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Kranken­kassen­­beitrag: Was kostet meine Kranken­kasse 2019?

Gesetzlich Krankenversicherte könnten 2019 einen geringeren Krankenkassen­beitrag zahlen, nachdem das Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent herabgesetzt hat. Doch die Kassen warnen vor einer kurzfristigen Entlastung, die langfristig die Versicherten schultern müssen.

Gesetzliche Krankenversicherung

Gesetzliche Krankenversicherung

Gesetzliche Kranken­kassen: Beitrags­unterschiede von mehreren Hundert Euro

Seit 2015 gibt es in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) einen Krankenkassenzusatzbeitrag, den die Kassen abhängig von ihrer Finanzlage individuell bestimmen. Das führt dazu, dass manche gesetzlich krankenversicherte Arbeitnehmer lediglich 7,6 Prozent ihres Bruttoeinkommens für ihren Gesundheitsschutz zahlen, während andere einen Krankenkassenbeitrag von 9,1 Prozent entrichten. Bei einem Einkommen von 2.500 Euro brutto entspricht dies einem Unterschied von 450 Euro im Jahr.

Angesichts dieses Sparpotenzials haben schon viele Kassenpatienten ihre Versicherung gewechselt. Denn einerseits sind die Leistungen in der GKV zu 95 Prozent gleich. Große Leistungsunterschiede gibt es daher nicht. Andererseits können Versicherte ganz unkompliziert zu einer neuen Kasse gehen. Besteht die Mitgliedschaft schon länger als 17 Monate, ist der Wechsel jederzeit unter Berücksichtigung einer zweimonatigen Kündigungsfrist zum Monatsende möglich. Wer kürzer versichert ist, kann bei einer Beitragserhöhung von seinem Sonderkündigungsrecht mit gleicher Frist Gebrauch machen.

Krankenkassen­zusatzbeitrag sinkt 2019

Wie sich der Krankenkassenbeitrag 2019 entwickelt, hängt im Wesentlichen von der Finanzlage der jeweiligen Kasse ab. So führen unter anderem der medizinische Fortschritt und Mehrausgaben im Zuge neuer Gesetze im Gesundheitsbereich zu höheren Kosten bei den Krankenkassen. Gleichzeitig nehmen diese durch die sehr gute Beschäftigungslage mehr Geld ein und können somit hochwertige Leistungen bei attraktiven Beiträgen anbieten.

Das Bundesministerium für Gesundheit gab bekannt, dass der Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent fällt. Einige Krankenkassen können diesem Trend folgen und ihren Beitrag ebenfalls absenken. Die Kassen sind an die Entscheidung des Gesundheitsministeriums jedoch nicht gebunden. Erheben sie einen überdurchschnittlichen Zusatzbeitrag, müssen sie ihre Mitglieder allerdings darauf hinweisen, dass sie zu einer günstigeren Kasse wechseln können.

Wie sich der Krankenkassenbeitrag der 25 größten Krankenkassen in den letzten Jahren entwickelt hat, zeigt die folgende Übersicht (alle Angaben in Prozent):

Tech­niker 15,5 % 15,3 %
BARMER 15,7 % 15,7 %
DAK 16,1 % 16,1 %
AOK Bayern 15,7 % 15,7 %
AOK Baden-Würt­tem­berg 15,6 % 15,5 %
AOK PLUS 15,2 % 15,2 %
IKK classic 15,8 % 15,6 %
AOK Rhein­land / Ham­burg 16 % 15,7 %
AOK Nord­west 15,5 % 15,5 %
AOK Nieder­sachsen 15,4 % 15,4 %
AOK Nord­ost 15,5 % 15,5 %
KKH 16,1 % 16,1 %
AOK Hessen 15,6 % 15,5 %
Knapp­schaft 15,7 % 15,7 %
AOK Rhein­land-Pfalz / Saar­land 15,6 % 15,5 %
SBK 15,9 % 15,9 %
BKK Mobil Oil 15,7 % 15,7 %
AOK Sachsen-Anhalt 14,9 % 14,9 %
Audi BKK 15,3 % 15,3 %
VIACTIV 16,3 % 15,7 %
pro­nova BKK 15,8 % 15,8 %
IKK Süd­west 16,1 % 16,1 %
hkk 15,19 % 14,99 %
BAHN-BKK 16,0 % 15,8 %
mhplus 15,7 % 15,58 %

Wie hat sich der Krankenkassen­beitrag bisher entwickelt?

2019 haben über 40 Kassen ihren Krankenkassenbeitrag angepasst. Die Mehrheit von ihnen führte den neuen Beitragssatz zum 1. Januar ein, einige Kassen wie beispielsweise die VIACTIV ändern ihren Beitrag erst zum 01.04.2019. Insgesamt werden viele Krankenkassen ihren Beitrag aufgrund der guten Finanzlage relativ stabil halten können bzw. können ihre Beiträge senken.