Das sollten Sie über die Beitrags­bemessungs­­grenze wissen.

Beitrags­bemessungs­grenze 2020 / 2021 - Was bedeutet sie?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine wichtige Rechengröße in der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen bei der Beitrags­berechnung herangezogen wird. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2020 bei 56.250 Euro jährlich bzw. 4.687,50 Euro monatlich, 2021 steigt diese auf 58.050 Euro jährlich bzw. 4.837,50 Euro monatlich.

Monatlich in 20200
Monatlich ab 20210
Jährlich in 20200
Jährlich ab 20210

Bei einem höheren Einkommen ist der übersteigende Teil des Verdiensts beitragsfrei. Auf diese Weise ergeben sich Höchstbeiträge für Gutverdiener. Gerade bei der Krankenversicherung ist die Beitrags­bemessungsgrenze nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wichtig.

Anwendung GKV & PKV

Was bedeutet die Beitragsbemessungsgrenze für die Krankenkasse?

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken­versicherung beträgt 2021 monatlich 4.837,50 Euro brutto, also 58.050 jährlich. Im Vergleich zu 2020 ist sie von 56.250 Euro um 1800 Euro jährlich gestiegen. Ein Arbeitnehmer, der über ein Einkommen von 6.000 Euro brutto verfügt, müsste ohne Beitrags­bemessungs­grenze einen Krankenversicherungsbeitrag von rund 471 Euro pro Monat (Zusatzbeitrag von 1,1 Prozent) zahlen. Da sein Einkommen aber nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze berücksichtigt wird, verringert sich sein Versicherungsbeitrag auf rund 367 Euro.

Auch für die private Kranken­versicherung (PKV) ist die Beitrags­bemessungs­grenze wichtig. Denn sowohl der Maximalbeitrag zum PKV Basistarif als auch der Höchstzuschuss des Arbeitsgebers zur PKV Versicherungs­prämie ergeben sich aus der Beitrags­bemessungs­grenze.

Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber bei der privaten Kranken­versicherung einen Zuschuss. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des Versicherungsbeitrags, allerdings nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze. 2020 steuert der Chef demnach 7,3 Prozent der monatlichen Bemessungsgrenze von 4.687,50 Euro brutto bei, also höchstens 367,97 Euro im Monat. Übersteigt der PKV-Beitrag den Höchstbeitrag zur GKV (ohne Zusatzbeitrag), muss der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Prämie aus dem Bruttolohn zahlen.

Tipp: Je nach Krankenkasse liegt der monatliche Maximalbeitrag bei 342 Euro bis 405 Euro für Angestellte. Auf das Jahr gerechnet können sie mit einem Krankenkassen­wechsel daher über 750 Euro sparen.

Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig

Aus der Beitragsbemessungsgrenze errechnet sich für gesetzlich Krankenversicherte der aktuelle Höchstbeitrag. Für privat Krankenversicherte ergibt sich daraus der maximale Arbeitgeberzuschuss. Von 2013 bis 2020 haben sich diese stetig erhöht:

2020 56.250€ 735,94€ 367,97€
2019 54.450€ 703,31€ 351,66€
2018 53.100€ 690,30€ 323,03€
2017 52.200€ 682,95€ 317,55€
2016 50.850€ 665,29€ 309,34€
2015 49.500€ 639,38€ 301.13€
2014 48.600€ 627,75€ 295,65€
2013 47.250€ 610,31€ 287,44€

*Bei Angestellten und Rentnern wird die Hälfte des maximalen GKV Beitrags vom Arbeitgeber bzw. der Rentenversicherung übernommen.

**Der Arbeitgeberzuschuss der privaten Krankenversicherung unterliegt 2 Beschränkungen: Der Zuschuss ist durch den Maximalbetrag nach oben hin gedeckelt (für 2020 auf maximal 367,97€) und darf nicht höher sein als 50% des gesamten PKV-Beitrags des Versicherten.

Mehr Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

Erreicht ihr Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze?

Dann wird Ihr Krankenkassenbeitrag ab der Höchstgrenze gedeckelt. Übersteigt Ihr Einkommen sogar die Versicherungspflichtgrenze? Dann könne  Sie sich privat krankenversichern.

Anwendung in der GKV und PKV

Für welche Versicherungsart wird die Beitrags­bemessungs­grenze herangezogen?

