das Einkommen jedoch unter der Versicherungspflichtgrenze liegen.

Für Selbstständige über 55 Jahren, die ihr Gewerbe aufgeben müssen, gibt es die Möglichkeit, in die Familienversicherung des Ehe beziehungsweise eingetragenen Lebenspartners zu wechseln (vgl. SGB 5 §10 Abs. 1 Punkt 5.). Voraussetzung ist, dass sie ihr Gewerbe aufgegeben haben und kein Gesamteinkommen über 415 Euro monatlich haben (hierzu zählen auch Mieteinnahmen und so weiter).

Voraussetzungen für Personen über 55 Jahren

Für Personen über 55 Jahren ist ein Wechsel fast ausgeschlossen. Eine Ausnahme besteht jedoch bei der Aufnahme in die Familienversicherung des Partners, sofern das eigene Einkommen unter 425 Euro liegt, beziehungsweise bei einem Minijob unter 450 Euro im Monat. Eingeführt wurde diese Altersgrenze im Zuge der Gesundheitsreform im Jahre 2000 von der damaligen Gesundheitsministerin Andrea Fischer.

Bis zu diesem Zeitpunkt wurde in jungen Jahren häufig in die private Krankenversicherung gewechselt – obwohl eventuell eine freiwillige Versicherung in der GKV in Betracht gekommen wäre – und im Alter ging es wieder zurück zu einer gesetzlichen Krankenkasse. Da der Kostenaufwand für die Kassen für junge Versicherte deutlich geringer als für ältere Menschen ist, führte dies zu einer starken Mehrbelastung der Solidargemeinschaft. Hier entlastete der Gesetzgeber die Kassen erheblich mit der Einführung dieser Altersgrenze.

Welche Voraussetzungen gelten für Angestellte, Selbstständige oder für Menschen über 55?

Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer
Wichtiger Aspekt zur Privaten Krankenversicherung

Rückkehr in die GKV aus Kostengründen

Wollen Sie aus Kostengründen in die GKV zurückkehren, müssen Sie generell abwägen, ob es sich für Sie lohnt, Ihr Einkommen so zu reduzieren, dass Sie unter die Entgeltgrenze fallen. Übersteigt es die Grenze deutlich, rechtfertigen die eingesparten Krankenkassenbeiträge durch den Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung die Reduzierung des Einkommens wahrscheinlich nicht.

Zurück in die GKV

Von der PKV zurück in die GKV – wichtige Aspekte

Privatpatienten befassen sich mit der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung oft erst dann, wenn ihre private Absicherung zu teuer wird. Ein weiterer Grund kann sein, dass die GKV aufgrund mitzuversichernder Kinder durch die kostenlose Familienversicherung günstiger ist, auch wenn die Leistungen dort nicht so umfassend wie in der PKV sind. Darüber hinaus können sich auch einfach die Einkommensverhältnisse oder der Verdienst geändert haben, sodass die private Krankenversicherung dazu nicht mehr passt.

Zurück in die GKV oder die Anpassung der Leistungen in der PKV?

Krankenversicerung für Selbstständige

Rückkehr aus der PKV

In jedem Fall sollten Privatversicherte genau überlegen, ob sie zurück in die gesetzliche Krankenversicherung gehen wollen. Der von der PKV gebotene Versicherungsschutz ist gegenüber den Möglichkeiten der GKV in der Regel besser. Auch kann der Schutz preiswerter sein, wenn beispielsweise gutverdienende Angestellte nach der Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung den Höchstbetrag zahlen. Dies ist darauf zurückzuführen, dass sich der Krankenkassenbeitrag am Einkommen orientiert. Bei der privaten Krankenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung gehaltsunabhängig.

