Das Ehrenamt 

Freiwillig, sozial, aber auch anerkannt?
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Das Ehrenamt - die Triebfeder des Miteinanders

Ehrenamtliches Engagement wie wir es in Deutschland kennen, ist weltweit einzigartig. Über 30 Millionen Menschen sind freiwillig Retter in der Not, löschen Feuer, retten Ertrinkende, leisten Erste Hilfe und sichern bei Naturkatastrophen ab. Sie unterstützen bei der Integration von Flüchtlingen, helfen Menschen mit Beeinträchtigung im Alltag oder ermuntern Kinder zum Lesen. Das Ehrenamt als Rückgrat der Gesellschaft ist so wichtig, wie es vielfältig ist. 

Weil das freiwillige Engagement für das Gemeinwohl unersetzlich und keine Selbstverständlichkeit ist, wird seit 1986 jährlich am 5. Dezember der Internationale Tag des Ehrenamtes gefeiert. 

Dies haben wir zum Anlass genommen, um - nun schon im zweiten Jahr - freiwilliges Engagement in all seiner Vielfalt und Bereicherung für unsere Gesellschaft sichtbar zu machen. In Zusammenarbeit mit zahlreichen gemeinnützigen Organisationen und Vereinen geben wir einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit, fragen nach dem Wert dieser für unsere Zivilgesellschaft und zeigen, wie Ehrenamtliche und Vereine mit gemeinsamem Einsatz die Herausforderungen der Corona-Pandemie meistern. 

Außerdem geben wir Ehrenamtlichen Tipps an die Hand, wie sie zwischen Ehrenamtspauschale, Auslagenerstattung und Sonderurlaub den Überblick behalten.

Diese Vereine und Organisationen haben sich beteiligt

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Freiwilliges Engangement zur Weihnachtszeit

Durch Kälte, Regen und Schnee ist der Winter für viele Bedürftige besonders hart. Auch Unwetter und schwere Unfälle machen vor Weihnachten nicht Halt. Die besinnliche Vorweihnachtszeit bestärkt in vielen den Wunsch zu helfen - geben statt nehmen. Doch zwischen Geschenkestress und Weihnachtsplanung kann die Zeit auch knapp werden. In diesem Jahr kommen erschwerend die Einschränkungen durch die Corona-Pandemie hinzu.

Wir haben gemeinnützige Vereine und Organisationen gefragt, wie groß die Bereitschaft Ehrenamtlicher ist, sich während der Feiertage zu engagieren und welche Möglichkeiten für freiwilliges Engagement es - trotz Corona - speziell im Advent gibt.

Am 1. November beginnt die Berliner Kältehilfe-Saison. Um die Not obdachloser Menschen zu lindern, hat das Berliner Rote Kreuz den Wärmebus in der Wintersaison 2009/2010 ins Leben gerufen. Seither ist er fester Bestandteil der Berliner Kältehilfe. Ehrenamtliche HelferInnen fahren unter dem Motto „DRK Kältehilfe ...mit dem Wärmebus unterwegs" bekannte Schlafstellen sowie S- und U-Bahnhöfe an und verteilen Tee, Schlafsäcke, Isomatten, Decken, Rucksäcke, Winterschuhe und wärmende Kleidung, die gespendet oder zugekauft werden. Hier freuen wir uns sehr über Interessierte.

In den vergangenen Jahren waren zudem viele Ehrenamtliche in der Silvesternacht (etwa am Brandenburger Tor) im Sanitätsdienst aktiv. Dieses Jahr werden größere Veranstaltungen sicherlich ausfallen, aber wie zuvor beschrieben gibt es dennoch viele Bereiche, wo wir uns über neue ehrenamtliche HelferInnen sehr freuen.

Das Engagement unserer Ehrenamtlichen ist groß, wir als DRK könnten unseren Auftrag nicht ohne sie erfüllen. Entsprechend groß ist auch die Bereitschaft, an den Weihnachtsfeiertagen aktiv zu werden und Menschen in Not zu helfen.

Engagement sichtbar machen - AWO Landesverband Berlin e. V. über das Ehrenamt

In Zusammenarbeit mit dem Arbeiterwohlfahrt Landesverband Berlin e.V. geben wir einen Einblick in die ehrenamtliche Arbeit, um freiwilliges Engagement in all seiner Vielfalt und Bereicherung für unsere Gesellschaft sichtbar zu machen.

Interview mit Boris Kahlich

Aktion Deutschland Hilft e. V.

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 Da die Ehrenamtlichen unter Berücksichtigung ihrer Interessen und Fähigkeiten in unterschiedlichen Bereichen aktiv sind, unterscheiden sich die Arbeitsalltage der einzelnen Personen sehr. So sind auch die Einsatzzeiten nach den Bedürfnissen der Ehrenamtlichen und dem Umfang der anfallenden Aufgaben ausgerichtet. Manche Freiwillige kommen zwei bis dreimal die Woche für einige Stunden vor- oder nachmittags, andere einmal die Woche für einen ganzen Arbeitstag ins Büro.

Beispiele für die Arbeit im Bündnisbüro sind: Mitarbeit im Spenderservice, Dankanrufe bei Spendern und Förderern, Versand von Spendenbescheinigungen und Aktionsmaterial, Pflege der Spender- und Projektdatenbank, Bildredaktion und -bearbeitung, Mitwirken bei Prozessoptimierungen und Fundraising-Aktivitäten und vieles mehr. 

Typischerweise werden die Ehrenamtlichen vom Ehrenamtskoordinator begrüßt, auf den neuesten Wissensstand gebracht und in die anstehenden Arbeiten eingewiesen. Normalerweise haben die HelferInnen auch einen festen Arbeitsplatz, jedoch müssen alle momentan wegen Corona etwas flexibler sein.

Außerdem haben wir ein Team von Ehrenamtlichen, die uns bei der Planung und vor allem bei der Durchführung von Events und Veranstaltungen (Messestände, Bürgerfeste, Fundraising- und Spenderveranstaltungen etc.). unterstützen. Leider kamen diese Freiwilligen dieses Jahr, bedingt durch die Corona-Pandemie, kaum zum Einsatz.

Einige unsere Freiwilligen sind bereits im Ruhestand und wollen weiterhin ihre Zeit und Fähigkeiten sinnvoll einsetzen. Andere wollen wertvolle Berufserfahrungen gewinnen oder in den Arbeitsbereich von NGOs reinschnuppern.

Ein Freiwilliger nannte als Motivation für sein ehrenamtliches Engagement, dass er einen sozialen Ausgleich zu seiner eher unsozialen Arbeit schaffen will.

Im Großen und Ganzen haben die Ehrenamtlichen viel Spaß an der Arbeit, da die Aufgaben abwechslungsreich sind, sie in einem netten Team arbeiten und auch häufig Kontakt zu engagierten Spendern und Förderern haben.

Das Ehrenamt wird nicht umsonst auch das „Rückgrat der Gesellschaft“ genannt. Für den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die soziale Teilhabe ist ehrenamtliche Arbeit unverzichtbar. Das zeigt sich auch aktuell während der Corona-Pandemie. Vor allem ältere Menschen und andere Risikogruppen benötigen in vielen Bereichen des Alltags Unterstützung. Vom Fahrdienst über die Einkaufshilfe bis hin zur telefonischen Seelsorge: Zahlreiche Hilfsangebote sind nur dank ehrenamtlichem Engagement möglich.

 Allgemein arbeiten die MitarbeiterInnen unseres Bündnisses verstärkt von zu Hause. Dieses „Mobile Arbeiten“ ist jedoch bei den Ehrenamtlichen derzeit kaum möglich, da die Technik/Ausstattung fehlt und auch ein großer direkter Austauschbedarf mit den Hauptamtlichen besteht.

Natürlich wird auch bei uns sehr auf die Abstands- und Hygiene-Regeln geachtet. Dies hat unter anderem zur Folge, dass sich weniger Personen im Bündnisbüro und in den einzelnen Büroräumen aufhalten können. Daher können momentan weniger Ehrenamtliche gleichzeitig arbeiten als früher und es mussten neue Personaleinsatzpläne ausgearbeitet werden, um Überschneidungen zu vermeiden.

In den letzten Monaten hatten wir eine erhöhte Anzahl an Anfragen von Leuten, die sich bei uns ehrenamtlich engagieren wollten. Aufgrund der momentan beschränkten Kapazitäten haben wir leider einige Angebote ablehnen beziehungsweise eine Ehrenamts-Warteliste einführen müssen.

Interview mit Sebastian Reißig

Aktion Zivilcourage e. V.

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Der Kern unserer Vereinsarbeit liegt in der politischen Bildung und Beratung beginnend im Kita-Bereich bis zur Seniorenvertretung. Hierbei werden wir unter anderem von ehrenamtlichen TrainerInnen unterstützt. Gleichsam beraten wir Vereine bei der Mittelbeantragung oder zum Umgang mit der Vereinskultur. Auch hier nutzen wir die Perspektive unserer ehrenamtlichen Mitglieder. Gleichsam wird unser Verein durch einen ehrenamtlichen Vorstand getragen. In unserem Projekt Weiterbildungsforum Ehrenamt bilden wir darüber hinaus Ehrenamtliche aus drei Landkreisen in Ostsachsen weiter. Hier profitieren ehrenamtlich Aktive von einem kostenfreien Angebot.

„Machen statt Meckern“ war und ist für uns gemeinsam mit unserem Vereinsnamen „Aktion Zivilcourage e.V.“ Ansporn und Verantwortung zugleich. Um dieser Verantwortung gerecht zu werden, ziehen wir alle gemeinsam an einem Strang. Unser Haupt- und Ehrenamt stehen dabei eng beieinander. Genau darin liegt der Mehrwert: Während unser Hauptamt beispielsweise bei der Durchführung des alljährlichen „Markt der Kulturen“ durch unser Ehrenamt unterstützt wird, profitieren unsere Ehrenamtlichen von Expertise, der Erfahrung und den Veranstaltungsformaten, die unsere hauptamtlichen Kräfte täglich einsetzen. So gelingt uns ein professioneller Rahmen, indem wir gemeinsam stark sind.

