Das sollten Sie über die Beitrags­bemessungs­­grenze wissen.

Definition

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Durch die Bemessungs­grenze wird ihr Kassen­beitrag gedeckelt.

Anwendung

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Die Beitrags­bemessungs­­grenze gibt es in der GKV & PKV.

Unterschied

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Was ist die Versicherungs- bzw. Beitrags­bemessungs­grenze?

Entwicklung

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In den letzten Jahren wurde die Bemessungs­­grenze erhöht.

Beitrags­bemessungs­grenze - Was bedeutet sie?

Die Beitragsbemessungsgrenze ist eine wichtige Rechengröße in der gesetzlichen Sozialversicherung. Sie gibt an, bis zu welcher Höhe das Einkommen bei der Beitrags­berechnung herangezogen wird. Die Beitragsbemessungsgrenze liegt 2019 bei 54.450 Euro / Jahr, 2020 steigt sie auf 56.250 Euro jährlich.

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Bei einem höheren Einkommen ist der übersteigende Teil des Verdiensts beitragsfrei. Auf diese Weise ergeben sich Höchstbeiträge für Gutverdiener. Gerade bei der Krankenversicherung ist die Beitrags­bemessungsgrenze nicht nur für Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) wichtig.

Anwendung GKV & PKV

Die Beitragsbemessungsgrenze der Krankenkasse

Die Beitragsbemessungsgrenze für die gesetzliche Kranken­versicherung beträgt 2019 monatlich 4.537,50 Euro brutto, also 54.450 Euro jährlich. Ab 2020 wird sie auf 56.250 Euro jährlich bzw. 4.687,50 Euro monatlich steigen. Ein Arbeitnehmer, der über ein Einkommen von 6.000 Euro brutto verfügt, müsste ohne Beitrags­bemessungs­grenze einen Krankenversicherungsbeitrag von rund 465 Euro pro Monat (Zusatzbeitrag von 0,9 Prozent) zahlen. Da sein Einkommen aber nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze berücksichtigt wird, verringert sich sein Versicherungsbeitrag auf rund 352 Euro.

Tipp: Je nach Krankenkasse liegt der monatliche Maximalbeitrag bei 338 Euro bis 365 Euro für Angestellte. Auf das Jahr gerechnet können sie mit einem Krankenkassen­wechsel daher bis zu 324 Euro sparen.

Auch für die private Kranken­versicherung (PKV) ist die Beitrags­bemessungs­grenze wichtig. Denn sowohl der Maximalbeitrag zum PKV Basistarif (liegt 2019 bei 703,32 Euro) als auch der Höchstzuschuss des Arbeitsgebers zur PKV Versicherungs­prämie ergeben sich aus der Beitrags­bemessungs­grenze.

Angestellte erhalten von ihrem Arbeitgeber bei der privaten Kranken­versicherung einen Zuschuss. Dieser beläuft sich auf die Hälfte des Versicherungsbeitrags, allerdings nur bis zur Beitrags­bemessungs­grenze. 2019 steuert der Chef demnach 7,3 Prozent der monatlichen Bemessungsgrenze von 4.537,50 Euro brutto bei, also höchstens 331,24 Euro im Monat. Übersteigt der PKV-Beitrag den Höchstbeitrag zur GKV (ohne Zusatzbeitrag), muss der Arbeitnehmer mehr als die Hälfte der Prämie aus dem Bruttolohn zahlen.

Erreicht ihr Einkommen die Beitragsbemessungsgrenze?

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Dann wird Ihr Krankenkassenbeitrag ab der Höchstgrenze gedeckelt. Übersteigt Ihr Einkommen sogar die Versicherungspflichtgrenze? Dann könne  Sie sich privat krankenversichern.

Anwendung in der GKV und PKV

Für welche Versicherungsart wird die Beitrags­bemessungs­grenze herangezogen?

Es gibt zwei verschiedene Beitrags­bemessungs­grenzen. Einerseits wird damit der Grenzwert für die gesetzliche Kranken­versicherung sowie die Pflegepflicht­versicherung festgelegt. Andererseits gilt sie für die Renten- und Arbeitslosen­versicherung. Bei der Renten­versicherung wird zudem zwischen der allgemeinen und der knapp­schaftlichen Renten­versicherung unterschieden.

Im Gegensatz zur Beitrags­bemessungs­grenze für die Kranken- und Pflegeversicherung, die 2019 einheitlich bei 54.450 Euro brutto im Jahr liegt (2020: Erhöhung auf 56.250 Euro im Jahr), wird bei der Rentenversicherung in Ost und West unterschieden. Bei der allgemeinen Rentenversicherung liegt sie in den neuen Bundesländern bei 73.800 Euro und in den alten bei 80.400 Euro im Jahr.

