So gelingt die Kündigung und der anschließende Wechsel des PKV Tarifs.

Private Krankenversicherung: Kündigen und wechseln?

Egal ob Strom, Smartphone oder Kfz-Versicherung – Wer mit seinem Vertrag unzufrieden ist, geht einfach zu einem anderen Anbieter. Solch ein Wechsel gestaltet sich auch in der privaten Krankenversicherung (PKV) problemlos. Doch wenn Sie zurück in die gesetzliche Krankenversicherung wollen oder zu einem neuen Versicherer wechseln, geht die Kündigung der PKV mit einigen Nachteilen einher.

Möglichkeiten

Die private Krankenversicherung kündigen: Das sind Ihre Möglichkeiten

Grundsätzlich gilt für die private Krankenversicherung eine ordentliche Kündigungsfrist von drei Monaten zum Ende des Versicherungsjahres. Dieses ist oft, aber nicht immer identisch mit dem Kalenderjahr. Zu welchem Zeitpunkt das Versicherungsjahr in Ihrem Fall endet, steht in Ihren Versicherungsunterlagen.

Bei der Kündigungsfrist gibt es zwei Ausnahmen:

  • Einkommensgrenze unterschritten

    Als Angestellter müssen Sie einen gewissen Verdienst nachweisen, um sich privat zu versichern. Fallen Sie unter die Versicherungspflichtgrenze , sind Sie wieder versicherungspflichtig. Das bedeutet, dass Sie sich binnen drei Monaten eine gesetzliche Krankenkasse suchen müssen, unabhängig von der Vertragslaufzeit der PKV.

  • Leistungs- oder Beitragsanpassung

    Ändert Ihre private Krankenversicherung die Beiträge oder die Leistungen, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Die Kündigungsfrist beträgt bei der außerordentlichen Kündigung der PKV zwei Monate ab Erhalt des Informationsschreiben über die Änderungen.

Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig

Die Gründe für die Kündigung Ihrer privaten Krankenversicherung können vielfältig sein:

Sind die Leistungen Ihrer privaten Krankenversicherung nicht zufriedenstellend oder erhöht diese die Beiträge deutlich, kann eine Kündigung sinnvoll sein. Prüfen Sie die Tarife anderer privater Krankenversicherer und finden Sie so heraus, ob diese ein besseres Preis-Leistungs-Verhältnis bieten.

Ziehen Sie innerhalb der Europäischen Union (EU) oder des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) um, bleibt Ihr Versicherungsschutz wie gehabt bestehen. In einigen Ländern ist es dabei notwendig, die Krankenversicherung mit diesem Formular  nachzuweisen. Liegt Ihr neuer Wohnort außerhalb der EU und des EWR, müssen Sie Ihre private Krankenversicherung kündigen und sich vor Ort neu versichern.

Verdienen Sie als Angestellter weniger als erfordert, um in der PKV zu bleiben, kehren Sie in die gesetzliche Krankenversicherung zurück. Selbstständige und Freiberufler, die ihre Selbstständigkeit im Hauptberuf aufgeben und in eine sozialversicherungspflichtige Anstellung wechseln, müssen sich ebenfalls gesetzlich krankenversichern. In beiden Fällen ist es notwendig, die private Krankenversicherung zu kündigen.

Dieser Schritt ist für Personen über 55 Jahre nahezu unmöglich. Für sie kommt nur unter sehr engen Voraussetzungen der Wechsel in die Familienversicherung des Ehepartners infrage. Mehr dazu auf der Übersichtsseite „Rückkehr in die GKV “.

Für die private Krankenversicherung gelten Mindestvertragslaufzeiten. Diese laufen zwei Jahre, bei einigen Anbietern auch ein Jahr. In dieser Zeit können Sie Ihre PKV nicht kündigen. Ausnahme: Sie nutzen das vereinbarte Widerrufsrecht. Dieses gilt jedoch nur 14 Tage nach Vertragsabschluss. Finden Sie in dieser Zeit eine bessere private Krankenversicherung, sollten Sie von Ihrem Recht Gebrauch machen.

Wollen Sie Ihre private Krankenversicherung mit dem Ziel kündigen, Geld zu sparen, so wird dies in den meisten Fällen nicht gelingen. Dafür sorgt die erneute Gesundheitsprüfung, die Sie beim neuen Anbieter über sich ergehen lassen müssen. Daher gilt: Je später Sie sich für die Kündigung der PKV entscheiden, desto nachteiliger wird diese für Sie.

Der Wechsel erklärt

Wie funktioniert der Wechsel der privaten Kranken­versicherung?

Sinnvoller ist daher ein Tarifwechsel beim bisherigen Versicherungs­unternehmen. Dieser steht Versicherten gesetzlich zu. Ein Wechsel in einen Tarif mit gleichem Leistungsniveau ist ohne neue Gesundheitsfragen möglich. Altersrückstellungen bleiben zudem erhalten.

Der Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung ist nur möglich, wenn Privatversicherte sozial­versicherungspflichtig angestellt sind und ein Jahresbrutto­einkommen erzielen, das unterhalb der Jahresarbeits­entgeltgrenze liegt. Personen, die älter als 55 Jahre sind, können sich von wenigen Ausnahmen abgesehen nur über die Familien­versicherung des Ehepartners gesetzlich krankenversichern. Dazu darf das Einkommen jedoch noch höher als 435 Euro im Monat sein beziehungsweise 450 Euro bei einem Minijob.