Ohne unsere ehrenamtlichen Strukturen wären die wichtigsten Eckpfeiler unserer Gesellschaft nicht arbeitsfähig. Ich denke an die ehrenamtlich getragenen Sportvereine, die tagtäglich jungen Menschen Perspektiven geben. Ich denke an unsere Rettungsdienste, ohne die unser Gesundheitssystem nicht funktionieren könnte. Und ich denke an die unzähligen ehrenamtlich getragenen zivilgesellschaftlichen Vereine, die in unserer Gesellschaft Kultur, Bildung, Gemeinsinn und Stärke flächendeckend etablieren. Unsere Ehrenamtlichen sind unschätzbar und ihre Arbeit, ihre Zeit und ihren Einsatz sollten wir stärker wertschätzen, als wir es bisher tun.

Die aktuelle Pandemiesituation ist auch für Vereine eine ernstzunehmende Herausforderung. Wo vor einem Jahr Gemeinschaft, Vereinsleben und enger Kontakt die Regel war, gilt es aktuell Verantwortung zu tragen, indem wir Abstand halten. Viele Vereine mussten ihren Betrieb teilweise oder gänzlich einstellen. Gleichsam sind Treffen, Mitgliederversammlungen oder anderweitige Veranstaltungsformate nur noch bedingt oder gar nicht mehr möglich. Hinzu kommt, dass Vereine auf die Einnahme von Eigenmitteln angewiesen sind, damit eine Vielzahl ihrer Aktivitäten umgesetzt werden kann. Brechen diese weg, laufen Vereine Gefahr, finanziell destabilisiert zu werden. Hier gilt es, unsere Vereinsstrukturen im Land zu stärken und zu schützen.

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Fakt zum Ehrenamt

Mehr als 30 Millionen Menschen engagieren sich in Deutschland ehrenamtlich.

Quelle: Stiftung für Engagement und Ehrenamt

Interview mit Gabriele Bühler

Berliner Philharmonie

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Die Ehrenamtlichen treffen auf musikinteressierte Gleichgesinnte und sind ganz nah dran am philharmonischen Leben. Vielfach verabreden sie sich auch außerhalb ihrer Einsätze in der Philharmonie. Es entstehen oft langjährige Freundschaften. „Die Philharmonie ist mir inzwischen so ans Herz gewachsen; es ist fast wie nach Hause kommen, wenn ich das Gebäude betrete. Ich freue mich jedes Mal auf die kommenden Stunden“, erklärt unsere Ehrenamtliche Gisela ihr Engagement.

Die Ehrenamtlichen sind im Schnitt einmal pro Woche für eine Veranstaltung im Einsatz. Vor ihrem ersten Einsatz werden die Ehrenamtlichen in vier Schulungsterminen à 3 bis 4 Stunden umfassend vorbereitet. Sie erfahren alles Wissenswerte über das Haus und das Orchester. Gekleidet in hellblaue Hemden und Blusen, anthrazitfarbener Weste und ausgestattet mit einem gelbes Tuch, signalisieren sie dem Konzertbesucher dann bei der Veranstaltung: „Wir sind als Ansprechpartner für Sie da!“

Selbstverständlich geht es auch ohne Ehrenamtliche, aber die Philharmonie wäre um einiges ärmer. Sie „ersetzen“ keine Mitarbeiter, sondern bieten mit ihrem persönlichen Engagement einen besonderen Service für Besucher jeglichen Alters. Die Ehrenamtlichen sind als Teil des Gesamterlebnisses „Konzertbesuch“ zu verstehen, sie sind quasi „Botschafter“ der Berliner Philharmoniker. Das Ehrenamt wird von den Mitarbeitern des Hauses und den Berliner Philharmonikern als wichtige, nicht mehr wegzudenkende Säule seit mehr als 10 Jahren geschätzt. Es gibt viel Lob und Anerkennung – zweimal im Jahr gibt es einen Empfang mit der Intendantin.

Soweit die Philharmonie aufgrund der Corona-Bestimmungen leider eine Spielpause einlegen muss, müssen auch die Ehrenamtlichen auf ihren liebgewonnen Einsatz in der Philharmonie verzichten. Sobald die Philharmonie wieder Konzerte mit Publikum geben kann, wie von August bis Oktober geschehen, sind auch die Ehrenamtlichen an das Hygienekonzept der Philharmonie, Abstandhalten, Masken tragen etc. gebunden. Sie wurden dazu eigens mit Masken ausgestattet. Bei ihren Einsätzen zu den Konzerten haben die Ehrenamtlichen mehr noch als bisher den Konzertbesuchern Orientierungshilfe zu geben und die veränderten Laufwege und das Einbahnstraßensystem zu erklären.  

Interview mit Katja Eichhorn

Caritasverband für das Erzbistum Berlin e.V.

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Katja Eichhorn, Referentin Ehrenamt im Caritasverband Berlin

Die Ergebnisse des vierten Freiwilligensurveys zeigen, dass das Ehrenamt einen großen  Stellenwert in der Gesellschaft einnimmt, mehr als 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahren sind in ihrer Freizeit ehrenamtlich tätig. Ein wichtiger Punkt ist die Freiwilligkeit. Zeit  schenken, auch wenn man es nicht muss, das hat einen besonderen Wert. 

„Warum gibst du mir Nachhilfe, auch wenn du nicht dafür bezahlt wirst?“  - Diese Aussage einer Jugendlichen zeigt den besonderen Wert des Geschenkes Zeit. Ich bin da, weil du es (mir) wert bist - für  viele „Hilfeempfangende“ eine ganz neue Erfahrung. Das Ehrenamt wird oft als Kitt der Gesellschaft bezeichnet, wir sehen es eher als Sauerstoff; es ist die Zuwendung, die der  Mensch zum Atmen braucht.

Das ist ganz unterschiedlich. Ehrenamtliche in der Kleiderkammer oder Bahnhofsmission  helfen zu festgelegten Zeiten, während es im Hospizdienst auch mal kurzfristig zu Besuchen  kommen kann. In der Bildungsbegleitung Jugendlicher ist man vor Prüfungen manchmal mehr „im  Einsatz“ und in unserer Online Beratung für suizidgefährdete Jugendliche gibt es ein Zeitfenster, in dessen Rahmen man die Mails beantwortet. 

Die Motive, sich zu engagieren, sind vielfältig. Neben dem Wunsch zu helfen, gewinnen  Ehrenamtliche Einblick in bisher fremde Lebenswelten. Sie erleben sich und ihr Handeln als  wirksam, sie erleben Freude an der Tätigkeit, sie können ihre Talente einsetzen und neue  Kompetenzen erwerben. 

Im Zuge der Corona-Pandemie haben wir Möglichkeiten des kontaktlosen Engagements  angeboten. So hat die youngcaritas mit dem Projekt „Schreib mal wieder” Briefkontakte  zwischen SeniorInnen und Engagierten initiiert und unsere Besuchsdienste stellten auf  Telefonkontakt um. Herausfordernd war die Umstrukturierung von Arbeitsabläufen, beispielsweise in den Suppenküchen mussten die Speisesäle schließen. Ehrenamtliche halfen, Wartende draußen „corona-gerecht“ zu versorgen. In einigen Feldern muss(te) Ehrenamt aussetzen, das war und ist belastend und für alle Beteiligten oft auch mit Trauer verbunden.  

Interview mit Konrad Müller

Diakonisches Werk Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (DWBO) e.V.

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Das ist natürlich individuell unterschiedlich, alle eint aber die Freude, für andere Menschen da zu sein und in Kontakt zu kommen.

Auch persönliche Netzwerke zu erweitern, in einem Team zu arbeiten und gebraucht zu werden, können starke Motivationen sein. In besonderen Notsituationen für Benachteiligte da zu sein, kann sehr erfüllend sein. Viele möchten auch nach christlichen Werten handeln und der Gesellschaft und unserem Land etwas (zurück)geben.

Christel ist Familienpatin im Projekt „Känguru“. Sie besucht einmal die Woche Ann-Kathrin und Jochen mit ihren Zwillingen Lukas und Max. Die Bankangestellte arbeitet 30 Stunden in der Woche und nutzt für die wöchentlichen Besuche ihren freien Nachmittag. Die Eltern der neun Monate alten Kleinkinder kommen mit dem neuen Leben zu viert gut klar, trotzdem ist die regelmäßige Unterstützung ein großes Geschenk für die Familie. „Dank Christel habe ich einen festen Termin in der Woche, der nur mir gehört“, freut sich Ann-Kathrin. „Meistens nutze ich die Zeit für Yoga, aber manchmal gehe ich auch einfach nur in ein Café und genieße die Ruhe.“

Für Christel gehört der Besuch bei Lukas und Max zu den Highlights ihrer Woche: „Meine eigenen Kinder sind schon groß und brauchen mich nicht mehr so viel. Die Zwillinge sind einfach nur toll und ich freue mich, dass ich Ann-Kathrin und Jochen unterstützen kann. Da ist mittlerweile eine richtige Freundschaft entstanden.“  

Die soziale Arbeit des Diakonischen Werkes und der anderen Träger der Freien Wohlfahrtspflege werden zu Recht als Rückgrat der Gesellschaft bezeichnet: Ohne den Pflegedienst, ohne Kita und ohne Einrichtungen für Menschen mit Behinderung würde unsere Gesellschaft zusammenbrechen. Vielleicht ist das Ehrenamt dann vergleichbar mit den Sehnen: Es gibt sie im ganzen Körper und auch sie halten das soziale Gefüge zusammen. 

