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Beitrags­anpassungen: Wo PKV und GKV 2019 teurer werden

13.12.2018 | Autor: Annabell Meyer

Rund 8,8 Millionen privat Krankenversicherten droht zum Jahreswechsel eine Beitragserhöhung. Nach Angaben des PKV-Verbandes steigen die Kosten 2019 im Schnitt um 1,9 Prozent. Im Vergleich zu den Entwicklungen der Vorjahre ist dies jedoch eine eher moderate Beitragsanpassung (BAP). So kletterten die Beiträge zur privaten Krankenversicherung zwischen 2009 und 2019 jedes Jahr durchschnittlich um 2,8 Prozent.

Das liegt einerseits an zunehmend höheren Krankheitskosten, andererseits an der weiterhin niedrigen Zinslage. Zudem wirken sich die steigenden Kosten zur privaten Pflegepflichtversicherung für Privatpatienten aus.

So sehen die Beitragsanpassungen für PKV und GKV aus

PKV-Beitrags­erhöhungen: Hier wird es für Versicherte 2019 teurer

Auch wenn die PKV-Beitragsanpassung 2019 im Schnitt eher gering ausfällt, könnten auf einige Versicherte weitaus höhere Kosten zukommen. Denn wie viel mehr sie für ihre private Krankenversicherung zahlen, entscheiden letztlich die Anbieter. Hinzu kommt, dass es oftmals vom einzelnen Tarif abhängt, wie sich die Beiträge entwickeln.

So informieren einige Versicherer ihre Kunden bei bestimmten Policen aktuell über die Beitragserhöhung 2019, während Privatpatienten in anderen Tarifen wohl mit stabilen Kosten rechnen dürfen, wie aus dem jährlichen BAP-Guide des Informationsdienstleisters GEWA COMP hervorgeht.

Beispiele für bisher bekannten Tendenzen zur Beitragsentwicklung finden Interessierte hier:

Conti­nentale – Tarife „Com­fort U“ und „GS1“ sowie „Busi­ness“ (für Neu­kunden) Württem­bergische – „EKU 0“ und „KU 600“
SDK – „A105u“, „A107u“ und „A109u“ SDK – „AM10“, „AM11“, „AM30“ und „AM31“
Signal Iduna – „Kom­fort-Plus 2“ (für Neu­kunden) Signal Iduna – „Com­fort+“, „Esprit“ und „Ex­clusiv“
ARAG – „21P90“ und „203“ (für Neu­kunden) Allianz – „AMB­90U“ und „AMP­100U“
R+V – „Agil Com­fort 0“ (für Neu­kunden) DKV – „Best­Med Kom­fort BMK/0“ und „Best­Med Eco BME/1“
Hallesche – „Primo.SB 2 Z“, „NK.3“ und „KS-Bonus“ (für Neukunden) uniVersa – „uni-a 100“ und „uni-ST 2/100“
Gothaer – „Medi­Vita 250“ (für Neu­kunden) Gothaer – „MediClinic U“ und „A1 0“
Barmenia – unter an­derem „VA 01“ bis „VA 05“ Barmenia – Tarife der „einsA-Reihe“

Quelle: BAP-Guide des Infor­mations­dienst­leisters GEWA COMP

Neben den Kosten für 2019 sollten Privatpatienten immer auch die Leistungen der Versicherer im Blick haben. Denn je nach dem gewünschten Schutz empfehlen sich oft unterschiedliche Anbieter. Einen Überblick über aktuelle Testsieger, die Interessierte als Orientierung nutzen können, bietet die Seite „PKV Test & Vergleich“. Den persönlich am besten passenden Tarif finden Verbraucher jedoch nur mit einem individuellen PKV-Vergleich.

Kranken­kassen­beiträge: Über 40 gesetzliche Kassen kündigen Beitragsanpassungen an

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gibt es im neuen Jahr einige Beitragsanpassungen. So sinkt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2019 auf 0,9 Prozent. Darüber hinaus haben bereits zahlreiche Kassen bekannt gegeben, ihre Mitglieder im neuen Jahr finanziell zu entlasten, indem sie ihren individuellen Zusatzbeitrag senken. Demgegenüber haben einige Krankenkassen jedoch angekündigt, diesen künftig in die Höhe zu schrauben.

