Beitrags­anpassungen 2019 von durchschnittlich 1,9 Prozent.

Annabell Meyer - Krankenversicherung.net Redaktion

Krankenversicherung.net Redakteurin

Beitrags­anpassungen 2019: Wo PKV und GKV teurer werden

Rund 8,8 Millionen privat Krankenversicherten droht zum Jahreswechsel eine Beitragserhöhung. Nach Angaben des PKV-Verbandes steigen die Kosten 2019 im Schnitt um 1,9 Prozent. Im Vergleich zu den Entwicklungen der Vorjahre ist dies jedoch eine eher moderate Beitragsanpassung (BAP). So kletterten die Beiträge zur privaten Krankenversicherung zwischen 2009 und 2019 jedes Jahr durchschnittlich um 2,8 Prozent.

Das liegt einerseits an zunehmend höheren Krankheitskosten, andererseits an der weiterhin niedrigen Zinslage. Zudem wirken sich die steigenden Kosten zur privaten Pflegepflichtversicherung für Privatpatienten aus.

Private Krankenversicherung

PKV-Beitrags­erhöhungen: Hier wird es für Versicherte 2019 teurer

Auch wenn die PKV-Beitragsanpassung 2019 im Schnitt eher gering ausfällt, könnten auf einige Versicherte weitaus höhere Kosten zukommen. Denn wie viel mehr sie für ihre private Krankenversicherung zahlen, entscheiden letztlich die Anbieter. Hinzu kommt, dass es oftmals vom einzelnen Tarif abhängt, wie sich die Beiträge entwickeln.

So informieren einige Versicherer ihre Kunden bei bestimmten Policen aktuell über die Beitragserhöhung 2019, während Privatpatienten in anderen Tarifen wohl mit stabilen Kosten rechnen dürfen, wie aus dem jährlichen BAP-Guide des Informationsdienstleisters GEWA COMP hervorgeht.

Beispiele für bisher bekannten Tendenzen zur Beitragsentwicklung finden Interessierte hier:

Beitrags­­erhöhungen Stabile Beiträge
Conti­nentale – Tarife „Com­fort U“ und „GS1“ sowie „Busi­ness“ (für Neu­kunden) Württem­bergische – „EKU 0“ und „KU 600“
SDK – „A105u“, „A107u“ und „A109u“ SDK – „AM10“, „AM11“, „AM30“ und „AM31“
Signal Iduna – „Kom­fort-Plus 2“ (für Neu­kunden) Signal Iduna – „Com­fort+“, „Esprit“ und „Ex­clusiv“
ARAG – „21P90“ und „203“ (für Neu­kunden) Allianz – „AMB­90U“ und „AMP­100U“
R+V – „Agil Com­fort 0“ (für Neu­kunden) DKV – „Best­Med Kom­fort BMK/0“ und „Best­Med Eco BME/1“
Hallesche – „Primo.SB 2 Z“, „NK.3“ und „KS-Bonus“ (für Neukunden) uniVersa – „uni-a 100“ und „uni-ST 2/100“
Gothaer – „Medi­Vita 250“ (für Neu­kunden) Gothaer – „MediClinic U“ und „A1 0“
Barmenia – unter an­derem „VA 01“ bis „VA 05“ Barmenia – Tarife der „einsA-Reihe“

Quelle: BAP-Guide des Infor­mations­dienst­leisters GEWA COMP

Neben den Kosten für 2019 sollten Privatpatienten immer auch die Leistungen der Versicherer im Blick haben. Denn je nach dem gewünschten Schutz empfehlen sich oft unterschiedliche Anbieter. Einen Überblick über aktuelle Testsieger, die Interessierte als Orientierung nutzen können, bietet die Seite „PKV Test & Vergleich“. Den persönlich am besten passenden Tarif finden Verbraucher jedoch nur mit einem individuellen PKV-Vergleich.