Corona verändert unser Miteinander, das spüren wir auch im Ehrenamt: Besuche bei Bedürftigen sind nicht so leicht oder gar nicht mehr möglich. Wir versuchen, kreativ zu sein und uns der Situation anzupassen, denn gerade jetzt sind unsere ehrenamtlichen Dienste besonders wichtig! So haben wir zum Beispiel aus dem Kreis unserer ehrenamtlichen TelefonseelsorgerInnen das Corona-SeelSorge Telefon gegründet, um kontaktlos in Kontakt zu bleiben. Über unsere Freiwilligenagentur organisieren wir nachbarschaftliche Hilfe für Menschen, die zu Risikogruppen gehören. Helfer und Bedürftige können sich melden und werden im direkten Wohnumfeld aneinander vermittelt.

Fakt zum Ehrenamt

In den Altersgruppen 14 bis 29 Jahre und 30 bis 49 Jahre ist die Anzahl Ehren­amtlicher am höchsten.

Quelle: Vierte Deutsche Freiwilligensurvey

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Interview mit Dr. Timur Flissikowski und Axel Kerwer

Deutsches Rotes Kreuz (DRK) Landesverband Berlin

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Ein typischer Tag eines Ehrenamtlichen ist sehr individuell. Unsere ehrenamtlichen HelferInnen in den Bereitschaften sind bei besonderen Lagen in kürzester Zeit zur Stelle und betreuen hilfsbedürftige Menschen; wie etwa jüngst bei der Sperrung der Berliner Stadtautobahn, wo durch das DRK Verpflegung für die im Stau stehenden Menschen ausgegeben wurde. 

Besonders anzuerkennen ist generell, dass unsere Ehrenamtlichen in ihrer Freizeit tätig werden, oft auch nachts. Unterstützung bei Evakuierungsmaßnahmen oder infrastrukturelle Hilfe bei Stromausfällen sind nur einige Beispiele, an denen deutlich wird, dass unsere Ehrenamtlichen zur Stelle sind, wenn Hilfe dringend nötig ist.

 Dr. Timur Flissikowski, Landesbereitschaftsleiter des Berliner Roten Kreuzes, erklärt dazu Einsatzbereiche Ehrenamtlicher: „In der Regel unterscheiden wir geplante und ungeplante Einsätze. Ein Beispiel für einen ungeplanten Einsatz wäre die Evakuierung eines Wohnviertels aufgrund des Fundes einer Weltkriegsbombe. In diesem Fall werden ehrenamtliche Einsatzkräfte des Betreuungs- und Sanitätsdienstes (auch unterstützt durch andere Fachdienste) alarmiert. Sie eilen von ihrem Arbeitsplatz oder von zu Hause in die Unterkunft, besetzen die Einsatzfahrzeuge und fahren zur Einsatzstelle. Dort organisieren Führungseinheiten die Evakuierungsmaßnahmen. Betroffene, die Hilfe benötigen, werden beim Verlassen der Wohnung unterstützt und wenn nötig in entsprechenden Transportfahrzeugen transportiert. 

Parallel dazu errichten die Einsatzkräfte des Betreuungsdienstes in einem geeigneten Objekt (Turnhalle, Rathaus etc.) eine Unterkunft, statten diese je nach Situation mit Betten oder Sitzgelegenheiten aus und bereiten Verpflegung für die Betroffenen vor. Bei längeren Evakuierungen oder schwierigen Situationen nimmt auch die Kinderbetreuung oder die psycho-soziale Betreuung eine besondere Position ein, bei der dann durch das Jugendrotkreuz oder PSNV-Kräfte unterstützt wird. Der typische Evakuierungseinsatz endet oft nach 12-16 Stunden mit der Rückführung der letzten Betroffenen in ihre Wohnung."

„Bei geplanten Einsätzen handelt es sich oft um Einsätze im Rahmen des vorbeugenden Sanitätsdienstes, beispielsweise bei Sportveranstaltungen. Hier ist die Einsatzzeit und der Einsatzort sowie die geplanten Tätigkeiten bekannt. Weit vor der Veranstaltung besprechen ehrenamtliche EinsatzkoordinatorInnen mit dem Veranstalter, welche sanitätsdienstlichen Absicherungsmaßnahmen notwendig sind. Diese reichen je nach Größe der Veranstaltung von zwei SanitäterInnen bis hin zu mehreren Unfallhilfsstellen, Krankenwagen und mobilen Sanitätsstreifen mit insgesamt über 100 Einsatzkräften. Dann erfolgt bei den Bereitschaften die Personal- und Materialplanung. 

Am Einsatztag beginnt der größere Einsatz mit dem Aufbau der Infrastruktur (Unfallhilfsstellen in Zelten) und der Einweisung der Einsatzkräfte. Mitglieder des Fernmeldedienstes bauen Kommunikationsstrukturen auf und unterstützen die Einsatzleitung bei der Organisation des Einsatzes. Oft sind viele Details zu beachten, damit Notrufe auf dem Veranstaltungsgelände schnell beantwortet und abgearbeitet werden können. Das Ziel ist immer, dem Patienten schnell und umgehend die notwendige Hilfe und Versorgung zukommen zu lassen", so der Landesbereitschaftsleiter weiter.

„Klar ist aber auch, dass sich im Ehrenamt niemand einen ungeplanten Einsatz oder eine Katastrophe herbei wünscht; jeder ist froh, wenn sie ausbleibt. Wenn das Unvorhersehbare aber doch eintritt, sind wir handlungsfähig und für die Stadt Berlin und ihre Bevölkerung da", ergänzt der stellvertretende Landesbereitschaftsleiter Axel Kerwer.

Der Mehrwert liegt in erster Linie darin, aus ideellen Gründen für Mitmenschen Gutes zu tun und nach dem Maß der Not zu helfen. Die Grundsätze und das Leitbild des DRK spielen dabei für unsere Ehrenamtlichen - wie auch für unser Hauptamtlichen - eine bedeutende Rolle. Gleichzeitig ist der Gemeinschaftssinn unserer Ehrenamtlichen ein besonderer Faktor und bindendes Element in ihrer Arbeit.

Wir können unseren Auftrag nur erfüllen, wenn wir Menschen, insbesondere als unentgeltlich tätige Freiwillige, für unsere Aufgaben gewinnen. Von ihnen wird unsere Arbeit getragen, nämlich von engagierten, fachlich und menschlich qualifizierten, ehrenamtlichen, aber auch von gleichermaßen hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern, deren Verhältnis untereinander von Gleichwertigkeit und gegenseitigem Vertrauen gekennzeichnet ist.

Die generelle Bedeutung und Notwendigkeit des Ehrenamts in unserer sich wandelnden Gesellschaft kann nicht hoch genug bewertet werden. Gerade im Zuge der Corona-Pandemie hat sich gezeigt, wie wichtig es ist, dass Ehrenamtliche die Ältesten und Schwächsten unserer Gesellschaft unterstützen. Diese Hilfe ist dringend notwendig in einer zunehmend individualisierten und weniger hilfsbereiten Gesellschaft. Ein Beispiel von vielen sind etwa die Quarantäne-Engel des DRK-Kreisverband Berlin-Nordost e. V., die beispielsweise Einkäufe für in Quarantäne befindliche Menschen übernehmen. Jüngst wurden sie für den Deutschen Nachbarschaftspreis nominiert.

Das Berliner Rote Kreuz leistet einen großen Beitrag zur Eindämmung der Corona-Pandemie. Seit mehreren Wochen betreiben wir zwei zentrale Corona-Teststationen am Berliner ZOB und am Berliner Hbf, wo bereits von über 30.000 Reiserückkehrern aus Risikogebieten Abstriche genommen wurden.

Auf der ehrenamtlichen Seite: Grundsätzlich hat sich die Arbeit des Ehrenamts deutlich auf die Pandemielage und die dahingehende Unterstützung der Bevölkerung ausgerichtet. Ohne Großveranstaltungen fällt aber ein wesentliches Betätigungsfeld weg. Dies belastet selbstverständlich die Motivation der Ehrenamtlichen. Gleichzeitig sind bei unvorhergesehenen ad-hoc Einsätzen Hygienerichtlinien einzuhalten. Dies erfordert zusätzliche Ausbildung und Material. Viele Ausbildungsmaßnahmen und Trainings können nicht in Präsenz durchgeführt werden. Daher mussten vielfach neue Konzepte entwickelt werden. Diese gesamte Situation belastet natürlich nicht nur die Ehrenamtlichen persönlich, sondern auch das DRK in Berlin stark finanziell.

Interview mit Christiane Metzner

Evangelische Kirche Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz (EKBO)

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Dr. Christiane Metzner

Ein typisches Ehrenamt in der EKBO gibt es nicht, stattdessen eine Vielfalt von Möglichkeiten. Manche engagieren sich für einen Tag bei einem Projekt, andere übernehmen regelmäßig Aufgaben. Viele bringen sich musikalisch in Kirchen- und Gospelchören ein, andere engagieren sich in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. 

Es gibt Besuchsdienste für ältere Menschen, Unterstützung von Geflüchteten, Gestaltung von Gottesdiensten oder Veranstaltungen. Praktische Tätigkeiten wie Gartenpflege und Hausmeisterdienste sind ebenso wichtig und willkommen wie kreative Aufgaben oder die Unterstützung in der Öffentlichkeitsarbeit. Durch die Arbeit im Gemeindekirchenrat und Synoden entscheiden Ehrenamtliche maßgeblich in der Kirche mit. 

