Welche Private Krankenversicherung für das eigene Kind?

Kinder gelten hier als Schüler.

Private Kranken­versicherung für Kinder

In der privaten Krankenversicherung (PKV) muss jedes Familienmitglied, egal ob Ehepartner oder Kind, eigenständig versichert werden. Dies hat zwar den Nachteil, dass für jede Person Krankenversicherungskosten anfallen. Im Gegenzug bietet die PKV jedoch umfangreichere Leistungen. Privatversicherte erhalten zudem schneller einen Termin beim Facharzt. Gerade für berufstätige Eltern, die nur wenig Zeit für die Arzttermine der Kinder haben, kann dies ein Pluspunkt sein.

Neugeborene

Muss die private Krankenversicherung Neugeborene versichern?

Die private Krankenversicherung des Elternteils muss das Kind aufnehmen, sofern dies innerhalb von zwei Monaten nach der Geburt beantragt wird. Das hat den Vorteil, dass Gesundheitsfragen und Risikozuschläge entfallen – selbst wenn der Nachwuchs an angeborenen Krankheiten leidet.

Wichtig ist, dass der Elternteil zuvor schon mindestens drei Monate beim Anbieter versichert gewesen ist. Für das Kind darf zudem kein höherer Tarif als der des versicherten Elternteils gewählt werden. Ist beispielsweise die Mutter im Basistarif versichert, kann das Kind nicht in einen Normaltarif eingestuft werden. Wählen Eltern einen anderen privaten Krankenversicherer für ihr Baby als den ihrigen, kann der Anbieter auf eine Gesundheitsprüfung und gegebenenfalls Risikozuschläge bestehen.

Übrigens: Mütter beziehungsweise Väter zahlen während des Mutterschutzes und der Elternzeit weiter ihren PKV-Beitrag. Arbeitnehmer müssen dabei bedenken, dass in der Zeit, in der sie nicht arbeiten, auch keinen Zuschuss zu den PKV-Kosten von ihrem Arbeitgeber erhalten.

Der Private Krankenversierer der Eltern ist verpflichtet den Nachwuchs ohne Gesundheitsprüfung aufzunehmen, wenn die Fristen eingehalten werden.

Krankenversicherung für Familien
Wichtige Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

Wann können Kinder privat krankenversichert werden?

Sind die Eltern privat versichert, ist es naheliegend, dass sie sich bei ihren Kindern ebenfalls für die private Krankenversicherung entscheiden. Aber auch wenn sie Mitglied bei einer gesetzlichen Krankenkasse sind, ist die PKV für den Nachwuchs möglich.

Kosten

Wie hoch sind die Kosten der privaten Krankenversicherung für Kinder?

Da Kinder in der Regel überwiegend Vorsorgeuntersuchungen in Anspruch nehmen und bei Erkrankungen selten einen Facharzt brauchen, rechnen die Versicherer mit geringen Gesundheitsausgaben für ihre jungen Mitglieder. Die private Krankenversicherung ist für Kinder im Vergleich zu Erwachsenen daher günstiger.

Die Kosten einer PKV für Kinder hängen von mehreren Faktoren ab:

Krankenversicherung für Familien
  • Leistungsumfang (hier ist zum Beispiel auf kieferorthopädische Leistungen und eine freie Arztwahl zu achten)
  • Anbieter
  • Gesundheitszustand / Gesundheitsprüfung
  • Alter bei Versicherungsbeginn

Aktuell zahlen Eltern zwischen 80 Euro bis 170 Euro im Monat. Für die freiwillige gesetzliche Krankenversicherung fallen bis zu 200 Euro im Monat an, abhängig von der gewählten Krankenkasse und ihrem Zusatzbeitrag.

Der PKV-Monatsbeitrag fällt auch niedrig aus, da bei Kindertarifen keine sogenannten Altersrückstellungen gebildet werden. Diese nutzen die Versicherungsunternehmen, um die PKV-Kosten im Alter stabil zu halten. Der Aufbau des Finanzpolsters beginnt erst mit 22 Jahren.

Für Kinder von Beamten und Angestellten reduziert sich der Versicherungsbeitrag zudem durch zwei unterschiedliche Zuzahlungen.

Beamtenkinder haben Anspruch auf die Beihilfe. Über sie sind beispielsweise bei Kindern von Bundesbeamten 80 Prozent der Behandlungskosten abgedeckt. Die private Krankenversicherung muss so nur noch 20 Prozent der Gesundheitsausgaben stemmen, was die Krankenversicherung sehr günstig macht.

Der Arbeitgeber beteiligt sich generell am Krankenversicherungsbeitrag seines privat versicherten Angestellten. Dabei übernimmt er 50 Prozent der Kosten. Sofern der Zuschuss noch nicht ausgeschöpft ist, zahlt der Chef auch einen Teil des Beitrags der Kinder. Die Obergrenze des monatlichen Zuschusses liegt 2020 bei 367,97 Euro.

Tipp: Angestellte können sich nur dann privat versichern, wenn ihr Jahreseinkommen über der Versicherungspflichtgrenze (auch Jahresarbeitsentgeltgrenze genannt) liegt. 2020 beträgt sie 62.550 Euro brutto.

Wichtiger Aspekt zur Privaten Krankenversicherung

Nur in der GKV sind Kinder kostenlos mitversichert

Einen einzigen Beitrag für die private Krankenversicherung zahlen und die ganze Familie ist abgesichert? Diese Mitversicherung funktioniert leider nur in der gesetzlichen Krankenversicherung über die Familienversicherung. Dort sind die Kinder in der Regel bei der Krankenkasse der Mutter beitragsfrei familienversichert.

Mehr erfahren zur Familienversicherung für Kinder

Über 18

Was passiert mit der privaten Krankenversicherung, wenn Kinder älter werden?

Da Kinder einen eigenen Versicherungsvertrag haben und somit eigenständig in der PKV versichert sind, ändert sich an ihrem Versicherungsschutz nichts, je älter sie werden. Sie sind als Schüler ebenso unverändert Mitglied der privaten Krankenversicherung wie als junger Erwachsener über 18 Jahren.

Aufpassen müssen Kinder von Beamten. Denn der Bezug der Beihilfe ist an das Kindergeld gekoppelt. Spätestens wenn der Nachwuchs 25 Jahre alt wird, entfällt die staatliche Leistung und somit die Beihilfe. Die private Krankenversicherung verteuert sich daher.

Wichtig: Mit Studienbeginn müssen sich privat versicherte Kinder binnen drei Monate von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen, um weiter bei ihrer privaten Krankenversicherung zu bleiben. Andernfalls sind sie zum Wechsel in die gesetzliche Krankenversicherung gezwungen.

Fragen und Antworten zur PKV für Kinder

Nein. In der privaten Krankenversicherung müssen Kinder separat versichert werden, dafür bietet die PKV jedoch besonders günstige Tarife für Kinder. Weiterlesen

Die Kosten einer PKV für Kinder richten sich nach den gewünschten Leistungen und dem Anbieter. Aktuell zahlen Eltern zwischen 80 bis 170€ im Monat für einen PKV-Tarif ihrer Kinder. Weiterlesen

Kinder / Schüler fallen erst aus der privaten Krankenversicherung, wenn sie eine Ausbildung / Studium beginnen, oder direkt ins Berufsleben starten. Studenten können weiterhin in der PKV bleiben,  müssen sich dafür aber rechtzeitig von der gesetzlichen Versicherungspflicht befreien lassen. Weiterlesen

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