Impfungen als Teil der Gesundheitsvorsorge

Ein kleiner Piecks für mehr Schutz

Immer wieder in den Herbstmonaten wirbt das Bundesgesundheitsministerium für die Grippeimpfung. Ein kleiner Piecks genügt, um vor einer ansteckenden Krankheit zu schützen, die vor allem für ältere Menschen sehr ernst werden kann. Neben der Grippe (Influenza) gibt es noch weitere Infektionskrankheiten, deren Ausbreitung durch Schutzimpfungen verhindert wird. Impfungen sind dabei ein wichtiger Teil des Gesundheitssystems. Die private und die gesetzliche Krankenversicherung unterstützt diese Vorsorge.

Vorsorge

Schutzimpfungen: eine wirksame Methode zur Gesundheitsvorsorge

Infektionskrankheiten wie Diphterie oder Kinderlähmung (Polio) waren vor einiger Zeit noch stark verbreitet. Dank Impfschutzprogrammen ist es gelungen, die Verbreitung dieser Krankheiten einzudämmen. Mit diesen Erfolgen besteht kein Zweifel daran, dass Schutzimpfungen bei der Gesundheitsvorsorge eine wichtige Rolle spielen.

Dieser Schutz wirkt nicht nur individuell, also für jede Person einzeln. Impfungen tragen auch zur Gesundheit der gesamten Bevölkerung bei. Denn je mehr Menschen immun sind, desto weniger verbreiten sich ansteckende Krankheiten in der Gesellschaft. Die Übertragung der entsprechenden Infektion wird wirksam eingedämmt.

GKV

Impfschutz und gesetzliche Krankenversicherung (GKV)

Mit dem Wettbewerbsstärkungsgesetz der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV-WSG) nahmen die gesetzlichen Krankenkassen die Schutzimpfungen ab 2007 als Pflichtleistungen in ihren Regelkatalog auf. Sie richten sich dabei nach dem Impfkalender, den die Ständige Impfkommission (STIKO) jährlich herausbringt. Dieses Experten-Gremium erarbeitet Impfempfehlungen für Deutschland und gibt die Impftermine heraus.

Der Impfkalender führt sämtliche Impfempfehlungen für Säuglinge, Kinder, Erwachsene und Senioren auf. Auch Ärzte richten sich nach diesen Vorschlägen. Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) regelt weitere Bestimmungen und legt die Schutzimpfungen fest, die als medizinisch notwendig gelten. Die Kosten für die Impfungen übernehmen die Krankenkassen.

Übersicht über die empfohlenen Impfungen

Schutzimpfungen, die zum Gesundheitsschutz der Bevölkerung beitragen und diesen sichern

  • Diphtherie
  • Haemophilus influenzae Typ B (Hib)-Infektion
  • Hepatitis B
  • Masern, Mumps, Röteln (MMR)
  • Meningokokken-Infektion
  • Pertussis (Keuchhusten)
  • Pneumokokken-Infektion
  • Poliomyelitis (Kinderlähmung)
  • HPV (Humanes Papillom-Virus; für Mädchen und Jungen)
  • Rotaviren
  • Tetanus
  • Varizellen (Windpocken)

Schutzimpfung, falls Grundimmunisierung nicht schon in der Kindheit erfolgte

  • Poliomyelitis
  • Masernimpfung

Auffrischungsimpfungen alle 10 Jahre

  • Diphtherie
  • Tetanus (Wundstarrkrampf)
  • Pertussis
  • Poliomyelitis

Schutzimpfung um schlimme Krankheitsverläufe zu vermeiden

  • Influenza (Grippe)
  • Pneumokokken (Bakterien, die Lungenentzündungen auslösen können)
  • Herpes zoster (Gürtelrose)

Spezielle Impfungen

Schutzimpfungen als Empfehlung für bestimmte Personengruppen

Neben den Schutzimpfungen, die für alle empfohlen sind, gibt es eine Reihe von Impfungen, die die Krankenkasse nur bei ausgewählten Personengruppen bezahlt.

Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME) – Zeckenimpfung

Die sogenannte Zeckenimpfung ist in Wirklichkeit keine Impfung gegen Zecken. Vielmehr schützt sie vor Krankheitserregern, die durch Zeckenbisse übertragen werden. Diese Viren können eine Entzündung der Hirnhäute, die Frühsommer-Meningoenzephalitis (FSME), hervorrufen.

Die STIKO empfiehlt eine Schutzimpfung für Personen, die in Risikogebieten leben oder dort im Freien arbeiten. Dazu zählen in Deutschland zum Beispiel die Bundesländer Baden-Württemberg, Bayern, einige Gebiete in Hessen, Rheinland-Pfalz, Thüringen, Sachsen sowie Regionen im Saarland.

Die Krankenkassen übernehmen die Kosten dafür. Bei einer Urlaubsreise in eine solche Region zahlt jedoch nicht jede Kasse für die Schutzimpfung. Es ist ratsam, sich bei der Krankenkasse zu informieren.