Tipp: Mit dem Wechsel werden Versicherte Mitglied der gesetzlichen Pflegeversicherung. Sinnvoller ist es jedoch, noch für zwei Jahre bei der bisherigen privaten Pflegepflicht­versicherung zu bleiben. Andernfalls riskieren sie ihren Anspruch auf Pflegegeld. Denn er ist an eine Vorversicherungszeit von zwei Jahren in der gesetzlichen Pflegeversicherung gekoppelt, wie die Verbraucherzentrale Hamburg informiert.

Nachteile

Welche Nachteile hat die Kündigung der privaten Krankenversicherung?

Die Kosten der PKV richten sich unter anderem nach Ihrem Alter und Ihrer gesundheitlichen Fitness. Sofern Sie also noch jung und gesund sind und Ihre bisherige private Krankenversicherung nicht länger als fünf Jahre besteht, kann sich die Kündigung der PKV für Sie lohnen. Mithilfe eines unverbindlichen Tarifvergleichs finden Sie heraus, ob es eine günstigere oder leistungsstärkere private Krankenversicherung für Sie gibt. Je älter Sie jedoch sind und je länger Sie bereits den Status Privatpatient haben, ist die Kündigung mit größer werdenden Nachteilen verbunden.

  • Nachteil 1

    Um die monatlichen Kosten Ihres Versicherungsschutzes für die Zukunft stabil zu halten, beinhaltet Ihr Beitrag sogenannte Altersrückstellungen. Diese bestehen aus einem gesetzlichen Zuschlag von zehn Prozent des Versicherungsbeitrags sowie einer individuellen Summe. Die Rückstellungen werden angelegt und später verwendet, um altersbedingte Beitragssprünge ab dem 65. Lebensjahr auszugleichen.

    Haben Sie Ihren Vertrag allerdings vor 2009 abgeschlossen, geht das angesparte Kapital bei einer Kündigung verloren. Für alle anderen Versicherten ist die Mitnahme eines Teils der Altersrückstellungen möglich. Komplett bleiben sie nur erhalten, wenn Sie bei Ihrer aktuellen privaten Krankenversicherung bleiben und lediglich den Tarif wechseln. 

  • Nachteil 2

    Vor Abschluss einer privaten Krankenversicherung müssen Sie eine Reihe von Gesundheitsfragen beantworten. Diese Gesundheitsprüfung müssen Sie wiederholen, wenn Sie den Anbieter wechseln. Da Sie jetzt älter als bei der ersten Prüfung sind und sich Ihr Gesundheitszustand gegebenenfalls verschlechtert hat oder Sie in der Zwischenzeit aus Sicht des Versicherers relevant erkrankt waren, ist der Beitrag Ihres neuen Vertrags höher. Auch hier gilt: Bei einem Tarifwechsel verzichtet Ihre private Krankenversicherung auf ein erneutes Abklopfen des Gesundheitszustands.

Fazit

Private Krankenversicherung wechseln: Mit neuem Tarif Beitrag senken

In der Regel sind die Nachteile, die mit der Kündigung der privaten Krankenversicherung einhergehen, größer als die Vorteile. Anders sieht es bei einem Tarifwechsel aus.

Auf diesen haben Sie laut Paragraf 204 des Versicherungsvertragsgesetzes nicht nur gesetzlich Anspruch. Bleiben Ihre Leistungen auf dem gleichen Niveau wie bisher oder reduzieren diese sogar, ist keine weitere Gesundheitsprüfung notwendig. Ihre Altersrückstellungen werden zudem voll übertragen und Ihr Alter hat auf die Beitragsberechnung des neuen Tarifs keinen Einfluss. Die Nachteile, die ein Anbieterwechsel mit sich bringt, entfallen somit.

Wichtig: Überlegen Sie genau, ob Sie beim Versicherungsschutz kürzertreten wollen. Einmal abgewählte Leistungen können zwar wieder vereinbart werden. Dann müssen Sie jedoch auch wieder Gesundheitsfragen beantworten. Gleiches gilt, wenn Sie Ihren Selbstbehalt reduzieren wollen.

In die GKV

Wechsel von der PKV in die GKV

Sie suchen Informationen, wie Sie von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung wechseln können? Diese finden Sie hier: „Rückkehr in die GKV “. Viele Versicherer bieten mehrere Tarife für die private Krankenversicherung an, die sich in den Leistungen stark ähneln oder sogar decken. Fordern Sie daher Ihre PKV schriftlich auf, Ihnen Angebote zukommen zu lassen. Achten Sie dabei auf die folgenden Fragen:

  • Ziel des Wechsels: Günstigerer Beitrag oder bessere Leistungen?
  • Leistungsniveau umschreiben: Welche Kostenerstattungen soll Ihre PKV weiterhin beinhalten?

Tipp: Im Rahmen der Tarifwechsel-Leitlinien des PKV-Verbands haben sich über 20 Anbieter verpflichtet, Anfragen binnen 15 Arbeitstagen zu beantworten, Mehr- und Minderleistungen sowie Beitragsunterschiede auszuweisen und die Beratung kostenlos durchzuführen.

Der Tarifvergleich kann sich für Sie in regelmäßigen Abständen lohnen. Denn einige Versicherer nutzen sehr günstige Angebote, um Interessierte von ihrer privaten Krankenversicherung zu überzeugen. Zudem bringen sie neue Tarife auf den Markt, die für Sie preiswerter sein können. Prüfen Sie daher auch nach einem erfolgreichen Tarifwechsel, wie sich die Produktvielfalt Ihres Anbieters entwickelt.

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