Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine wichtige Rechengröße bei der gesetzlichen Sozialversicherung. So werden bei der Beitragsberechnung jeweils nur Einkommen bis zur Höhe der jeweiligen Bemessungsgrenze herangezogen. Doch gerade bei der Krankenversicherung ist die Beitragsbemessungsgrenze nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung wichtig.

Was ist die Beitragsbemessungsgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist bei den Sozialversicherungen, wie beispielsweise der gesetzlichen Krankenversicherung, der Grenzwert bis zu dem das Einkommen bei der Beitragsberechnung herangezogen wird. Bei einem höheren Einkommen ist der übersteigende Teil des Verdiensts somit beitragsfrei. Auf diese Weise ergeben sich Höchstbeiträge für Gutverdiener.

Beitragsbemessungsgrenze

Beispiel: Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Krankenversicherung beträgt im Jahr 2018 monatlich 4.425 Euro brutto. Ein Arbeitnehmer, der über ein Einkommen von 5.000 Euro brutto verfügt, müsste ohne Beitragsbemessungsgrenze einen Krankenversicherungsbeitrag von rund 365 Euro plus kassenindividuellen Zusatzbeitrag zahlen. Da sein Einkommen aber nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigt wird, verringert sich sein Versicherungsbeitrag auf 323,03 Euro.

Auch für die private Krankenversicherung (PKV) ist die Beitragsbemessungsgrenze wichtig. Denn sowohl der Maximalbeitrag zum PKV Basistarif (2018 voraussichtlich: 694,73 Euro) als auch der Höchstzuschuss des Arbeitsgebers zur PKV Versicherungsprämie ergeben sich aus der Beitragsbemessungsgrenze.

So übernimmt der Arbeitgeber zwar bei der privaten Krankenversicherung die Hälfte des Versicherungsbeitrags, allerdings nur bis zur Beitragsbemessungsgrenze. Das heißt für 2018, dass der Arbeitgeber nur 7,3 Prozent der monatlichen Bemessungsgrenze von 4.425 Euro brutto zum Versicherungsbeitrag zuschießt, also höchstens 323,03 Euro. Übersteigt die Versicherungsprämie den Höchstbeitrag zur GKV (ohne kassenindividuellen Zusatzbeitrag), muss der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Prämie aus dem Bruttolohn zahlen.

Für welche Versicherungsart wird die Beitragsbemessungsgrenze herangezogen?

Bei der Beitragsbemessungsgrenze handelt es sich eigentlich um zwei verschiedene Werte. Denn es gibt einen Grenzwert für die gesetzliche Krankenversicherung sowie die Pflegepflichtversicherung und eine eigene Grenze für die Renten- und Arbeitslosenversicherung. Bei der Rentenversicherung wird zudem noch zwischen der allgemeinen und der knappschaftlichen Rentenversicherung unterschieden.

Im Gegensatz zur Beitragsbemessungsgrenze für Kranken- und Pflegeversicherung, die für das gesamte Bundesgebiet im Jahr 2018 bei 53.100 Euro brutto im Jahr liegt, wird bei der Rentenversicherung in Ost und West unterschieden. Das heißt, bei der allgemeinen Rentenversicherung liegt sie in den neuen Bundesländern bei 69.600 Euro und in den alten bei 78.000 Euro, bei der Knappschaft bei 85.800 Euro beziehungsweise 96.000 Euro.

Beitragsbemessungsgrenze = Versicherungspflichtgrenze?

Die Beitragsbemessungsgrenze wird oft mit der Jahresarbeitsentgeltgrenze (JAEG) beziehungsweise der Versicherungspflichtgrenze verwechselt. Diese bezeichnet das Mindesteinkommen, das Arbeitnehmer überschreiten müssen, um sich in der privaten Krankenversicherung versichern können. Jedoch ist nur die besondere Versicherungspflichtgrenze mit der Beitragsbemessungsgrenze identisch. Die besondere Versicherungspflichtgrenze gilt dabei ausschließlich für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren. Für alle anderen Arbeiter und Angestellten, die sich in der PKV versichern möchten, ist die allgemeine Versicherungspflichtgrenze maßgeblich. Diese ist deutlich höher und liegt 2018 bei 59.400 Euro brutto jährlich.

Steuerliche Auswirkungen der Beitragsbemessungsgrenze

Die Beitragsbemessungsgrenze hat keine direkten Auswirkungen auf die Steuern. Nur der steuerlich anrechenbare Höchstbeitrag der Rürup-Rente ist seit 2015 an den Maximalbeitrag der knappschaftlichen Rentenversicherung und die entsprechende Beitragsbemessungsgrenze gekoppelt.

Warum gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze?

Die Sozialversicherungen in Deutschland sollen allen Beitragenden nach dem Solidaritätsprinzip die gleichen Leistungen gewähren – unabhängig davon, ob ein Beitragszahler beispielsweise kerngesund oder aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßig auf Medikamente und Behandlungsmaßnahmen angewiesen ist. Dementsprechend soll jeder nach seinen finanziellen Fähigkeiten zum Schutz aller Versicherten beitragen – im Falle des deutschen Sozialversicherungssystems in Form eines einkommensabhängigen Versicherungsbeitrags.

Da die Krankenkassen in Deutschland ursprünglich allerdings vor allem für das Krankengeld aufgekommen sind, wurde eine Beitragsbemessungsgrenze eingeführt. Damit wurde nicht nur der maximale Versicherungsbeitrag, sondern auch die Höhe des maximalen Krankengeldes gedeckelt. Es wurde davon ausgegangen, dass Gutverdiener auch bei einer Begrenzung des Krankengeldes in der Lage sind, durch das begrenzte Krankengeld ihre laufenden Kosten bei Krankheit zu tragen.

Entwicklung der Beitragsbemessungsgrundlage

Die Höhe der Beitragsbemessungsgrenze wird jährlich neu anhand der Lohnentwicklung in Deutschland und anhand anderer Wirtschaftsfaktoren festgelegt. Dabei ist die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenversicherung in den letzten Jahren konstant angestiegen. Die letzte Senkung des Wertes um 1,0 Prozent gab es im Jahr 2011. In den nächsten Jahren ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage jedoch weiterhin mit einer Steigerung der Beitragsbemessungsgrenze und auch der Versicherungspflichtgrenze zu rechnen.

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