Zahnersatz: Ihre Möglich­keiten und Kosten der Zahn­medizin im Überblick.

Was ist ein Zahnersatz?

Ein Zahnersatz ist eine zahnmedizinische Möglichkeit, um verloren gegangene Zähne zu ersetzen und Ihnen damit ein Strahlen ins Gesicht zu zaubern. Insbesondere dann, wenn mehrere Zähne entfernt werden mussten – etwa aufgrund eines Unfalls, einer Krankheit oder starken Kariesbefall, schämen sich Betroffene wegen der Zahnlücke. Der Zahnersatz gewährleistet nicht nur problemloses Kauen, sondern sorgt gleichzeitig auch für ein natürliches Erscheinungsbild.

3 Möglichkeiten

Ihr neuer Zahnersatz: Diese Möglichkeiten bietet die Zahnmedizin

Grundsätzlich haben Patienten mit fehlenden Zähnen unterschiedliche Möglichkeiten, die entstandenen Lücken mit einem Zahnersatz zu versorgen. Je nachdem, wie groß die zu schließende Lücke ist, wird zwischen einem festsitzenden und einem herausnehmbaren Zahnersatz entscheiden. Fehlt nur ein einziger Zahn, wird im Normalfall auf den festsitzenden Zahnersatz zurückgegriffen. Handelt es sich gleich um eine ganze Reihe an Zähnen, die ersetzt werden müssen, wird mit einem herausnehmbaren Zahnersatz gearbeitet.

Eine Beratung zum Thema Krankenversicherung ist wichtig

Eine Krone kommt zum Einsatz, wenn die Wurzel Ihres Zahnes (der unsichtbare Teil) noch unbeschädigt ist, der sichtbare Teil (die Zahnkrone) jedoch stark von Karies befallen oder infolge eines Unfalles abgebrochen ist. Mit einer Krone kann der gesunde Teil des Restzahns noch gerettet und die Kaufunktion gewährleistet werden. Der Pfeilerzahn wird für die Kronenbehandlung beschliffen, bevor der Zahnarzt die Zahnkrone anfertigen lässt. Damit die Optik zum Gebiss passt, wird die Kronenfarbe anhand genormter Farbringe an die Zahnfarbe der restlichen Zähne angeglichen. Eine Krone bleibt dauerhaft im Gebiss und hält etwa 10 bis 15 Jahre.

 Ihre Vorteile mit einer Zahnkrone:

  • Zähne, die stark durch Karies zerstört wurden, können mithilfe einer Krone noch gerettet werden.
  • Die Zahnkrone schützt den Zahn vor wiederholter Kariesbildung.

 Ihre Nachteile mit einer Zahnkrone:

  • Für den Einsatz einer Zahnkrone wird die natürliche Zahnsubstanz angegriffen. Dies kann unter Umständen zur Schädigung des Zahnnervs führen.
  • Passt die Krone nicht richtig, begünstigt das die Bildung von Zahnkaries.
  • Die Haltbarkeit einer Krone ist beschränkt.

Eine herausnehmbare Prothese kommt dann zur Anwendung, wenn Ihnen bereits viele Zähne fehlen und eine Versorgung der Zahnlücken durch Implantate oder Zahnbrücken deswegen nicht infrage kommt. Prothesen (Klammerprothesen oder Totalprothese) bestehen in der Regel aus Kunststoff und Metall. Solch eine Prothese kann sowohl im Unterkiefer, als auch im Oberkiefer eingesetzt werden.

Grundsätzlich unterscheidet man zwischen einer Totalprothese und einer Teilprothese. Abhängig davon, wie groß die Lücke ist und wie gut die Verankerungsmöglichkeiten sind, kommen verschiedene Arten zum Einsatz:

  • Modellgussprothese
  • Teleskopprothese
  • Implantatgetragene Prothese
  • Klammerprothese
  • Totalprothese

Die Zähne bestehen dabei aus einer rosafarbenen Kunststoff Material (PMMA), auf die ebenso aus Kunststoff hergestellte Zähne gesetzt werden.

Vorteile

  • Einfache Reinigung und Pflege der herausnehmbaren Prothese
  • Hohe Ästhetik, da keine Halterungen sichtbar sind

 Nachteile

  • Vollprothesen gelten als ein Zeichen von vorangeschrittenen Alter.
  • Eine Prothese im Unterkiefer hält oftmals sehr schlecht.

Ein Zahnimplantat ist eine künstliche Zahnwurzel, die der Zahnarzt in einer chirurgischen Behandlung in den Kieferknochen einbringt. In der Regel kann der Zahnersatz nicht von den natürlichen Zähnen unterschieden werden. Bei Patienten, die einen stabilen, gesunden Knochen im Kiefer haben, kann das Implantat mühelos eingesetzt werden. Für den Fall, dass bei Ihnen nicht genügend Kieferknochen zur Verfügung steht, existieren verschiedene Knochenaufbau-Möglichkeiten.

 

Zahnimplantate kommen für die Versorgung größerer Zahnlücken oder lediglich für Einzelzähne zum Einsatz - je nachdem, wird ein Implantat oder gleich mehrere im Kieferknochen angebracht. Ist dieser Schritt erst einmal gemacht, kann auf das Implantat zum Beispiel eine Zahnkrone, Brücke oder eine Teleskopprothese aufgesetzt werden. Implantate sind für Patienten ein enorme Verbesserung an Lebensqualität.