Es gibt zwei verschiedene Beitrags­bemessungs­grenzen. Einerseits wird damit der Grenzwert für die gesetzliche Kranken­versicherung sowie die Pflegepflicht­versicherung festgelegt. Andererseits gilt sie für die Renten- und Arbeitslosen­versicherung. Bei der Renten­versicherung wird zudem zwischen der allgemeinen und der knapp­schaftlichen Renten­versicherung unterschieden.

Im Gegensatz zur Beitrags­bemessungs­grenze für die Kranken- und Pflegeversicherung, die 2021 einheitlich bei 58.050 Euro brutto im Jahr liegt, wird bei der Rentenversicherung in Ost und West unterschieden. Bei der allgemeinen Rentenversicherung liegt sie in den neuen Bundesländern bei 80.400 Euro und in den alten bei 85.200 Euro im Jahr.

Was ist der Unter­schied zwischen Beitrags­­bemessungs­­grenze und Versicherungs­pflicht­grenze?

BBG

VPG

Die Beitrags­bemessungs­grenze (BBG) ist eine Obergrenze für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge. Sie liegt 2020 bei 56.250 Euro pro Jahr und steigt 2021 auf 58.050 Euro pro Jahr. Dadurch wird eine Grenze bestimmt, bis zu welchem Betrag sich der Krankenkassenbeitrag am Einkommen der gesetzlich Versicherten orientiert. Liegt das Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze, dann wird der monatliche Beitrag gedeckelt.

Die Beitragsbemessungsgrenze wirkt sich auch auf Privatversicherte aus. Bei ihnen wird die Höhe des Arbeitgeberzuschusses an die Bemessungsgrenze gekoppelt.

Anders als oft angenommen, hat die Beitrags­bemessungs­grenze keine Aus­wirkungen auf die Steuern. Nur der steuerlich anrechenbare Höchstbeitrag der Rürup-Rente ist seit 2015 an den Maximal­beitrag der knapp­schaftlichen Renten­versicherung (Ost: 94.800€ / West: 101.400€) und die entsprechende Beitrags­bemessungs­grenze gekoppelt.

Ursprung

Warum gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze?

Die Sozialversicherungen in Deutschland sollen allen Beitragenden nach dem Solidaritätsprinzip die gleichen Leistungen gewähren – unabhängig davon, ob ein Beitragszahler kerngesund oder beispielsweise aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßig auf Medikamente und Behandlungs­maßnahmen angewiesen ist.

Dementsprechend soll jeder nach seinen finanziellen Fähigkeiten zum Schutz aller Versicherten beitragen. Im Falle des deutschen Sozialversicherungs­systems geschieht dies in Form eines einkommens­abhängigen Versicherungs­beitrags.

Wer benötigt welche Krankenversicherung?

Da die Krankenkassen in Deutschland ursprünglich allerdings vor allem für das Krankengeld aufgekommen sind, wurde eine Beitrags­bemessungs­grenze eingeführt. Damit wurde nicht nur der maximale Versicherungsbeitrag, sondern auch die Höhe des maximalen Krankengeldes gedeckelt.

Es wurde davon ausgegangen, dass Gutverdiener auch bei einer Begrenzung des Krankengeldes in der Lage sind, durch die begrenzten Leistungen ihre laufenden Kosten bei Krankheit zu tragen.

Erhöhung

Wie hat sich die Beitrags­bemessungsgrenze und Versicherungspflichgrenze entwickelt?

Die Höhe der Beitrags­bemessungs­grenze wird jährlich neu anhand der Lohnent­wicklung in Deutschland und anhand anderer Wirtschafts­faktoren festgelegt. Dabei ist die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken­versicherung in den letzten Jahren konstant angestiegen. Die letzte Senkung des Wertes um 1,0 Prozent gab es im Jahr 2011. In den nächsten Jahren ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage jedoch weiterhin mit einer Steigerung der Beitrags­bemessungs­grenze und auch der Versicherungspflicht bzw. Jahresarbeits­entgeltgrenze (JAEG) zu rechnen.

2013 47.250€ 52.200€
2014 48.600€ 53.550€
2015 49.500€ 54.900€
2016 50.850€ 56.250€
2017 52.200€ 57.600€
2018 53.100€ 59.400€
2019 54.450€ 60.750€
2020 56.250€ 62.550€
2021 58.050€ 64.350€
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