Startseite » Beitragsbemessungsgrenze

Beitrags­bemessungs­grenze - Was bedeutet sie?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine wichtige Rechengröße in der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen bei der Beitrags­berechnung herangezogen wird.

 

Bei einem höheren Einkommen ist der übersteigende Teil des Verdiensts somit beitragsfrei. Auf diese Weise ergeben sich Höchstbeiträge für Gutverdiener. Gerade bei der Krankenversicherung ist die Beitrags­bemessungsgrenze nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wichtig.

Beitragsbemessungsgrenze 2019
Euro
im Jahr

Beispiel

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken­versicherung beträgt 2019 monatlich 4.537,50 brutto. Ein Arbeitnehmer, der über ein Einkommen von 6.000 Euro brutto verfügt, müsste ohne Beitrags­bemessungs­grenze einen Krankenversicherungsbeitrag von rund 465 Euro pro Monat (Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent) zahlen. Da sein Einkommen aber nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze berücksichtigt wird, verringert sich sein Versicherungsbeitrag auf rund 352 Euro.

Paar sucht nach Krankenversichrungen

Tipp: Je nach Krankenkasse liegt der monatliche Maximalbeitrag bei 338 Euro bis 365 Euro für Angestellte. Auf das Jahr gerechnet können sie mit einem Krankenkassen­wechsel daher bis zu 324 Euro sparen.

Auch für die private Kranken­versicherung (PKV) ist die Beitrags­bemessungs­grenze wichtig. Denn sowohl der Maximalbeitrag zum PKV Basistarif (liegt 2019 bei 703,32 Euro) als auch der Höchstzuschuss des Arbeitsgebers zur PKV Versicherungs­prämie ergeben sich aus der Beitrags­bemessungs­grenze.

 

Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber bei der privaten Kranken­versicherung einen Zuschuss. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des Versicherungsbeitrags, allerdings nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze. 2019 steuert der Chef demnach 7,3 Prozent der monatlichen Bemessungsgrenze von 4.537,50 Euro brutto bei, also höchstens 331,24 Euro im Monat. Übersteigt der PKV-Beitrag den Höchstbeitrag zur GKV (ohne kassenindividuellen Zusatzbeitrag), muss der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Prämie aus dem Bruttolohn zahlen.

Für welche Versicherungsart wird die Beitrags­bemessungs­grenze herangezogen?

Es gibt zwei verschiedene Beitrags­bemessungs­grenzen. Einerseits wird damit der Grenzwert für die gesetzliche Kranken­versicherung sowie die Pflegepflicht­versicherung festgelegt. Andererseits gilt sie für die Renten- und Arbeitslosen­versicherung. Bei der Renten­versicherung wird zudem zwischen der allgemeinen und der knapp­schaftlichen Renten­versicherung unterschieden.

 

Im Gegensatz zur Beitrags­bemessungs­grenze für die Kranken- und Pflegeversicherung, die 2019 einheitlich bei 54.450 Euro brutto im Jahr liegt, wird bei der Rentenversicherung in Ost und West unterschieden. Bei der allgemeinen Rentenversicherung liegt sie in den neuen Bundesländern bei 73.800 Euro und in den alten bei 80.400 Euro im Jahr.

Beitrags­bemessungs­grenze = Versicherungs­pflicht­grenze?

Die Beitrags­bemessungs­grenze wird oft mit der Jahresarbeits­entgeltgrenze (JAEG) beziehungsweise der Versicherungs­pflicht­grenze verwechselt. Diese bezeichnet das Mindesteinkommen, das Arbeitnehmer überschreiten müssen, um sich in der privaten Kranken­versicherung versichern zu können.

 

Jedoch ist nur die sogenannte besondere Versicherungs­pflicht­grenze mit der Beitrags­bemessungs­grenze identisch. Die besondere Versicherungs­pflicht­grenze gilt ausschließlich für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren. Für alle anderen Arbeiter und Angestellten, die sich in der PKV versichern möchten, ist die allgemeine Versicherungs­pflicht­grenze maßgeblich. Diese ist deutlich höher und liegt 2019 bei 60.750 Euro brutto jährlich.

Steuer­liche Aus­wirkungen der Beitrags­bemessungs­grenze

Die Beitrags­bemessungs­grenze hat keine Aus­wirkungen auf die Steuern. Nur der steuerlich anrechenbare Höchstbeitrag der Rürup-Rente ist seit 2015 an den Maximal­beitrag der knapp­schaftlichen Renten­versicherung und die entsprechende Beitrags­bemessungs­grenze gekoppelt.

Warum gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze?

Die Sozialversicherungen in Deutschland sollen allen Beitragenden nach dem Solidaritätsprinzip die gleichen Leistungen gewähren – unabhängig davon, ob ein Beitragszahler kerngesund oder beispielsweise aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßig auf Medikamente und Behandlungs­maßnahmen angewiesen ist. Dementsprechend soll jeder nach seinen finanziellen Fähigkeiten zum Schutz aller Versicherten beitragen. Im Falle des deutschen Sozialversicherungs­systems geschieht dies in Form eines einkommens­abhängigen Versicherungs­beitrags.

 

Da die Krankenkassen in Deutschland ursprünglich allerdings vor allem für das Krankengeld aufgekommen sind, wurde eine Beitrags­bemessungs­grenze eingeführt. Damit wurde nicht nur der maximale Versicherungsbeitrag, sondern auch die Höhe des maximalen Krankengeldes gedeckelt. Es wurde davon ausgegangen, dass Gutverdiener auch bei einer Begrenzung des Krankengeldes in der Lage sind, durch die begrenzten Leistungen ihre laufenden Kosten bei Krankheit zu tragen.

Entwick­lung der Beitrags­bemessungs­grundlage

Die Höhe der Beitrags­bemessungs­grenze wird jährlich neu anhand der Lohnent­wicklung in Deutschland und anhand anderer Wirtschafts­faktoren festgelegt. Dabei ist die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken­versicherung in den letzten Jahren konstant angestiegen. Die letzte Senkung des Wertes um 1,0 Prozent gab es im Jahr 2011. In den nächsten Jahren ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage jedoch weiterhin mit einer Steigerung der Beitrags­bemessungs­grenze und auch der Versicherungs­pflicht­grenze zu rechnen.

2013 47.250 52.200
2014 48.600 53.550
2015 49.500 54.900
2016 50.850 56.250
2017 52.200 57.600
2018 53.100 59.400
2019 54.450 60.750