Anpassung der Leistungen als Alternative zur Rückkehr in die GKV

Wer weiter privat versichert bleiben will oder muss, da ihm die Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung verwehrt bleibt, kann mit bestimmten Maßnahmen versuchen, den PKV-Beitrag zu senken. So besteht die Möglichkeit, den Selbstbehalt zu erhöhen oder in einen Tarif zu wechseln, der die gleichen Leistungen günstiger anbietet. Als letzter Schritt bleibt der Wechsel in den Standard- oder Basistarif. Diese dürfen maximal so teuer sein wie der Höchstbeitrag zur GKV und bieten der gesetzlichen Absicherung gleichwertige Leistungen.

Der PKV Basistarif darf 2019 maximal 703,32 Euro im Monat kosten. Wenn der Versicherte gemäß dem Sozialgesetzbuch hilfebedürftig ist und einen hohen PKV Beitrag zahlen muss, kann dieser vom zuständigen Sozialversicherungsträger voll übernommen werden.

Letzter Ausweg für die Rückkehr in die GKV

Sollten alle regulären Wege scheitern, um in die gesetzliche Krankenversicherung zurückzukommen, haben Sie noch mindestens zwei Möglichkeiten.

Arbeitslos melden

Solange Selbstständige oder Angestellte die Altersgrenze nicht erreicht haben, können sie durch zwei besonders rabiate Schritte in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Sie melden sich entweder arbeitslos. Bei Bezug des Arbeitslosengeldes I können sie sich gesetzlich krankenversichern.

Auslandsaufenthalt

Oder sie ziehen in ein europäisches Ausland mit Krankenversicherungspflicht um, wie die Niederlande, beziehungsweise nehmen dort einen Job an. Nach mindestens 12 Monate, können sie bei der Rückkehr nach Deutschland unter Bewahrung der Kündigungsfrist den Vertrag mit der PKV beenden und innerhalb von drei Monaten in eine gesetzliche Krankenkasse wechseln.

Expertenhilfe

Prinzipiell sieht der Gesetzgeber einen Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung nicht vor. Bei vielen Versicherten ist es daher schwierig zu ermitteln, ob eine Rückkehr möglich ist oder nicht. Daher sollten sich Privatversicherte in jedem Fall an einen Versicherungsexperten wenden, um ihre persönliche Situation zu klären.

Achtung: Eine späte Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist mit einem großen Nachteil verbunden. Waren Privatversicherte in der zweiten Hälfte Ihres Erwerbslebens weniger als 90 Prozent gesetzlich versichert, besteht kein Recht auf die Krankenversicherung für Rentner (KVdR). Diese ist im Vergleich zu einer dann fälligen freiwilligen Versicherung günstiger, da der Kassenbeitrag nicht auf private Einkünfte wie Mieteinnahmen zu zahlen ist.

Fragen und Antworten zur Rückkehr in die GKV

Was müssen Angestellte bei der Rückkehr in die GKV beachten?

Angestellte können in die GKV zurückkehren, wenn ihr Bruttoeinkommen mindestens ein Jahr lang unter die Versicherungspflichtgrenze sinkt. Diese liegt 2019 bei 60.750 Euro pro Jahr, ab 2020 steigt diese auf 62.550 Euro. Weiterlesen

Wann können Selbstständige zurück in die GKV?

Ein Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung ist für Selbstständige möglich, sobald sie ein sozialversicherungspflichtiges Angestelltenverhältnis eingehen und das neue Einkommen unter der Versicherungspflichtgrenze liegt. Weiterlesen

Wie funktioniert die Rückkehr für Studenten?

Studenten, die sich für die Zeit Ihres Studiums für eine private Krankenversicherung entschieden haben, wechseln nach ihrem Studium in der Regel wieder in die GKV. Eine Ausnahme für diese Regel besteht beispielsweise, wenn nach dem Studium ein Beamtenverhältnis eingegangen wird oder das Angestellten-Einkommen über der Versicherungspflichtgrenze liegt.

Ist eine Rückkehr für Personen über 55 Jahren möglich?

Für Personen über 55 Jahren ist eine Rückkehr fast unmöglich. Eine Ausnahme besteht durch die Aufnahme in die Familienversicherung des Ehepartners, möglich ist das allerdings nur wenn das eigene Einkommen unter 425€/Monat liegt. Weiterlesen

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