Reiseschutzimpfungen

Eine Reise in ferne Länder mit anderer Flora und Fauna ist aufregend. Doch meist lauern in dem fremden Klima auch Krankheitserreger, die es in diesen Breiten nicht gibt. Dazu gehören laut STIKO Krankheiten wie:

  • Cholera
  • Hepatitis A und B
  • FSME
  • Gelbfieber
  • Meningokokken
  • Tollwut
  • Typhus

Wer sich informieren möchte, welche Schutzimpfung für die jeweilige Reiseregion nötig ist, wendet sich am besten an Ärzte, Gesundheitsämter oder Tropeninstitute. Diese Einrichtungen nehmen zum Teil auch die Impfungen vor. Das Auswärtige Amt informiert auf seiner Website ebenfalls regelmäßig über Infektionsgeschehen in der Welt und ist daher eine hilfreiche Informationsquelle vor der Fernreise.

Achtung: Die Schutzimpfungen für Urlaubsreisen gehören nicht zu den Basisleistungen der gesetzlichen Krankenversicherung. Einige Krankenkassen bieten sie als Zusatzleistung an.

Pieks gegen Influenza: Die Grippe-Schutzimpfung

Für ältere Menschen kann die Grippe (Influenza) einen schweren Verlauf nehmen, zu einer Lungenentzündung führen und mitunter tödlich enden. Die STIKO rät Senioren ab 60 Jahren daher zur Schutzimpfung gegen Influenza-Viren. Weitere Risiko-Gruppen sind Schwangere, chronisch Kranke sowie Personal in Pflege- und Altenheimen.

Da sich Grippe-Viren ständig verändern, ist eine jährliche Auffrischung des Schutzes nötig. Die Kosten für die Grippeimpfung erstatten die meisten Krankenkassen, vor allem bei den Risikogruppen.

Wichtige Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

Kampf gegen Covid-19 : Corona-Schutzimpfung

Die Grippe-Impfung hilft nicht gegen die Corona-Viren der Infektionskrankheit Covid-19, auch wenn die Symptome ähnlich sind. Die neue Schutzimpfung gilt als hoffnungsvoller Weg, der aus der Pandemie herausführt. Die Impfstrategie erfolgt in mehreren Stufen, angefangen von Senioren, die das höchste Erkrankungsrisiko haben, sowie Pflege- und Medizin-Personal bis hin zur allgemeinen Bevölkerung. Die Kosten für die Impfung werden von allen Krankenversicherungen übernommen.

PKV

Impfungen in der privaten Krankenversicherung (PKV)

Eine festgelegte Regelung über die Kostenerstattung wie in der GKV gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht. Da die PKV-Anbieter den gleichen Gesundheitsschutz bieten wie die Krankenkassen, kommen allerdings auch sie für die empfohlenen Schutzimpfungen auf. Wie die Versicherung die Kostenerstattung von Impfungen handhabt, die nur bestimmte Personengruppen betreffen, müssen Versicherte bei ihrem PKV-Anbieter erfragen. Das betrifft beispielsweise Grippeschutzimpfungen sowie Impfungen, die für Auslandsreisen erforderlich sind. Oft hängt die Kostenübernahme vom Tarif ab.

Mehrfach

Impfauffrischung für Erwachsene

Nicht immer genügt eine Impfung für einen lebenslangen Schutz. Bei einigen Krankheitserregern muss die Immunisierung regelmäßig aufgefrischt werden. Erwachsene sollten sich alle zehn Jahre gegen Tetanus und Diphtherie impfen lassen. Die Kinderlähmung kommt zwar in Deutschland nicht mehr vor, ist aber in anderen Ländern noch vorhanden. Daher ist auch gegen diesen Erreger ein Schutz nötig, vor allem wenn Reisen geplant sind. Schließlich ist noch eine erneute Impfung gegen Keuchhusten im Erwachsenenalter nötig.

Diphtherie Alle 10 Jahre wiederauffrischen
Keuchhusten Eine Wiederholungsimpfung im Erwachsenenalter – wird in der Regel gleich zusammen mit der Tetanus-Auffrischung verabreicht
Polio (Kinderlähmung) Routinemäßige Auffrischung nach dem 18. Lebensjahr empfohlen

Für diesen Schutz sind jedoch nicht vier einzelne Impftermine erforderlich. Ärzte verabreichen, je nach vorliegendem Impfschutz, ein Kombinationsprodukt gegen drei oder alle vier Erreger. Dieser Schutz sollte alle zehn Jahre wiederholt werden. Ein Impfpass hilft, den Überblick zu behalten, wie lange die letzte Impfung zurückliegt.

Wichtige Infos zur Gesetzlichen Krankenversicherung

Kampf gegen Covid-19 : Corona-Schutzimpfung

Die Grippe-Impfung hilft nicht gegen die Corona-Viren der Infektionskrankheit Covid-19, auch wenn die Symptome ähnlich sind. Die neue Schutzimpfung gilt als hoffnungsvoller Weg, der aus der Pandemie herausführt. Die Impfstrategie erfolgt in mehreren Stufen, angefangen von Senioren, die das höchste Erkrankungsrisiko haben, sowie Pflege- und Medizin-Personal bis hin zur allgemeinen Bevölkerung. Die Kosten für die Impfung werden von allen Krankenversicherungen übernommen.

Nachweis

Der Impfpass: Wichtig für Weltenbummler

Jede Impfung dokumentiert der Arzt im Impfpass mit

  • Datum
  • Impfstoff
  • Stempel und Unterschrift

Der gelbe Ausweis entspricht den Regeln der Weltgesundheitsorganisation (WHO). Reisenden wird empfohlen, das Dokument mitzunehmen. In einigen Ländern ist es sowieso für die Einreise erforderlich. Im Krankheitsfall sieht der behandelnde Arzt darin, wie lange die letzte Schutzimpfung zurücklag.