Vielen ehrenamtlichen Tätigkeiten ist gemeinsam, dass sie nachmittags, abends oder am Wochenende in einer regelmäßigen Gruppe stattfinden. Einen Posaunenchor zu leiten, im Laib & Seele Team (Berliner Tafel) mitzuarbeiten oder sich in der Weltgebetstagsarbeit zu engagieren bedeutet, sich mit anderen regelmäßig zu treffen, sich abzusprechen, über die eigenen Gedanken zum Glauben auszutauschen, neue Ideen umzusetzen, etwas zu lernen und die Freude bei den TeilnehmerInnen der Angebote zu erleben. 

Ebenso gibt es auch zeitlich begrenzte Ehrenämter: Da treffen sich die Engagierten und denken sich das jährliche Krippenspiel aus, gestalten das Szenenbild, die Musik und setzen mit den Kindern die Geschichte um. Ein wunderschönes, aber auch sehr intensives Engagement. Wie viel Zeit die Ehrenamtlichen einbringen wollen, liegt ganz bei ihnen.

Beim Ehrenamt in kirchlichen Einrichtungen ist Vieles möglich. Die Ehrenamtlichen können sich mit dem, was ihnen Spaß macht, sinnvoll einbringen. Sie unterstützen andere und erleben gleichzeitig eine bunte Gemeinschaft. 

Für die meisten ist ihr Ehrenamt nicht nur Arbeit, sondern vor allem eine Bereicherung. Sie bekommen viel positives Feedback, können selbst Neues erleben, ihr Können weitergeben und die Gesellschaft im Kleinen gestalten. Außerdem hat die Kirche ein lange und gute Tradition in der ehrenamtlichen Arbeit – Es gibt eine kirchliche Struktur, die die Ehrenamtlichen unterstützt. So haben sie Ansprechpartner und auch Möglichkeiten, sich weiterzubilden und sich zu vernetzen.

Die Ehrenamtlichen erleben Gemeinschaft, helfen anderen und gerade viele junge Menschen lernen, Verantwortung für andere zu übernehmen. Ehrenamt in der evangelischen Kirche geschieht aus einer inneren Motivation heraus.

Kirche lebt vom Ehrenamt, genau wie die Gesellschaft. Die Arbeit der Ehrenamtlichen macht die Gesellschaft lebendiger. Sie ermöglicht es den Menschen, sich gegenseitig Gutes zu tun, sich in ihrer Nachbarschaft zu unterstützen und fern ab von aufwendigen Strukturen Verantwortung zu übernehmen, um ihr Umfeld aktiv zu gestalten.

Ohne ehrenamtliches Engagement wäre es vielen Kirchengemeinden nicht möglich, die vielfältigen Angebote und Veranstaltungen zu verwirklichen. Ehrenamtliche gestalten einen großen Teil der kirchlichen Arbeit vom Kindergottesdienst über die Jugendarbeit bis zur Altenarbeit. Viele Dorfkirchen blieben ohne Ehrenamtliche geschlossen.

Das soziale, kulturelle und diakonische ehrenamtliche Engagement ist unersetzlich für den Zusammenhalt einer Gesellschaft. Gerade in einem sich immer stärker differenzierenden und individualisierenden Gemeinwesen sind wir auf dieses Engagement und Gelegenheiten, ein kooperatives Miteinander auszuüben, angewiesen. Sich zu engagieren ist Ehrensache - es geschieht freiwillig, öffentlich, gemeinwohlorientiert, unentgeltlich. Soziale Netzwerke geben Menschen Halt und Orientierung und bieten die Möglichkeit, die Gesellschaft im Kleinen wie im Großen (er)lebenswert zu machen. 

Die Gemeinschaft mit anderen Menschen ist oft ein wichtiges Motiv für Ehrenamtliche. Gerade das Zusammenkommen ist durch Corona aber erschwert. Deshalb müssen die beruflich Verantwortlichen ebenso wie die Ehrenamtlichen gemeinsam kreative Wege finden, um dennoch Nähe und Kontakt zu erhalten. Dafür sind neue Ideen, Probierfreude, aber auch technisches Know-How gefragt. Es ist wichtig, sich nicht aus dem Blick zu verlieren.

Interview mit Kornelia Goldbach

Lebenshilfe Berlin

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Engagementmöglichkeiten gibt es in fast allen unseren Angeboten und Diensten bei uns.

Beispielsweise engagieren sich Ehrenamtliche in PatInnenschaften in Einzelbegleitungen von Menschen mit Beeinträchtigung. Viele Freiwillige unterstützen uns aber auch bei Freizeitaktivitäten oder Veranstaltungen, zum Beispiel beim Mittwochscafé, das regelmäßig in einer unserer Einrichtungen in Berlin-Mitte stattfindet, oder bei unserem Lebenshilfe-Ball. Darüber hinaus sind wir offen für alle Ideen unserer Freiwilligen.

Wir wollen, dass es für alle Menschen eine Selbstverständlichkeit wird, sich freiwillig zu engagieren. Allerdings fällt auf, dass noch immer Menschen mit Beeinträchtigung unterrepräsentiert sind, wenn es um freiwilliges Engagement geht. Das möchten wir ändern und haben dazu das Projekt „Engagement und Teilhabe“ gestartet. 

Wir möchten herausfinden, was Menschen mit Beeinträchtigung benötigen, um sich engagieren zu können und welche Engagementfelder es für sie gibt. Gleichzeitig schauen wir, was Organisationen benötigen, um Engagement für Menschen mit Beeinträchtigung ermöglichen zu können.

Bei der Lebenshilfe Berlin gibt es bereits zahlreiche Menschen mit Beeinträchtigung, die sich freiwillig engagieren, zum Beispiel einmal im Jahr bei der Kleiderabgabe und Zielversorgung beim Berlin-Marathon.

Die Einsatzmöglichkeiten der Freiwilligen sind sehr vielseitig und finden in Wohneinrichtungen, in Freizeitgruppen oder bei einzelnen Veranstaltungen statt. 

Ein Klient, der im Betreuten Einzelwohnen in Neukölln lebt, engagiert sich seit vielen Jahren in der Lebenshilfe. So hilft er freiwillig in der Tagesförderstätte Neukölln der Lebenshilfe Berlin und pflegt zum Beispiel Grünanlagen, hilft in der Küche sowie einmal jährlich beim Lebenshilfe Ball. Für ihn ist es eine große Freude mit Menschen in Kontakt zu kommen, Aufgaben zu meistern und den Tag sinnstiftend zu verbringen

Auch gibt es in der Lebenshilfe Berlin ehrenamtliche Mitarbeiter ohne Beeinträchtigung, die sich engagieren. Ein Freiwilliger arbeitet seit 2006 ehrenamtlich für unseren Verbund. Angefangen hat es mit einer LaufpatInnenschaft in einer Wohnstätte in der Oranienburger Straße in Berlin Mitte und einem Lauftreff in Berlin Wedding im Haus der Lebenshilfe. Auch Tandem-Begleitungen, Verwaltungsmitarbeit im Freiwilligenmanagement und die Unterstützung bei Veranstaltungen wie dem Halbmarathon in Berlin gehören zu den Aufgaben. Wichtig für ihn ist es, da zu helfen, wo vielleicht kein Hauptamtlicher helfen kann und neben der täglichen Arbeit Angebote zu unterbreiten, die über die Betreuungsarbeit hinausgehen. Freiwillig aktiv zu sein, ist ein großer Mehrwert für ihn, da er eigene Ideen einbringen kann und KlientInnen zum Beispiel mit besonderen Freizeitangeboten unterstützen kann.

Freiwillige engagieren sich im Ehrenamt, um anderen zu helfen, ihr Wissen weiterzugeben und Kontakte zu knüpfen. Wichtig ist einfach, dass die Tätigkeit Freude und Spaß mit sich bringt. Es geht aber auch darum, die eigenen Fähigkeiten zu entwickeln und das Selbstwertgefühl zu stärken. Man macht neue Erfahrungen und lernt neue Tätigkeiten kennen.

Man kann mit seinem Ehrenamt auch gemeinsam mit anderen etwas bewegen und sich an Aktionen beteiligen. Die Lebenshilfe Berlin nimmt zum Beispiel jedes Jahr mit KlientInnen, MitarbeiterInnen und Freiwilligen an der Demo zum Protesttag zur Gleichstellung von Menschen mit Behinderung in Berlin teil.

Ehrenamtliche Tätigkeit bereichert unsere Gesellschaft, bürgerschaftliches Engagement ist für unsere Demokratie sehr wichtig. In der Lebenshilfe Berlin setzen sich Menschen für andere Menschen ein und unterstützen sie dabei, gleichberechtigt am gesellschaftlichen Leben teilhaben zu können. Hauptamtliche allein könnten das nicht in gleichem Umfang leisten

Durch die Kontakteinschränkungen sind aktive Vermittlungen an Einsatzstellen zurzeit nur schwer möglich. Auch die für uns so wichtige Netzwerkarbeit zu anderen Organisationen gestaltet sich unter den gegebenen Umständen recht schwierig.

Wir arbeiten aber weiter an unseren Projekten und versuchen uns über digitale Formate weiter auszutauschen. Mit unseren Freiwilligen halten wir Kontakt und versuchen kreative Lösungen zu finden.

Interview mit Christine Langer

Miles: Zentrum für Migrant*innen, Lesben und Schwule

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Chris Langer
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Für viele queere Geflüchtete ist das Ankommen in Deutschland mit besonderen Herausforderungen verbunden. Sie fliehen nicht nur vor Verfolgung und Krieg, sondern sind  auch nach ihrer Ankunft in Deutschland immer wieder Diskriminierung und Gewalt ausgesetzt. Ihre Erfahrungen sind vielfältig und reichen von Gewalt bis zu subtilen Formen der Benachteiligung. 

