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Praxisgebühr bei der GKV

Bei der Praxisgebühr handelte es sich um eine Zuzahlung in Höhe von zehn Euro, die sämtliche Mitglieder der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erbringen mussten.Sie mussten diese bei Arzt-, Zahnarzt- oder Psychotherapeutenbesuchen sowie beim Notdienst oder bei der Notaufnahme eines Krankenhauses einmal pro Quartal entrichten. Nach Abrechnung mit dem Arzt wurde die Gebühr der Krankenkasse überwiesen.

Die Praxisgebühr wurde 2013 wieder abgeschafft.

Zahlungspflicht

Alle Mitglieder der gesetzlichen Krankenkasse, die älter als 18 Jahre sind und sich ambulant ärztlich, zahnärztlich oder psychotherapeutisch behandeln lassen, mussten die Praxisgebühr tragen. Selbstzahler, Privatversicherte, Beamten, Zivildienstleistende mit dienstherrlicher Heilfürsorge und Soldaten mussten die Gebühr hingegen nicht entrichten. Aufgrund eines Urteils des Bundesverwaltungsgerichts müssen Beamte jedoch indirekt eine Praxisgebühr entrichten, da jährlich 40 Euro von ihren Beihilfeleistungen abgezogen werden. Bei der privaten Krankenversicherung entfiel die Praxisgebühr gänzlich.

Gründe für die Praxisgebühr bei der GKV

  • Finanzielle Erleichterung der gesetzlichen Krankenkasse
  • Erhöhung der Selbstverantwortung der Patienten – bei kleineren Leiden soll kein unnötiger Arztbesuch erfolgen
  • Patienten sollen möglichst nur nach Überweisung durch den Hausarzt zu Fachärzten
    gehen

Praxisgebühr bei Überweisungen

Für die weiteren notwendigen Arztbesuche im gleichen Quartal beim gleichen Arzt mussten gesetzlich Versicherte keine weitere Zuzahlung übernehmen. Besuche bei weiteren Ärzten in dem jeweiligen Quartal waren ebenfalls kostenfrei, wenn  eine Überweisung für diesen Arzt vorlegt wurde und der Arzt zur selben „Behandlungsklasse“ zählt. Hierbei unterscheidet man folgende Behandlungsklassen:

  • Niedergelassene Ärzte
  • Zahnärzte
  • Notdienste

Bei Überweisungen von Ärzten zu Zahnärzten und umgekehrt von Zahnärzten zu Ärzten wechselte man also die Behandlungsklasse. Das bedeutet, dass die Praxisgebühr erneut bezahlt werden musste. Eine weitere Zahlung innerhalb eines Quartals mussten Kassenpatienten auch dann übernehmen, wenn sie einen Facharzt ohne Überweisungsschein aufsuchten.

Im teuersten Fall musste ein gesetzlich Krankenversicherter in einem Quartal 30 Euro für Praxisgebühren zahlen, wenn er bei einem Arzt, einem Zahnarzt und im Notdienst war. In der Summe ergeben sich dann stolze 120 Euro pro Jahr und Person. Diese Kosten blieben privat Krankenversicherten erspart, da es bei der PKV keine Praxisgebühr gab oder gibt.