Eine Übersicht, über alle Krankenkassen die ihre Beiträge angepasst haben, finden Sie hier:

AOK Baden-Würt­temberg 15,6 15,5 - 0,1
AOK Bremen / Bremer­haven 15,4 15,3 - 0,1
AOK Hessen 15,6 15,5 - 0,1
AOK Rheinland / Hamburg 16 15,7 - 0,3
AOK Rheinland-Pfalz / Saarland 15,6 15,5 - 0,1
BAHN-BKK 16 15,8 - 0,2
BERGISCHE Kranken­kasse 15,99 15,75 - 0,24
Bertels­mann BKK 15,8 15,7 - 0,1
BKK Achen­bach Busch­hütten 15,7 16 + 0,3
BKK EUREGIO 15,18 14,95 - 0,23
BKK EVM 15,6 15,5 - 0,1
BKK firmus 15,2 15,04 - 0,16
BKK Freuden­berg 15,5 15,3 - 0,2
BKK Gilde­meister Seiden­sticker 15,8 15,7 - 0,1
BKK MAHLE 15,5 15,3 - 0,2
BKK Melitta Plus 15,7 15,5 - 0,2
BKK Miele 15,7 15,6 - 0,1
BKK public 15,6 15,7 + 0,1
BKK PWC 15,59 15,58 - 0,01
BKK RWE 15,9 15,7 - 0,2
BKK Salzgitter 15,6 15,5 - 0,1
BKK STADT AUGSBURG 15,7 16,1 + 0,4
BKK VerbundPlus 15,3 15,1 - 0,2
BKK Wirtschaft & Finanzen 15,7 15,99 + 0,29
BKK Würth 15 14,8 - 0,2
BKK ZF & Partner 15,8 15,7 - 0,1
BMW BKK 15,5 15,4 - 0,1
Continentale BKK 15,9 15,7 - 0,2
Daimler BKK 15,5 15,4 - 0,1
Debeka BKK 15,5 15,4 - 0,1
Die Techniker 15,5 15,3 - 0,2
Ernst & Young BKK 15,59 15,54 - 0,05
hkk 15,19 14,99 - 0,2
IKK classic 15,8 15,6 - 0,2
Merck BKK 16,3 16 - 0,3
mhplus BKK 15,7 15,58 - 0,12
Novitas BKK 15,95 15,94 - 0,01
Salus BKK 15,55 15,39 - 0,16
SECURVITA BKK 16,3 15,7 - 0,6
Thüringer BKK 15,4 15,5 + 0,1
VIACTIV Kranken­kasse 16,3 15,8 - 0,5
WMF BKK 15,7 15,5 - 0,2

Quelle: Die Beitragssätze und Änderungen sind selbst recherchiert - alle Angaben ohne Gewähr.

Paritätische Finanzierung: Kassen werden für Versicherte günstiger

Generell dürfen sich viele gesetzlich Krankenversicherte 2019 über einen etwas günstigeren Gesundheitsschutz freuen. Denn mit dem sogenannten Versichertenentlastungsgesetz gilt mit dem Jahreswechsel wieder eine paritätische Beitragszahlung. Das bedeutet, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 50 Prozent des kompletten Kassenbeitrags. Bisher mussten Angestellte den Zusatzbeitrag alleine decken und wurden nur beim Sockelbeitrag unterstützt. Somit sparen Kassenpatienten jeden Monat einige Euro:

Beispiel:

Ein Angestellter mit einem Gehalt von 2.500 Euro brutto und einem Zusatzbeitrag von einem Prozent zahlt bisher 8,3 Prozent seines Einkommens, also monatlich 207,50 Euro, für die gesetzliche Krankenversicherung. Der Beitrag setzt sich dabei aus der Hälfte des Sockelbeitrags von 14,6 Prozent sowie dem Zusatzbeitrag zusammen.

Ab 2019 zahlt derselbe Versicherte monatlich lediglich 195 Euro (7,8 Prozent) für die Krankenkasse, da sich sein Arbeitgeber zur Hälfte am Zusatzbeitrag beteiligt. Auf das Jahr gerechnet beträgt die Ersparnis somit 150 Euro.

Entscheiden sich Kassenpatienten darüber hinaus für einen Wechsel zu einer besonders günstigen Krankenkasse, lassen sich die Kosten sogar noch weiter reduzieren. Doch Verbraucher sollten beim Gesundheitsschutz nicht nur den Preis im Blick haben. So bieten einige Kassen neben den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen zahlreiche Extras oder überzeugen durch einen besonderen Kundenservice. Um die persönliche Top-Krankenkasse zu finden, ist daher ein individueller Vergleich wichtig.