Die Unterstützung im Rahmen des Mentor*innenprogramms findet in 1:1 Pat*innenschaften statt. Die ehrenamtlichen Mentor*innen unterstützen die Mentees insbesondere beim Deutsch lernen, bei Behördengängen, bei der Wohnungs- und Jobsuche, bei der Freizeitgestaltung als auch dabei, Anschluss zur queeren Community zu finden. Die Intensität der Unterstützung gestaltet sich sehr unterschiedlich und orientiert sich an den individuellen Bedürfnissen der Mentees und den Kapazitäten der Mentor*innen. Hat ein*e Mentor*in viel Zeit, unterstützt er oder sie deshalb auch manchmal zwei oder drei Mentees – dies jedoch auch im 1:1-Kontakt. Das kommt allerdings nicht häufig vor, da die meisten Mentor*innen berufstätig sind oder studieren. Rund 60 aktive Pat*innenschaften gibt es zurzeit. Die Pat*innenschaften werden ergänzt durch ein Rahmenprogramm. Dies besteht in unterschiedlichen Fortbildungsmöglichkeiten, Supervision sowie Vernetzungs- und Austauschmöglichkeiten.

Die Motivationen der Ehrenamtlichen, sich zu engagieren, sind vielfältig. Viele möchten sich solidarisch für Menschen der queeren Community engagieren oder auch Unterstützung zurückgeben, die sie selbst in schwierigen Lebenssituationen erhalten haben.

Arne Seydak, ehrenamtlicher Mentor, sagt dazu: „Menschenrechte und Fortschritte für uns als nicht-heteronormative Community müssen immer wieder neu verteidigt werden. Das zeigt die Geschichte sowie die Entwicklung überall in der Welt - leider ebenfalls in Deutschland.“ 

Einige möchten sich in einem Bereich engagieren, der Bezug zu ihrem eigenen Leben und ihrer Identität hat.

„Als ich im Dezember 2015 von einem Programm für queere Flüchtlinge las, war mir endlich klar, wo ich mich in Sachen Flucht und Migration engagieren könnte. Ich hatte in einige tolle Projekte hineingeschnuppert, aber es fehlte die Connection zu meinem lesbischen Leben“, erklärt Birgit S., was sie zum Engagement bei MILES bewegt.

Zunehmend engagieren sich auch Mentor*innen, die selbst eine Flucht- oder Migrationsgeschichte haben und die ihre selbst erhaltene Unterstützung weitergeben möchten. Einige Mentor*innen engagieren sich bereits seit mehreren Jahren und übernehmen erneut Pat*innenenschaften, wenn ihr*e Mentee keine Unterstützung mehr benötigt. 

Durch die während des ehrenamtlichen Engagements erworbenen Erfahrungen werden die Mentor*innen für die politische und rechtliche Situation sowie die damit einhergehenden Herausforderungen von LSBTIQ* Geflüchteten sensibilisiert. Sie eignen sich Wissen an, das sie im Rahmen der Austausch- und Vernetzungsangebote des Projektes an neue Mentor*innen weitergeben. 

Die Arbeit der ehrenamtlichen Mentor*innen ist eine wichtige Ergänzung unserer Beratungsangebote. Durch die 1:1 Unterstützung haben die Mentees langfristig eine vertraute Ansprechperson, die sie insbesondere bei Alltagsfragen unterstützt. Viele geflüchtete Menschen werden je nach Anliegen von Organisation zu Organisation weitervermittelt. Wichtig ist aber auch eine vertraute Ansprechperson, die in den Zwischenräumen bei bürokratischen Fragen und bei Unsicherheiten unterstützend zur Seite steht. 

Diese bedeutsame individuelle Unterstützung übersteigt allerdings leider die Kapazitäten unseres Projekts. Daher ist ehrenamtliches Engagement eine wichtige Ergänzung zu unserer Arbeit, schließt Lücken in der benötigten alltäglichen Unterstützung und schafft gleichzeitig Begegnungsmöglichkeiten von Menschen, die sich sonst vielleicht nie getroffen hätten. In der Pat*innenschaft lernen Mentees und Mentor*innen beide voneinander und erweitern ihre eigenen Perspektiven.

Da das Mentor*innenprogramm vor allem in menschlichen Begegnungen besteht, wurde dies durch die Corona-Pandemie sehr erschwert. Die meisten Pat*innenschaften haben aber Möglichkeiten gefunden, auch in dieser schwierigen Situation in Kontakt zu bleiben, und die Angebote vom Mentor*innenprogramm finden weiterhin online statt.

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Fakt zum Ehrenamt

Fast jeder Zweite im Ehrenamt: 43,6 Prozent der Wohn­bevölkerung Deutschlands im Alter ab 14 Jahren engagiert sich freiwillig.

Quelle: Vierte Deutsche Freiwilligensurvey

Interview mit Vanessa Reißig

Ökowerk Berlin

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Die meisten Ehrenamtlichen geben in Gesprächen an, dass sie etwas Sinnvolles mit ihrer Zeit anfangen möchten. Weitere Aspekte sind der soziale Anschluss nach einem Umzug o.ä. oder Ausgleich zum Berufsalltag. Bisher noch nie an mich herangetragen, aber sicherlich auch u.U. ein Aspekt, ist die unentgeltliche Mitgliedschaft. Da die ehrenamtliche Mitgliedschaft etwa fünf bis sechs Einsätze im Jahr voraussetzt (Mehrarbeit geht natürlich immer und fällt vor allem im gärtnerischen Bereich an), können auch finanziell schlechter gestellte Personen inkludiert werden.

Da im Ökowerk kein Tag dem anderen gleicht, ist ein typischer Tag quasi nicht vorhanden. Im Grunde kommt beispielsweise die Gärtnerin an, schließt sich die Gartenlaube auf, entnimmt Gerätschaften und legt los. Spätestens zum Mittag treffen sich dann Festangestellte, Mitarbeiter aus Freiwilligendiensten, Praktikanten und Ehrenamtliche (bei gutem Wetter) im Garten zu einer gemeinsamen Pause. Das Verhältnis untereinander ist sehr gut, fast familiär. Fragen oder neue Entwicklungen können so direkt besprochen werden. 

Vor allem in einem sich ständig verändernden Team, wie bei uns, ist das ständige Teilen von Informationen sehr wichtig. Neben der Arbeit in der Beetbetreuung und im Garten unterstützen Ehrenamtliche auch in den Bereichen Ferien-, Stand- und Ausstellungsbetreuungen sowie in der täglichen Kontrolle der Fangeimer am Amphibienzaun im Frühjahr. Grundsätzlich gilt im Ökowerk, jede Fähigkeit kann eingebracht und Neigungen können berücksichtigt werden.

Wir im Naturschutzzentrum Ökowerk sind maßgeblich auf ehrenamtliches Engagement angewiesen. Ohne die vielen helfenden Hände könnten wir weder die Vielzahl an Veranstaltungen anbieten noch das knapp drei Hektar große Gelände in der Intensität pflegen, wie wir es möchten. Auch die Durchführung von naturschutzfachlichen Maßnahmen, etwa der Amphibienzaun im Frühjahr, oder die Führung des Vereins wären unmöglich. 

Unsere ehrenamtlichen Mitglieder sind das Rückgrat des Ökowerk. Gleiches kann man meiner Meinung nach auf die Gesamtgesellschaft übertragen, da wichtige und wertvolle Aufgaben durch das Ehrenamt bekleidet werden.

Corona-bedingt konnten viele Veranstaltungen nicht stattfinden, beziehungsweise. die Veranstaltungen, die stattfinden konnten, waren vielen Auflagen unterlegen. Hierbei wurde die Flexibilität und auch die Bereitschaft der Ehrenamtlichen, unter den sich veränderten Bedingungen weiterhin aktiv zu sein, auf eine Probe gestellt. 

Zu unserer Freude halten unsere aktiven Mitglieder uns die Treue und unterstützen uns weiterhin tatkräftig. Das Abstandhalten ist bei dem fast familiären Verhältnis anfangs schwer gefallen, aber wir haben uns mittlerweile alle daran gewöhnt. Kurz nach dem Einberufen des Lockdowns haben wir deutlich mehr Anfragen als sonst üblich nach ehrenamtlichem Engagement erhalten. Scheinbar ist vielen Menschen in dieser Zeit bewusst geworden, dass uneigennütziges Engagement eine tragende Säule in der Zivilgesellschaft darstellt.

Interview mit Arne Mensching

Stiftung Naturschutz

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Den „typischen“ Ehrenamtlichen gibt es bei uns nicht, denn die Ehrenamtlichen sind bei uns in sehr vielfältigen Einsatzbereichen tätig. Viele Tätigkeiten finden draußen statt, etwa der Bau und die Betreuung von Amphibienzäunen oder der klassische praktische Naturschutzeinsatz in der Fläche. Aber auch drinnen kommen bei uns Ehrenamtliche zum Einsatz. Sie unterstützen beispielsweise die Kampagnenarbeit, die Recherche zu bestimmten Umweltthemen oder die  IT. Sie werden meist in bestimmten Projekten tätig, zum Beispiel bei dem Berliner Umweltkalender oder in der Koordinierungsstelle Fauna. Längerfristiges Engagement wird in der Regel über die Freiwilligendienste Freiwilliges Ökologisches Jahr (Alter bis 25 Jahre) oder Ökologischer Bundesfreiwilligendienst (Alter ab 25 Jahre) umgesetzt. Dies sind Freiwilligendienstprogramme, die mindestens 6 Monate laufen und in einer von cica 200 Berliner Naturschutzeinrichtungen abgeleistet werden können, so auch in der Stiftung Naturschutz Berlin selbst.

