Leistungen der Krankenkasse bei Burnout.

Anja Schlicht - Krankenversicherung.net Redaktion

Krankenversicherung.net Redakteurin

Burnout - Unterstützung durch die Krankenversicherung

Das Thema Burnout ist seit einigen Jahren zwar in aller Munde, doch offiziell ist das Burnout-Syndrom noch keine anerkannte Krankheit.

Betroffene haben mit einer rechtzeitigen Therapie dennoch gute Heilungschancen. Wer die Behandlung bezahlt, ist dabei jedoch abhängig von der Krankenversicherung. Zudem muss zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung unterschieden werden

Wissenswertes zum Thema Burnout

Nach Schätzungen von Experten leidet fast ein Fünftel aller Erwerbstätigen an einem Burnout-Syndrom oder hat schon einmal eine Burnout-ähnliche Phase durchlaufen. Der Begriff Burnout meint dabei alle Formen psychischer Erschöpfungszustände, die in erster Linie durch Stress beispielsweise im Beruf oder im Privatleben verursacht werden.

Burnout-Patienten fühlen sich emotional, geistig und körperlich erschöpft und sind aufgrund einer Überlastung nur noch reduziert leistungsfähig. In der Internationalen Klassifikation der Erkrankungen, der ICD-10, wird Burnout nicht als Krankheit klassifiziert, sondern zu den Problemen mit Bezug auf Schwierigkeiten bei der Lebensbewältigung gezählt.

Burnout und Depression

Das Burnout-Syndrom geht häufig mit psychischen und körperlichen Krankheiten, die psychische Ursachen haben, einher. Weil Burnout aber keine anerkannte Diagnose bei den Krankenversicherungen ist, erhalten Patienten von ihrem Arzt beispielsweise die Diagnose „Erschöpfungszustand mit depressiver Entwicklung“.

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    Da die Krankenkassen für psychotherapeutische Maßnahmen zahlen, die psychische und psychosomatische Krankheiten therapieren, kann so eine Kostenübernahme für die Behandlung von Burnout-Patienten gewährleistet werden.

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    Bei anderen Behandlungszielen, die der Weiterentwicklung der eigenen Persönlichkeit oder der Selbstverwirklichung dienen, haben Burnout-Patienten keinen Anspruch auf eine Kostenübernahme durch die Krankenversicherung.

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    Generell gilt: Je früher Burnout-Patienten einen Arzt zu Rate ziehen, desto schneller können sie auch mit einem Therapieerfolg rechnen. Eine anonyme Beratung erhalten Betroffene zudem bei densozialpsychiatrischen Diensten.

Therapie und Leistungen der Krankenversicherung

Burnout-Patienten verlieren mit der Zeit die Fähigkeit zur Regeneration. Um aus dem ständigen Zustand der Erschöpfung wieder herauszukommen, empfehlen Experten ihnen Abstand von der Ursache ihrer Erschöpfung und mehr Freizeitaktivitäten, in denen die Betroffenen wieder zu sich selbst finden können.

Die Krankenkassen bezahlen in aller Regel eine festgelegte Stundenanzahl für Psychotherapie und stationäre Heilbehandlungen. Auch eine mehrwöchige Kur in einer psychosomatischen Klinik kann mit der Hilfe des behandelnden Arztes beantragt werden. Kunden der privaten Krankenversicherung sollten unbedingt vor Therapiebeginn eine schriftliche Zusage zur Kostenübernahme von ihrer Versicherungsgesellschaft anfordern.

Abhängig vom vereinbarten Versicherungsvertrag bieten die privaten Versicherer entweder umfassendere Leistungen als die gesetzlichen Kassen oder sie schließen die Kostenübernahme für psychiatrische Behandlungen von Vornherein komplett aus.

Um sicherzugehen, dass ihre Krankenversicherung die Kosten für eine notwendige Behandlung übernimmt, sollten Versicherte bei ihrem Versicherer nachfragen. Wer als gesetzlich Versicherter vorsorgen und auch von einem Arzt behandelt werden möchte, der nur Privatpatienten akzeptiert, kann in Kombination mit dem Kostenerstattungsprinzip auch eine ambulante Krankenzusatzversicherung abschließen und damit seinen Krankenversicherungsschutz ausweiten.

Je nach Angebot und Vertrag kann eine zusätzliche private Teilversicherung eine anteilige oder sogar eine vollständige Kostenübernahme für psychotherapeutische Behandlungen bieten.

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