Gesetzliche Krankenversicherung

Kranken­kassen­beiträge: Über 40 gesetzliche Kassen kündigen Beitragsanpassungen an

Auch in der gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) gibt es im neuen Jahr einige Beitragsanpassungen. So sinkt der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2019 auf 0,9 Prozent. Darüber hinaus haben bereits zahlreiche Kassen bekannt gegeben, ihre Mitglieder im neuen Jahr finanziell zu entlasten, indem sie ihren individuellen Zusatzbeitrag senken. Demgegenüber haben einige Krankenkassen jedoch angekündigt, diesen künftig in die Höhe zu schrauben.

Eine Übersicht, über alle Krankenkassen die ihre Beiträge angepasst haben, finden Sie hier:

Krankenkasse Änderung
AOK Baden-Würt­temberg - 0,1
AOK Bremen / Bremer­haven - 0,1
AOK Hessen - 0,1
AOK Rheinland / Hamburg - 0,3
AOK Rheinland-Pfalz / Saarland - 0,1
BAHN-BKK - 0,2
BERGISCHE Kranken­kasse - 0,24
Bertels­mann BKK - 0,1
BKK Achen­bach Busch­hütten + 0,3
BKK EUREGIO - 0,23
BKK EVM - 0,1
BKK firmus - 0,16
BKK Freuden­berg - 0,2
BKK MAHLE - 0,2
BKK Melitta Plus - 0,2
BKK Miele - 0,1
BKK public + 0,1
BKK PWC - 0,01
BKK RWE - 0,2
BKK Salzgitter - 0,1
BKK STADT AUGSBURG + 0,4
BKK VerbundPlus - 0,2
BKK Wirtschaft & Finanzen + 0,29
BKK Würth - 0,2
BKK ZF & Partner - 0,1
BMW BKK - 0,1
Continentale BKK - 0,2
Daimler BKK - 0,1
Debeka BKK - 0,1
Die Techniker - 0,2
Ernst & Young BKK - 0,05
hkk - 0,2
IKK classic - 0,2
Merck BKK - 0,3
mhplus BKK - 0,12
Novitas BKK - 0,01
Salus BKK - 0,16
SECURVITA BKK - 0,6
Thüringer BKK + 0,1
VIACTIV Kranken­kasse - 0,5
WMF BKK - 0,2

Quelle: Die Beitragssätze und Änderungen sind selbst recherchiert - alle Angaben ohne Gewähr.

Beispiel

Paritätische Finanzierung: Kassen werden für Versicherte günstiger

Generell dürfen sich viele gesetzlich Krankenversicherte 2019 über einen etwas günstigeren Gesundheitsschutz freuen. Denn mit dem sogenannten Versichertenentlastungsgesetz gilt mit dem Jahreswechsel wieder eine paritätische Beitragszahlung. Das bedeutet, Arbeitgeber und Arbeitnehmer zahlen jeweils 50 Prozent des kompletten Kassenbeitrags. Bisher mussten Angestellte den Zusatzbeitrag alleine decken und wurden nur beim Sockelbeitrag unterstützt. Somit sparen Kassenpatienten jeden Monat einige Euro:

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    Beispielrechnung

    Ein Angestellter mit einem Gehalt von 2.500 Euro brutto und einem Zusatzbeitrag von einem Prozent zahlt bisher 8,3 Prozent seines Einkommens, also monatlich 207,50 Euro, für die gesetzliche Krankenversicherung. Der Beitrag setzt sich dabei aus der Hälfte des Sockelbeitrags von 14,6 Prozent sowie dem Zusatzbeitrag zusammen.

    Ab 2019 zahlt derselbe Versicherte monatlich lediglich 195 Euro (7,8 Prozent) für die Krankenkasse, da sich sein Arbeitgeber zur Hälfte am Zusatzbeitrag beteiligt. Auf das Jahr gerechnet beträgt die Ersparnis somit 150 Euro.

Entscheiden sich Kassenpatienten darüber hinaus für einen Wechsel zu einer besonders günstigen Krankenkasse, lassen sich die Kosten sogar noch weiter reduzieren. Doch Verbraucher sollten beim Gesundheitsschutz nicht nur den Preis im Blick haben. So bieten einige Kassen neben den gesetzlich vorgeschriebenen Leistungen zahlreiche Extras oder überzeugen durch einen besonderen Kundenservice. Um die persönliche Top-Krankenkasse zu finden, ist daher ein individueller Vergleich wichtig.

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