Hier zwei Beispiele unseres Engagement-Angebotes: Ein Ehrenamtlicher ist im Fledermausprojekt engagiert. Er begutachtet mögliche Standorte für Fledermauskästen und organisiert deren Montage. Auch das Monitoring, also die Kontrolle, ob die Kästen angenommen wurden, übernimmt er. 

Eine andere Ehrenamtliche engagiert sich im Amphibienschutz. Sie betreut einen Hin- und auch den Rückwanderzaun, das heißt, sie transportiert die Tiere über die Straße, protokolliert sie dabei und repariert den Zaun, wenn er beispielsweise durch Wildschweine zerstört wurde.

Die meisten Interessierten suchen eine sinnstiftende Tätigkeit, häufig nach dem Arbeitsleben aber auch während des Studiums. Der Kontakt mit anderen Menschen ist auch ein wichtiger Faktor ebenso wie die Motivation, der Gesellschaft etwas zurückzugeben und zum Gemeinwohl beizutragen. Oft haben diese Ehrenamtlichen ein persönliches Bedürfnis, den Berliner Naturschutz zu unterstützen.

Ehrenamtliches Engagement ist ein sehr wichtiger Baustein zur Förderung des Gemeinwohls. Im Natur- und Umweltschutz hat das Ehrenamt eine lange Tradition. Ohne das Ehrenamt wäre nicht nur der Natur- und Umweltschutz nicht dort, wo er heute ist. Im Naturschutz ist das Geld oft knapp und ehrenamtliches Engagement notwendig, um Ziele umsetzen zu können. Die Motivation von Ehrenamtlichen im Naturschutz ist oft sehr hoch und es gibt viele Talente, die sich freiwillig engagieren und unsere Arbeit sehr bereichern. Kartierungen im Florenschutz oder der Artenfinder Berlin werden beispielsweise durch das Expertenwissen unserer Ehrenamtlichen sehr unterstützt. Unsere Ehrenamtlichen sind natürlich auch Multiplikatoren unserer Sache, Ehrenamt ist Wissensvermittlung in beide Richtungen.

Ein großer Vorteil ist, dass viele Einsätze an der frischen Luft stattfinden und somit auch unter den Corona-Auflagen durchführbar sind. Allerdings ist die Aufnahme, Einarbeitung und Integration neuer Ehrenamtlicher, das sogenannte On-Boarding, in Zeiten von Kontaktbeschränkungen natürlich schwieriger. Der soziale Aspekt ist im Ehrenamt ja sehr wesentlich. Die Zurückhaltung, in Zeiten der Pandemie Ehrenamtliche aufzunehmen, spüren wir auch in unserem Vermittlungsportal für Ehrenamtliche im Berliner Umwelt- und Naturschutz: www.freiwillickgruen.de.

Interview mit Beate Löwe

SOS-Kinderdorf Berlin

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SOS-Kinderdorf Berlin unterstützt die immer größer werdende Bereitschaft der Gesellschaft sich ehrenamtlich zu engagieren, indem wir eine bunte Palette unterschiedlichster Tätigkeitsfelder anbieten. Im offenen Nachmittagsangebot, in unserem Mehrgenerationenhaus in der Waldstraße in Moabit, organisieren und begleiten die Ehrenamtlichen Lernbetreuung, Spiel-, Bastel- und Mitmachangebote. 

Freiwillige unterstützen ebenso unsere Jugendarbeit, indem sie im Bereich Ausbildung und Qualifizierung, Sport- und Bewerbungstrainings anbieten. In den Kinder- und Jugendwohngruppen sowie in den Kinderdorffamilien helfen sie bei Übersetzungen,  begleiten bei Behördengängen und lassen sich tolle Freizeitangebote einfallen. 

Auch die Senioren unterstützen auf ganz vielfältige Art und Weise. Sie bieten Gedächtnistraining, kulturelle Gesprächs- und Singnachmittage, Yoga sowie Kasperltheateraufführungen für die Familien an. Besonders gerne unterstützen Ehrenamtliche mit Migrationshintergrund unsere Senioren beim Einkaufen, Putzen und Spazierengehen. So können sie in netten ungezwungenen Gesprächen ihre Deutschkenntnisse verbessern. 

Ein beispielhafter Alltag wäre der von Andreas. Er organisiert bereits seit 5 Jahren das wöchentliche Gedächtnistraining von 18-99 Jahre.

Die Vorbereitung beginnt bereits zu Hause. Er wälzt sich durchs Internet und etliche Bücher sowie Hefte helfen ihm dabei, die passenden Rätsel für „seine“ SeniorenInnen zu finden.  

Im Mehrgenerationenhaus angekommen, genießt er erst einmal ein leckeres Mittagessen in unserem Restaurant und ist bereits mit seinen RätselfreundInnen in Kontakt. Danach kopiert er alle benötigten Materialien für sein Angebot und es kann losgehen. 

Die TeilnehmerInnen sind zwischen 65 und 90 Jahren, ab und zu nehmen auch Kinder oder Jugendliche daran teil. Aufgaben werden erklärt und manche benötigen Hilfestellung, die Andreas gerne leistet, aber nicht zu schnell, da der Geist ja gefordert werden soll. Nach zwei Rätselstunden freut er sich bereits auf den nächsten Freitag und auf die vielen bereichernden Gespräche und das leckere Mittagessen. 

Die Motivationen und die verschiedensten Lebenssituationen von freiwillig engagierten Menschen sind sehr vielfältig. Einige wollen ihre Kenntnisse und Erfahrungen für das Gemeinwohl einbringen und erweitern. Manche sehen das Ehrenamt auch als Sprungbrett in eine berufliche Tätigkeit und andere wiederum möchten sich selbst verwirklichen, neue soziale Kontakte finden und einen Teil der Freizeit mit sympathischen Menschen verbringen. Sie wollen Freude an der Tätigkeit haben und verantwortlich mitwirken. Bei uns engagieren sich auch viele Menschen mit Fluchthintergrund, die Verbesserung der Deutschkenntnisse gelingt da ganz nebenbei und sie können sich ein soziales Netzwerk schaffen. 

Ohne freiwilliges Engagement wäre unsere Einrichtung um viele schöne und bunte Angebote ärmer.

Wenn ich mir das vorstelle, können wir die große Teilnehmerzahl an den Nachmittagen nicht abdecken. Gerade die Familien, die sich keinen Kinonachmittag oder einen Zoobesuch leisten können, werden sozial benachteiligt.

Die hauptamtlichen Mitarbeiter können die Vielfältigkeit der Angebote nicht annähernd abdecken und das freiwillige soziale Engagement hat eine eigene Qualität zur Ergänzung und Erweiterung des Angebotsspektrums.

Auch heute ist freiwilliges soziales Engagement ein wichtiger Baustein unserer Gesellschaft. Solidarität und humanitäre Verantwortung war und wird immer von größter Wichtigkeit sein.

Aus meiner Erfahrung wollen immer mehr Menschen Verantwortung übernehmen, um ihr Lebensumfeld freundlich und friedlich mit- und umzugestalten. Die ehrenamtliche Arbeit macht das Zusammenleben der Generationen durch die vielfältigen Angebote in einer Großstadt möglich und gelingende Integration wird gelebt.

Im Frühling wie auch jetzt im Herbst können wir feststellen, dass wir einige Angebote weiter anbieten können, natürlich in reduzierter Teilnehmerzahl, so wie es die Verordnungen zulassen. 

Einige Angebote wie Nachhilfe oder „Wir spielen gemeinsam“ wurden online oder mit Spielvorschlägen per Post versendet. Auch die SeniorInnen wurden beispielsweise mit Sportanregungen im Briefformat und Grußkarten in Kooperation mit unserer Kita beglückt.

Das Kinderrechte-Projekt wurde in Tüten verpackt und an Kinder verschenkt. Natürlich war und ist es immer noch ein ganz anderes Arbeiten und gerade jetzt im November und Dezember stimmen uns die nur spärlich besetzten Räume nicht glücklich. Aber wir bleiben positiv gestimmt und geben das mit vielen Hilfestellungen an unsere Familien weiter.  

Uns war und ist es sehr wichtig, in der Corona-Zeit mit den Ehrenamtlichen auch über ihre Arbeit in den Angeboten des Kinderdorfes hinaus in Kontakt zu bleiben. Gerade im Frühjahr haben wir sehr viele Telefonate geführt und tägliche Nachrichten verschickt.

Interview mit Dagmar Wehle und Gabriela Matthies

VdK Berlin-Brandenburg

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Dagmar Wehle: Die ehrenamtliche Arbeit beim VdK Berlin-Brandenburg ist so vielfältig wie seine Mitglieder. 

Unsere Ehrenamtlichen repräsentieren den VdK Berlin-Brandenburg in ihrem eigenen Bezirk oder Landkreis und setzen sich für dessen Ziele ein. Ganz konkret bedeutet dies die Mitwirkung in Senioren- und Behindertenbeiräten, Tätigkeiten als Patientenvertreter oder ehrenamtliche Richter oder die Mitwirkung in Selbsthilfegruppen bzw. die Gründung einer solchen aus der eigenen Betroffenheit heraus. Weitere Tätigkeiten sind die Unterstützung für Ratsuchende mit unterschiedlichen Themen, Verfassen von Geburtstagsgrüßen, Besuche von Mitgliedern. 

Viele Ehrenamtliche ziehen den Mehrwert aus dem Umgang mit Menschen und der Anerkennung, die ein kleines Danke, ein Blumenstrauß oder eine Schachtel mundender Pralinen für die eigene Seele bedeutet.

