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Digitale Hebammenberatung unterstützt Familien bei Fragen und Problemen

15.01.2019 | Autor: Annabell Meyer

Eine passende Hebamme zu finden, ist für viele Mütter eine Herausforderung – vor allem in größeren Städten. Hinzu kommt, dass Schwangere oder frischgebackene Eltern oft über den Besuchen der Hebamme hinaus weitere Fragen haben oder sich Unterstützung wünschen. Hier setzt der Service von Kinderheldin an. Die digitale Hebammenberatung bietet Familien die Möglichkeit bieten, sich von überall aus einen qualifizierten Rat einzuholen, auch am frühen Morgen oder spätabends. Wie genau das funktioniert und wie der Service bei den Nutzern ankommt, verrät Nicole Höhmann, Hebamme bei Kinderheldin, im Interview.

Nicole Höhmann von Kinderheldin

Nicole Höhmann

von Kinderheldin

Kinderheldin ist eine digitale Beratungsplattform für Fragen rund um das Elternsein, den Nachwuchs und die Gesundheit. Wie viele Menschen nutzen Ihren Service bereits und welche Resonanz bekommen Sie von Ihren Nutzern?

Nicole Höhmann: Im vergangenen Jahr konnten wir mehrere Tausend Frauen und Familien bei Unsicherheiten und Problemen unterstützen. Mit zunehmendem Bekanntheitsgrad und der Kostenübernahme durch einige Krankenkassen gehen wir davon aus, dass wir zukünftig noch deutlich mehr Schwangeren und Familien Orientierung und Hilfestellungen geben können.

Das Feedback für die Beratungen durch unsere Hebammen ist durchweg positiv. Viele Nutzerinnen waren zunächst skeptisch und konnten es oft gar nicht glauben, dass sie bei Kinderheldin wirklich direkt mit einer Hebammen chatten oder telefonieren können. Sie sind nach der Beratung meist sehr erleichtert und fühlen sich viel sicherer. Bei dem Feedback, dass wir bekommen, wird vor allem hervorgehoben, wie zügig der Kontakt zur Hebamme erfolgt und wie einfühlsam sowie fachlich kompetent unsere Hebammen auf die jeweiligen Fragestellungen eingehen.

Wie läuft eine Beratung in der Regel ab und gelten dafür bestimmte Voraussetzungen?

Nicole Höhmann: Jede Person, die eine Frage an eine Hebamme hat, kann sich bei Kinderheldin melden, auch Väter oder Großeltern. Voraussetzung für den Kontakt zu einer Hebamme ist eine Onlineverbindung per Handy oder PC. Der Kontakt wird einfach über den Browser hergestellt. Man braucht keine App herunterzuladen oder etwas zu installieren, sondern kann entweder direkt mit einer Hebamme chatten oder die Rückruf-Funktion nutzen. Im Einzelfall kann die beratende Hebamme im Verlauf des Gesprächs auch einen Video-Call nutzen, um sich ein besseres Bild von der Situation machen zu können.

Die Kosten für die Beratungen tragen manche Krankenkassen für ihre Versicherten. Frauen, die in einer unserer Kooperationsklinik entbunden haben, können Kinderheldin ebenfalls kostenlos nutzen. Ansonsten kostet die Einzelberatung per Chat oder Telefon 7,90 Euro oder 29,90 Euro für einen ganzen Monat.

Für welche Inhalte eignet sich Kinderheldin besonders? Wo stoßen Sie eventuell auch an Ihre Grenzen?

Nicole Höhmann: In der Schwangerschaft, im Wochenbett und im Alltag mit einem kleinen Kind ergeben sich viele Unsicherheiten und Sorgen. Zu Beginn der Schwangerschaft kommen vor allem Fragen auf, die sich um das Verhalten in der Schwangerschaft drehen, beispielsweise „Wie ernähre ich mich gesund?“ oder „Worauf muss ich beim Sport achten?“ Im späteren Verlauf entwickeln sich oft Ängste in Bezug auf die bevorstehende Geburt oder auch, wie sich Frau und Familie darauf vorbereiten können. Nach der Geburt stehen dann meist das Verhalten des Babys und Fragen zum Stillen oder Füttern im Mittelpunkt.

Kinderheldin sieht sich als ergänzendes Angebot und fungiert als fachlicher Ansprechpartner, der niedrigschwellig von überall aus erreichbar ist. Statt sich bei Google von falschen Informationen verunsichern zu lassen, können sich Familien über uns einfach fachlich qualifizierten und individuellen Rat holen.

Sobald es um pathologische Veränderungen, also Krankheiten geht oder wenn eine Untersuchung erforderlich ist, verweisen unsere Hebammen an eine Fachperson vor Ort. Das war bisher auch überhaupt kein Problem. Viele Frauen sind erleichtert und sehen es als Hilfe an, wenn ihnen eine Fachperson sagt, dass sie mit diesem Problem auf jeden Fall zu einer Hebamme, zum Arzt oder in die Klinik müssen.

Bisher übernimmt lediglich eine gesetzliche Krankenkasse die Kosten für den Service von Kinderheldin, weitere sollen jedoch folgen. Wie funktioniert die Kostenübernahme und gibt es dabei Probleme?

Nicole Höhmann: Seit Oktober 2018 arbeiten wir mit der R+V BKK zusammen. Dort können die Versicherten einen Gutscheincode anfordern, mit dem die Beratungen für sie kostenfrei nutzbar sind. Inzwischen trägt allerdings auch die Barmer die Kosten für die Beratung ihrer Versicherten. Mitglieder können den Service von Kinderheldin vollumfänglich in der Schwangerschaft und bis zu sechs Monate nach der Geburt kostenlos nutzen. Außerdem können sie kostenfrei Gutscheine an Freunde und Bekannte verschenken, die nicht bei der Barmer versichert sind.

Für Kinderheldin sind diese Kooperationen ein Meilenstein, weil wir so viele Frauen und Familien unabhängig von der Größe ihres Geldbeutels unterstützen können. So kommen wir unserem Ziel, eine tragfähige Lösung mit echtem Mehrwert für die Gesundheitsversorgung von Frauen, Kindern und Familien voranzutreiben, ein großes Stück näher.

Vielen Dank für das Interview, Frau Höhmann.