Angestellte können ihre Leistungen steigern und Kosten senken.

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Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer

Arbeitnehmer können zwischen privater (PKV) und gesetzlicher Kranken­versicherung (GKV) wählen.

Kranken­­versicherung für Arbeitnehmer

Angestellte und Arbeitnehmer sind grundsätzlich versicherungspflichtig und damit gesetzlich krankenversichert. Ab einem bestimmten Einkommen dürfen Angestellte jedoch in die PKV wechseln (62.550 Euro brutto im Jahr bzw. 5.212,50 Euro brutto im Monat). Dort erwarten sie oftmals bessere medizinische Leistungen und geringere Beiträge im Vergleich zur gesetzlichen Krankenversicherung.

In der privaten Krankenversicherung lassen Angestellte die Einheits­behandlungen der GKV hinter sich. Hier können sie selbst bestimmen, welchen Gesundheits­schutz sie wollen. Sehr gute Tarife gibt es laut einem Test des Wirtschafts­magazins Focus-Money bereits ab unter 200 Euro im Monat. Wichtig ist dabei, dass der Preis und die damit verbundenen Leistungen in einem ausgewogenen Verhältnis stehen.

Voraussetzungen und Wechsel

Versicherungs­­pflicht­grenze: Wie hoch ist die Schwelle zur PKV für Angestellte?

Angestellte gehören zum Personenkreis von Versicherungs­nehmern, die sich unter bestimmen Voraus­setzungen privat versichern dürfen. Damit gehören sie zu den wenigen Berufsgruppen in Deutschland die eine gewisse Wahlfreiheit in  Krankenversicherungsfragen genießen. Liegen sie mit ihrem Bruttoeinkommen über der sogenannten Versicherungs­pflichtgrenze (auch Jahresarbeits­entgeltgrenze genannt), können sie zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung frei wählen. Die Versicherungspflichtgrenze beträgt:

Monatlich0
Jährlich0
  • Versicherungs­pflichtgrenze überschreiten

    Angestellte mit einem Jahreseinkommen von mindestens 62.550€ können sich von der Versicherungs­pflicht befreien lassen.

  • Fristen einhalten

    Die Versicherungspflichtgrenze muss allerdings für mindestens 12 Monate überschritten sein, um für die Befreiung in Frage zu kommen.

  • Antrag stellen

    Sind alle Voraussetzungen erfüllt (Einkommen & Fristen), muss innerhalb von 3 Monaten ein Antrag auf die Befreiung von der Versicherungspflicht gestellt werden.

Wenn Angestellte diese Voraus­ssetzungen erfüllen, dürfen sie in die private Krankenversicherung eintreten.

Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer

Angestellte müssen demnach für die private Krankenversicherung ein Mindesteinkommen von 5.212,50 Euro brutto im Monat verdienen. Dann können sie sich von der Versicherungs­pflicht befreien lassen und in die private Krankenversicherung wechseln. Den entsprechenden Antrag gibt es bei der aktuellen Krankenkasse. Zum Einkommen zählen neben dem monatlichen Brutto auch vermögenswirksame Leistungen, Urlaubs- und Weihnachtsgeld sowie Überstundenpauschalen.

Ob Angestellte die Versicherungspflicht- beziehungsweise Jahresarbeitsentgeltgrenze überschreiten und somit die Wahl zwischen PKV und GKV haben, meldet der Arbeitgeber zunächst der gesetzlichen Krankenkasse. Diese informiert dann wiederum den jeweiligen Versicherten.

Nach Erhalt der sogenannten Freimeldung müssen Arbeitnehmer der Krankenkasse innerhalb von zwei Wochen ihren Austritt mitteilen. Andernfalls wird für sie zunächst automatisch eine freiwillige gesetzliche Krankenversicherung fortgeführt.

Verpassen Beschäftigte die 14-tägige Frist, können sie ihre freiwillige gesetzliche Mitgliedschaft allerdings unter Berücksichtigung der zweimonatigen Kündigungsfrist jederzeit beenden. Bis zum Ende der Versicherungszeit müssen die der Krankenkasse nur nachweisen, dass sie künftig in der privaten Krankenversicherung versichert sind.

Kündigen sollten Angestellte ihre gesetzliche Versicherung erst, wenn die Aufnahme in die private Krankenversicherung schriftlich bestätigt wurde.

Beiträge

Wie hoch sind die Beiträge in der GKV oder PKV für Angestellte?

Während sich die Beiträge in der gesetzlichen Kranken­versicherung nach dem Bruttoeinkommen des Angestellten richten, werden sie in der privaten Krankenversicherung individuell kalkuliert. Dabei bezieht der Versicherer persönliche Faktoren wie das Alter, den Beruf und den Gesundheitszustand der zu versichernden Person ein.