Gabriela Matthies: Als ehrenamtliche Kreisvorsitzende in Berlin-Lichtenberg bin ich, und zu Corona-Zeiten erst recht, in meinem ganz privaten Homeoffice sitzend, fast jederzeit für jedes Mitglied erreichbar. Im Ehrenamt ist es mitunter gar nicht still, denn Probleme, Sorgen und soziale Belange haben keine Pause, keinen Feierabend und kein Wochenende. Es müssen Fristen für Widersprüche beachtet werden und auch die Formulierungen von Bescheiden bedürfen unserer Erläuterung, um überhaupt von jedem verstanden zu werden. Oft hilft den Ratsuchenden, die mich kontaktieren, schon ein verständnisvoller Tipp oder ein Hinweis von mir zu einer möglichen Konfliktlösung. Dies lässt bei den Anrufern wieder Hoffnung aufkeimen. Spezielle Fälle leite ich an die Sozialrechtsberater unseres Vereins weiter. Mit deren Hilfe gelingt es uns sehr häufig, geltendes Sozialrecht durchzusetzen.

Im Ehrenamt finde ich eine gute Möglichkeit, Dinge und soziale Unzulänglichkeiten anzupacken, zu verändern und Recht einzufordern. Ich lege allzu gern meine Finger in entsprechende Ungerechtigkeitswunden und mir ist und bleibt es ein Hauptanliegen, Mut zu machen und zu helfen. 

Für unsere Mitglieder und aktiven Ehrenamtlichen bin ich eine aufgeschlossene Ansprechpartnerin, die auch schon mal zur Eventmanagerin wird, wenn es um unsere Geselligkeit und Kultur, ja unseren Mitgliederzusammenhalt geht. Corona wird uns nicht ewig ausbremsen, weil ich Menschen liebe und ein konzentriertes Handeln für Gerechtigkeit schätze.

Dagmar Wehle: Nach dem Corona-Lockdown im März und dem anfänglichen Schock, denn keiner hatte je so nah eine Pandemie erlebt, war das Ehrenamt schnell bereit, die gewohnten Pfade zu verlassen und bisheriges einfach anders umzusetzen. Ganz konkret bedeutet dies, dass Mitgliedertreffen jetzt in größeren Räumlichkeiten stattfinden, Kontakte werden auch mal über den Gartenzaun aufrechterhalten, es wird mehr telefoniert, geskypt und auch WhatsApp wird sehr rege genutzt. Alles in allem werden die neuen Medien und neue digitale Formate von unseren Ehrenamtlichen sehr gut angenommen und genutzt. 

Die Corona-Pandemie stellt uns alle vor große Herausforderungen. Sie zwingt uns aber auch, neue Wege zu gehen. Je größer der räumliche Abstand zwischen den Menschen wird, umso herzlicher muss die Botschaft sein. Daher haben wir beim VdK die Aktion Pinsel-Post ins Leben gerufen. Mit selbstgemalten Bildern oder Basteleien, Briefen und Gedichten möchten wir den Bewohnern von Pflegeeinrichtungen etwas Abwechslung und Freude bereiten. Denn sie trifft die Corona-Krise besonders hart. Jeder kann mitmachen und seine Kunstwerke an ausgewählte Pflegeeinrichtungen schicken.

 

Weitere Infos zur Pinsel-Post: www.vdk.de/permalink/79102

Tipps für das Ehrenamt

Der Guide fürs Engagement

9 unverzichtbare Tipps im Ehrenamt

Ist der Entschluss zum Ehrenamt gefasst, sind Aufregung und Freude selbstverständlich groß. Doch es gibt für engagierte Helfer einige Punkte zu beachten, um nicht in Stolperfallen zu tappen. Die folgenden neun Tipps helfen einerseits dabei, unangenehme Überraschungen mit dem Versicherungsschutz, dem Arbeitgeber oder dem Finanzamt zu vermeiden. Andererseits zeigen sie, wie Ehrenamtliche Anreize, die von der Politik geschaffen wurden, optimal nutzen können.

  • Damit der Ehrenamtliche dem Arbeitsmarkt uneingeschränkt zur Verfügung steht, darf die ehrenamtliche Betätigung nicht mehr als 15 Wochenstunden in Anspruch nehmen.  Liegt sie darüber, muss der Arbeitslose dies der Agentur für Arbeit melden. 
  • Ist die Betätigung unentgeltlich und gemeinwohlorientiert, kann sie über den zeitlichen Umfang von 15 Stunden hinausgehen. Dies muss durch die Agentur für Arbeit zunächst geprüft und genehmigt werden. Laut des Paragraphen 2 der Verordnung über die ehrenamtliche Betätigung von Arbeitslosen hat die „berufliche Eingliederung des Arbeitslosen  Vorrang vor der Ausübung einer ehrenamtlichen Betätigung“. Es muss also ermittelt werden, ob der Arbeitslose noch genügend Zeit für „Eigenbemühungen zur Beendigung der Beschäftigungslosigkeit“ hat.
  • Eine Auslagenerstattung, beispielweise für den öffentlichen Nahverkehr zur ehrenamtlichen Tätigkeit, berührt die Unentgeltlichkeit des Ehrenamtes genauso wenig wie der Erhalt einer Ehrenamtspauschale oder des Übungsleiterfreibetrages. Hier dürfen Arbeitslose bis zu 200 Euro monatlich anrechnungsfrei verdienen. Damit liegt die Ehrenamtspauschale höher als der Erwerbstätigengrundfreibetrag, der nach §11b Ab. 2 Satz 1 SGB II nur bei 100 Euro monatlich liegt.

Vorsicht: Die Pauschale muss monatlich gezahlt werden, nicht etwa einmal am Ende des Jahres für das gesamte Jahr. Liegt die einmalige Zahlung über 200 Euro, bewertet die Agentur für Arbeit sie als Einkommen und Rückzahlungen werden fällig.

Es gibt keinen generellen Anspruch des Arbeitnehmers auf bezahlte – oder unbezahlte – Freistellung von seinem Arbeitsverhältnis zugunsten der ehrenamtlichen Tätigkeit. Doch es existieren Sonderfälle, in denen der Sonderurlaub durch den Arbeitgeber genehmigt werden muss

  • Ehrenamtliche Mitarbeiter des THW müssen für einen Katastrophenschutzeinsatz und für Ausbildungsveranstaltungen vom Arbeitgeber freigestellt werden. Dies ist bundesweit im THW-Gesetz in Paragraph 3, Abs. 1 und 2 geregelt. Das Gehalt muss der Arbeitgeber weiterzahlen, kann es sich jedoch vom Technischen Hilfswerk erstatten lassen, wenn der Mitarbeiter mehr als zwei Stunden am Tag oder sieben Stunden innerhalb von zwei Wochen ausfällt.
  • Auch Kameraden der Freiwilligen Feuerwehr müssen bezahlt freigestellt werden. Dies ist nicht in einem bundesweiten Gesetz geregelt, sondern in den Brandschutzgesetzen der einzelnen Bundesländer.
  • Für ehrenamtliche Richter (auch Schöffen) und Ehrenamtliche in der Selbstverwaltung der Sozialversicherung gilt der Paragraph 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches. Der Arbeitgeber muss Arbeitnehmer dieser beiden Gruppen bezahlt freistellen, wenn sie innerhalb ihrer Arbeitszeit an Sitzungen teilnehmen.
  • Bestehen keine separaten landesrechtlichen Regelungen, findet der Paragraph 616 BGB im Katastrophenfall und bei akuten Unglücken auch für Hilfsorganisationen wie dem DRK Anwendung. Dies gilt nicht für Übungen oder Weiterbildungen.
  • Vorsicht: Arbeitgeber können Lohnfortzahlungen nach Paragraph 616 BGB im Arbeitsvertrag ausschließen!
  • Jugendarbeit wird als besonders förderungsbedürftig angesehen, daher gibt es hier in den meisten Bundesländern einen Freistellungsanspruch für Ehrenamtliche. Dieser sollte individuell für das entsprechende Bundesland überprüft werden. Denn die maximale Anzahl der Freistellungstage variiert stark. Zumeist erfolgt die Freistellung unbezahlt.
  • Ehrenamtliche, die im Gemeinderat oder anderen öffentlichen Ämtern tätig sind, müssen ebenfalls freigestellt werden. Dies muss jedoch nicht durch den Arbeitgeber finanziert werden, denn für den Verdienstausfall gibt es eine Entschädigung vom Staat.
  • Laut Paragraph 40 des Berufsausbildungsgesetzes müssen Arbeitnehmer auch für die ehrenamtliche Arbeit in Prüfungsausschüssen von Kammern und Verbänden freigestellt werden. Die jeweilige Kammer entschädigt den Arbeitnehmer, wird er nicht vom Arbeitgeber bezahlt.
  • Ehrenamtliche in privaten Vereinen können ebenfalls von ihrem Arbeitgeber freigestellt werden – allerdings geschieht dies nur freiwillig, ein gesetzlicher Anspruch besteht nicht.
  • Egal ob das Ehrenamt nur zwei Monate ausgeübt wurde oder gleich drei Ehrenämter durchgängig im Kalenderjahr: Der Freibetrag von 720 Euro ist ein Jahresbetrag, der unabhängig von Anzahl und Dauer der Ehrenämter einmal pro Jahr gewährt wird. Ab 1. Januar 2021 beträgt die Ehrenamtspauschale 840 Euro.
  • Für Übungsleiter gibt es einen höheren Freibetrag: 2.400 Euro dürfen im Steuerjahr ohne Abgaben angenommen werden. Ab 1. Januar 2021 gibt es eine Erhöhung des Freibetrags auf 3.000 Euro. Damit werden Tätigkeiten im pädagogischen Bereich, als Chorleiter, Trainer oder Vortragsreferent gefördert.
  • Eine Kombination des Freibetrags als Übungsleiter und der Ehrenamtspauschale ist möglich, wenn es sich dabei um zwei unterschiedliche Ehrenämter handelt, die gesondert bezahlt werden.
  • Für die Ehrenamtspauschale ist es unerheblich, was für ein Ehrenamt ausgeübt wird. Einzige Vorgabe ist, dass es im ideellen Bereich angesiedelt ist, also einem gemeinnützigen, mildtätigen oder kirchlichen Zwecke dient und in einer öffentlich rechtlichen oder gemeinnützigen Körperschaft verrichtet wird.
  • Tätigkeiten im wirtschaftlichen Geschäftsbetrieb, beispielsweise der Verkauf von Getränken in der Vereinsgaststätte oder als aktiver Sportler, werden nicht von der Ehrenamtspauschale berücksichtigt.
  • Zudem gibt es den Arbeitnehmer-Pauschbetrag von 1.000 Euro. Wer nicht anderswo als Arbeitnehmer angestellt ist, kann diesen mit der Ehrenamtspauschale koppeln und so insgesamt 1.720 Euro steuerfrei einnehmen.
  • Auch geringfügig Beschäftigte haben Anspruch auf die Ehrenamtspauschale. Minijobber können dabei entscheiden, ob sie die Pauschale aufteilen wollen oder einmal im Jahr den gesamten Betrag erhalten wollen. 