Was ist der Unter­schied zwischen Beitrags­­bemessungs­­grenze und Versicherungs­pflicht­grenze?

Die Beitrags­bemessungs­grenze ist eine Obergrenze für die Berechnung der Krankenkassenbeiträge. Sie liegt 2019 bei 54.450 Euro pro Jahr, 2020 steigt sie auf 56.250 Euro jährlich. Dadurch wird eine Grenze bestimmt, bis zu welchem Betrag sich der Krankenkassenbeitrag am Einkommen der gesetzlich Versicherten orientiert. Liegt das Gehalt über der Beitragsbemessungsgrenze, dann wird der monatliche Beitrag gedeckelt.

Die Beitragsbemessungsgrenze wirkt sich auch auf Privatversicherte aus. Bei ihnen wird die Höhe des Arbeitgeberzuschusses an die Bemessungsgrenze gekoppelt.

Anders als oft angenommen, hat die Beitrags­bemessungs­grenze keine Aus­wirkungen auf die Steuern. Nur der steuerlich anrechenbare Höchstbeitrag der Rürup-Rente ist seit 2015 an den Maximal­beitrag der knapp­schaftlichen Renten­versicherung und die entsprechende Beitrags­bemessungs­grenze gekoppelt.

Die Versicherungspflichtgrenze bezeichnet das Mindesteinkommen, das Arbeitnehmer überschreiten müssen, um in die private Kranken­versicherung eintreten zu können. Diese ist deutlich höher und liegt 2019 bei 60.750 Euro brutto jährlich, ab 2020 wird diese auf 62.550 Euro steigen.

Eine Ausnahme bildet die sogenannte "besondere Versicherungs­pflicht­grenze", sie ist mit der Beitrags­bemessungs­grenze identisch. Sie gilt ausschließlich für Arbeitnehmer, die bereits am 31. Dezember 2002 privat krankenversichert waren.

Ursprung

Warum gibt es eine Beitragsbemessungsgrenze?

Die Sozialversicherungen in Deutschland sollen allen Beitragenden nach dem Solidaritätsprinzip die gleichen Leistungen gewähren – unabhängig davon, ob ein Beitragszahler kerngesund oder beispielsweise aufgrund einer chronischen Erkrankung regelmäßig auf Medikamente und Behandlungs­maßnahmen angewiesen ist.

Dementsprechend soll jeder nach seinen finanziellen Fähigkeiten zum Schutz aller Versicherten beitragen. Im Falle des deutschen Sozialversicherungs­systems geschieht dies in Form eines einkommens­abhängigen Versicherungs­beitrags.

Beitragsbemessungsgrenze berücksichtigen

Da die Krankenkassen in Deutschland ursprünglich allerdings vor allem für das Krankengeld aufgekommen sind, wurde eine Beitrags­bemessungs­grenze eingeführt. Damit wurde nicht nur der maximale Versicherungsbeitrag, sondern auch die Höhe des maximalen Krankengeldes gedeckelt.

Es wurde davon ausgegangen, dass Gutverdiener auch bei einer Begrenzung des Krankengeldes in der Lage sind, durch die begrenzten Leistungen ihre laufenden Kosten bei Krankheit zu tragen.

Erhöhung

Entwick­lung der Beitrags­bemessungsgrenze und Versicherungspflichgrenze

Die Höhe der Beitrags­bemessungs­grenze wird jährlich neu anhand der Lohnent­wicklung in Deutschland und anhand anderer Wirtschafts­faktoren festgelegt. Dabei ist die Beitrags­bemessungs­grenze der Kranken­versicherung in den letzten Jahren konstant angestiegen. Die letzte Senkung des Wertes um 1,0 Prozent gab es im Jahr 2011. In den nächsten Jahren ist aufgrund der wirtschaftlichen Lage jedoch weiterhin mit einer Steigerung der Beitrags­bemessungs­grenze und auch der Versicherungspflicht bzw. Jahresarbeits­entgeltgrenze (JAEG) zu rechnen.

Jahr Beitrags­­bemes­sungs­­grenze Versicherungs­pflicht­grenze
2013 47.250€ 52.200€
2014 48.600€ 53.550€
2015 49.500€ 54.900€
2016 50.850€ 56.250€
2017 52.200€ 57.600€
2018 53.100€ 59.400€
2019 54.450€ 60.750€
2020 56.250€ 62.550€
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