Ihre Vorteile mit einem Zahnimplantat:

  • Für das Implantat werden die Nachbarzähne nicht angegriffen.
  • Für das Einsetzen eines Implantates fällt keine gesunde Zahnsubstanz zum Opfer.
  • An der Stelle, an der sich das Implantat befindet, wird der Knochenabbau verhindert.

 Ihre Nachteile mit einem Zahnimplantat:

  • Die Behandlung ist sehr aufwendig und zeitintensiv.
  • Implantate sind meistens sehr teuer.

Kosten

Wie hoch sind die Kosten für Zahnersatz?

Die Kosten für den Zahnersatz können nicht pauschalisiert werden. Es gilt wie so oft die Faustregel: Die Ästhetik bestimmt den Preis. Ferner setzen sich die Kosten aus vielen individuellen Faktoren zusammen:

  • Verwendetes Material (zum Beispiel Vollkeramik oder Gold)
  • Ihr Anspruch am Zahnersatz
  • Ort der Anfertigung (Deutschland oder im Ausland)
  • Zeitaufwand des Zahnarztes

Aus diesem Grund ist die Preisspanne sehr hoch. Die anschließende Tabelle gibt Ihnen Auskunft darüber, mit welchen Kosten Sie rechnen müssen. Der Teil der Kostenerstattung, die Ihre Krankenkasse im Heil- und Kostenplan übernimmt, bleibt in dieser Aufstellung unberücksichtigt.

Teilkrone (aus Keramik) 400 - 1.200 €
Vollkrone (aus Keramik z. B. Schneidezahn) 700 - 1.100 €
Verblendete Brücke (aus Stahl mit Teilverblendung), je ergänzender Pfeilerzahn (verblendet) und je ergänzendes Brückenglied (verblendet) 1.000-1.200 € (je Pfeilerzahn 400-500 €, je Brückenglied 220-300 €)
Vollbrücke (aus Keramik, eingliedrig) 1.300 - 1.600 €
Vollprothese 500 - 850 €
Gussklammerprothese 600 - 900 €
Teleskopprothese (Teilprothese) 600 - 6.000 €
Zahnersatz mit Implantaten (Einzelzahnimplantat) 1900 - 3500 €

GKV-Zuschuss

Festzuschuss: Das zahlt die gesetzliche Krankenkasse für Zahnersatz

Grundsätzlich zahlen die gesetzlichen Krankenkassen einen festen Betrag für folgende Behandlungen:

  • Brücken
  • Prothesen
  • Kronen

Gesetzlich Versicherte haben Anspruch auf die sogenannte Regelversorgung. Dennoch müssen Sie in diesem Fall einen Eigenanteil beisteuern.

Krankenversicherung für Angestellte und Arbeitnehmer

Ist beispielsweise eine Überkronung des Seitenzahns notwendig, ist Nicht-Edelmetall (NEM) die Regelversorgung. Nicht-Edelmetalle sind im Vergleich günstig, verfügen über eine lange Lebensdauer und erzielen hervorragende Ergebnisse in puncto Stabilität und Passgenauigkeit. Allerdings sind diese nicht besonders ästhetisch.

Der gesetzliche Festzuschuss liegt derzeit bei 50 Prozent der Kosten, die für die Regelversorgung vorgesehen sind. Entscheiden sich Patienten für eine höherwertige Versorgung, bleibt die Höhe des Zuschusses gleich.

Wichtiger Hinweis: Ab dem 1. Oktober 2020 steigt dieser Festzuschuss auf 60 Prozent, mit Bonusheft auf 70 Prozent (bei regelmäßigen Untersuchungen über fünf Jahre) und 75 Prozent (bei regelmäßigen Untersuchungen über zehn Jahre).

Mehr Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

Die Härtefallregelung zum Zahnersatz

Menschen, denen nur ein geringes Einkommen zur Verfügung steht, unterstützt die gesetzliche Krankenkasse mit einer vollen Kostenübernahme der Regelversorgung, sodass sie keinen Eigenanteil zahlen müssen. Für 2020 ist die monatliche Brutto-Verdienstobergrenze dafür auf 1.274 Euro festgelegt. Teilen Sie sich mit einem Angehörigen einen gemeinsamen Haushalt (Ehegatten, gleichgeschlechtliche Lebenspartner nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz oder familienversicherte Kinder), erhöht sich diese Grenze auf 1.751,75 Euro. Das entsprechende Formular gibt es bei der Krankenkasse oder beim Zahnarzt.

Zusatzversicherung

Das bietet Ihnen eine Zahnzusatzversicherung

Da die gesetzlichen Krankenkassen nur zu 50 Prozent für Kosten der Regelversorgung aufkommen, zahlen Patienten häufig drauf. Eine Zahnzusatzversicherung hingegen deckt genau diese Kosten ab. Eine gute Zahnzusatzversicherung können Sie bereits für wenig Geld abschließen.

Wie hoch der Anteil der Kostenübernahme im Kostenplan ist und ob es eine Höchstsumme pro Jahr gibt, kann der Police der jeweiligen Versicherung entnommen werden. Es lohnt sich daher, verschiedene Tarife miteinander zu vergleichen.

Im aktuellsten Vergleich der Stiftung Warentest wurden 249 Zahnzusatztarife bewertet. Die gute Nachricht ist, dass die Anzahl der sehr guten Tarife angestiegen ist. Solch eine Zahnzusatzversicherung ist für bereits unter 20 Euro zu haben.

Welche Anbieter die Stiftung Warentest konkret mit sehr guten Tarifen ausgezeichnet hat, erfahren Sie hier.

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