Liegen die Einnahmen aus dem Ehrenamt über dem Freibetrag von 720 Euro, können sie als „sonstige Einkünfte“ für steuerpflichtige Personen gelten. Bis zu 256 Euro darf jeder steuerpflichtige Ehrenamtliche hier zusätzlich zur Ehrenamtspauschale steuerfrei einnehmen. Alles, was darüber liegt, muss versteuert werden.

  • BAföG: Steuerfreie Einkommen werden in den meisten Fällen nicht auf das BAföG angerechnet, so auch beim steuerfreien Einkommen aus ehrenamtlicher Arbeit. Es gelten die gleichen Freigrenzen wie beim Finanzamt. Die Ehrenamtspauschale beträgt 720 Euro, die Übungsleiterpauschale 2.400 Euro im Jahr. Die ehrenamtlichen Pauschalen werden mit dem Einkommensfreibetrag des BAföG zusammengezogen.  
  • Wohngeld: Auch hier müssen Ehrenamtliche sich nicht sorgen. Im Paragraph 14 des Wohngeldgesetzes sind steuerfreie Einkünfte angegeben, die dennoch auf das Einkommen im Sinne des WoGG als Einkommen angerechnet werden. Ehrenamtliches Einkommen ist hier nicht dabei und bleibt daher unberücksichtigt.
  •  Elterngeld: Auf die Berechnung der Höhe des Elterngeldes hat das Einkommen aus ehrenamtlicher Tätigkeit grundsätzlich keinen Einfluss, da hier nur das zu versteuernde Einkommen aus dem Kalenderjahr vor der Geburt herangezogen wird. Auch die Zahlung des Elterngeldes bleibt von Aufwandsentschädigungen und Ehrenamtspauschalen unbehelligt, da es sich dabei nicht um Einkommen handelt, das ein Einkommen aus Erwerbstätigkeit ersetzt.
  • Rente: Ist das reguläre Rentenalter erreicht, ist ein Hinzuverdienst für die Höhe der Rente unerheblich. Davor und bei Erwerbsminderungs- sowie Hinterbliebenenrenten wird es jedoch komplizierter: Hier gelten individuelle Hinzuverdienstgrenzen, die geprüft werden müssen. Handelt es sich um reine Aufwandsentschädigungen, können Rentner unbesorgt sein, da keine Anrechnung auf die Rente erfolgt. Werden jedoch Vergütungen für das Ehrenamt bezogen, müssen diese auf ihren Lohnersatzcharakter geprüft werden. Bis zu einer Höhe von jährlich 6.300 Euro ist ein Hinzuverdienst unerheblich für die Rentenhöhe, darüber wird die Lohnersatzleistung anteilig angerechnet.
  • Aufwandsersatzersatz wird geleistet, wenn die Aufwendung im Auftrag des Vereins erfolgt. Dazu können unter anderem die Kosten der Nutzung privater Telefone und Pkw, Porto- oder Reisekosten sowie Aufwendungen für Büromaterial oder Räumlichkeiten gehören.
  • Diese Aufwendungen können durch den Verein ohne steuerliche oder sozialabgaberechtliche Folgen für den Ehrenamtlichen zurückerstattet werden. Eine Höchstgrenze für erstattungsfähige Auslagen existiert nicht.
  • Wichtig ist es, Belege und Einzelnachweise der Auslagen für den Verein aufzuheben und vorzulegen.

Vorsicht: Die eigene Arbeitszeit und Arbeitskraft sind selbstverständlich keine Auslagen im Rahmen des Auftrages durch den Verein und damit nicht erstattungsfähig.

  • Arbeitnehmer tragen Aufwandsentschädigungen und Einnahmen aus ehrenamtlicher Arbeit bis zur Höhe von 720 Euro (beziehungsweise 2.400 Euro für Übungsleiter) in der Anlage N in Zeile 27 unter „Steuerfrei erhaltene Aufwandsentschädigungen / Einnahmen“ ein. 
  • Überschreiten die Einnahmen den Freibetrag, muss der Überschuss als Arbeitslohn in der Zeile 21 der Anlage N unter „Steuerpflichtiger Arbeitslohn, von dem kein Steuerabzug vorgenommen worden ist“ eingetragen werden. 
  • Aufwendungen, die nicht durch den Verein erstattet wurden, können unter den Werbungskosten in Anlage N (Zeile 31 bis 87 und Zeile 95) angegeben werden.

Selbstständige tragen Aufwandsentschädigungen und Vergütungen aus ehrenamtlicher Arbeit in der Anlage S in den Zeilen 44 und 45 unter „Einnahmen aus der nebenberuflichen Tätigkeit als …“ ein.

  • Für einige Ehrenämter besteht kraft Gesetzes die gesetzliche Unfallversicherung. Dazu gehören unentgeltlich in Rettungsunternehmen Tätige, wie in der Freiwilligen Feuerwehr, beim THW und der Johanniter-Unfall-Hilfe. Auch die Teilnahme an Ausbildungsveranstaltungen ist abgesichert. Gleiches gilt für Ehrenamtliche in der Wohlfahrtspflege, Ehrenamtliche im öffentlich-rechtlichen Sektor und dem Bildungswesen sowie für Ehrenamtliche im Auftrag der Kirche und in landwirtschaftsfördernden Einrichtungen und in Berufsverbänden der Landwirtschaft. Auch Teilnehmer an Freiwilligendiensten, wie dem Freiwilligen Sozialen Jahr, sind per Gesetzes über die Unfallversicherung geschützt.
  • Einige Bundesländer sehen zudem eine Pflichtversicherung in der Unfallversicherung für weitere ehrenamtliche Tätigkeitsbereiche kraft Satzung vor. In Bremen, Hamburg, Hessen, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Rheinland-Pfalz, Sachsen-Anhalt und Schleswig-Holstein sind Engagierte versichert, die im öffentlichen Interesse liegende oder gemeinnützige beziehungsweise mildtätige Zwecke fördern.
  • Vereine und gemeinnützige Organisationen können zudem freiwillige Versicherungen für ihre Mitglieder abschließen. Dazu zählen nicht nur Unfallversicherungen, sondern auch Haftpflichtversicherungen und sogar Kfz-Versicherungen, wie sie beispielsweise bei ehrenamtlichen Pflegediensten sinnvoll sind.

Grundsätzlich: In vielen Fällen besteht Versicherungsschutz während der Ausübung des Engagements sowie während der An-und Abreise zur ehrenamtlichen Tätigkeit. Da diese jedoch nicht in jedem Fall vom Gesetzgeber vorgesehen ist, müssen Ehrenamtliche sich vor Ausübung ihrer Tätigkeit bei ihrem Verein informieren, was genau versichert ist, um im Ernstfall nicht alleine dazustehen.

  • Engagierte Mitarbeiter entfalten auch für das Image des Unternehmens eine positive Strahlkraft, die als Aushängeschild dienen kann.
  • Gerade wenn im Ehrenamt erworbene Fähigkeiten auch vorteilhaft für den ausgeübten oder angestrebten Beruf sind, sollten sie definitiv nicht nur unter den „Hobbys“ Erwähnung finden. Stattdessen bietet sich eine Rubrik „Soziales Engagement“ oder „Persönliche Kompetenzen“ dafür an. Beschrieben wird dann die jeweilige Tätigkeit, die erworbenen Kenntnisse und die Dauer des Ehrenamts. Einmalige Tätigkeiten oder kurzzeitige Ehrenämter sind an dieser Stelle für den Arbeitgeber wenig interessant.

Vorsicht: Zu viele gleichzeitig ausgeübte Ehrenämter können den Anschein erwecken, das Ehrenamt hätte Vorrang vor dem Job. Deswegen ist die Erwähnung eines besonders zum Job passenden Ehrenamtes vorteilhafter.

  • Da das Ehrenamt in Deutschland hoch angesehen ist, kann es die Chancen, später einen bezahlten Job zu erhalten, signifikant erhöhen.
  • Helfer können wichtige Kontakte knüpfen, die ihre Jobperspektiven verbessern, und im Ehrenamt erste Deutschkenntnisse erlernen oder diese durch den alltäglichen Umgang verbessern.

Diese Vereine haben sich im vergangenen Jahr beteiligt

Das Logo vom Arbeiter-Samariter-Bund Deutschland eV
Lesewelt e.V. Logo
Nabu Landesverband Berlin Logo
Das Logo von GuteTat.de
THW Logo
Sternenzauber Fruehchenwunder e.V. Logo
Das Logo von der Heilsarmee Dresden
drk-logo
Wikimedia Logo
Das Logo vom Medizin Hilft e.V.
TelefonSeelsorge Logo
Landesfreiwilligenagenturen Logo