Für die gesetzliche Kasse zahlen Gutverdiener Höchstbeiträge für Basisleistungen, während sie in der PKV oftmals günstiger einen hochwertigen Versicherungsschutz erhalten. Dies liegt neben der Beitragsberechnung auch am Zuschuss, den der Arbeitgeber privat versicherten Beschäftigten zahlt. Wie bei Kassenpatienten übernimmt der Chef 50 Prozent der Kranken­versicherungskosten. Allerdings ist die Summe auf den Höchstbetrag gedeckelt, den gesetzlich Versicherte erhalten. 2019 beträgt der Zuschuss somit maximal rund 352 Euro pro Monat.

Mit welchen monatlichen Kosten Angestellte bei einer sehr guten PKV im Vergleich zur GKV rechnen können, zeigt ein Test zur privaten Krankenversicherung von Focus-Money. Musterkunde ist ein 35-jähriger Angestellter mit einem monatlichen Einkommen über der Versicherungs­pflichtgrenze.

Beitragsvergleich: PKV / GKV
PKV mit aus­ge­wogenem Schutz Ab 163 Euro
PKV mit Top­schutz Ab 230 Euro
GKV mit Regel­­versorgung (Zusatz­­beitrag 0,9%) 343 Euro

Abwägen

Was sind die Vor- und Nachteile der Privaten Krankenversicherung für Angestellte?

Da die Beiträge der PKV vor allem auf dem Alter und dem Gesundheits­zustand beruhen, ist eine gesetzliche Krankenkasse für ältere und gesundheitlich angeschlagene Angestellte oft die bessere Option. Ein hohes Eintrittsalter oder gesundheitliche Beschwerden können zudem zu Ausschlüssen bestimmter Leistungen führen.

Angestellte mit Kindern sollten bedenken, dass diese unter gewissen Umständen ebenfalls privat versichert sind. Dann fällt für den Nachwuchs ein eigener Beitrag an. Kann er jedoch über die gesetzliche Krankenversicherung des anderen Elternteils versichert werden, greift die kostenlose Familienversicherung. Jedoch erhalten die Kinder dort nur den allgemeinen medizinischen Grundschutz.

Wie die Kinder abhängig vom Versichertenstatus der Eltern versichert sind, zeigt die folgende Übersicht:

Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer
  • Sind beide Eltern privat oder gesetzlich versichert, ist die Lage klar:

    Das Kind ist entsprechend ebenfalls PKV- oder GKV-Mitglied.

  • Ist nur ein Elternteil privat oder gesetzlich versichert, entscheidet der Status des Hauptverdieners und der Familienstand:
  • Hat sich der Haupt­verdiener für die gesetzliche Kranken­versicherung entschieden, ist die kostenlose Familien­versicherung für den Nachwuchs möglich.

  • Sind die Eltern verheiratet und der privat versicherte Elternteil verdient mehr, ist eine eigene private Kranken­versicherung notwendig. Es besteht auch die Möglichkeit, das Kind freiwillig gesetzlich zu versichern.

  • Bei unverheirateten Paaren kann das Kind unabhängig vom Einkommen beitragsfrei in der GKV mitversichert werden, wenn ein Elternteil GKV-Mitglied ist.

Unabhängig davon, ob sich Angestellte für die gesetzliche oder private Krankenversicherung entscheiden, ist es wichtig, zunächst mehrere Angebote miteinander zu vergleichen. Nur so gehen Interessierte sicher, einen Versicherer zu finden, bei dem sie das gewünschte Leistungsniveau zu einem fairen Preis bekommen.

Fragen und Antworten für Arbeitnehmer

Angestellte sind versicherungspflichtig und müssen sich in der Regel gesetzlich krankenversichern. Allerdings können sie sich von dieser Versicherungspflicht befreien, indem ihr Einkommen die Versicherungspflichtgrenze 2019 von 60.750 Euro bzw. 2020 von 62.550 Euro übersteigen. In diesem Fall können Angestellte in die private Krankenversicherung eintreten. Weiterlesen

Arbeitnehmer und Arbeitgeber teilen sich die Kosten der gesetzlichen Krankenversicherung. Aktuell liegt der Beitragssatz bei 14,6%, hinzu kommt  der Zusatzbeitrag von durchschnittlich 0,9%. Sowohl vom Krankenkassenbeitrag, als auch dem Zusatzbeitrag übernimmt der Arbeitgeber jeweils 50%. Den Rest muss der Arbeitnehmer von seinem Einkommen zahlen. Weiterlesen

Angestellte und Arbeitnehmer können ihre private oder gesetzliche Krankenversicherung wechseln. In der GKV ist der Wechsel unkompliziert mit einer Frist von 3 Monaten möglich. In der PKV ist ein Wechsel komplizierter, jedoch grundsätzlich auch mit einer Frist von 3 Monaten zum Jahresende möglich.

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