Startseite » Bürgerversicherung

Vorteile und Nachteile der Bürgerversicherung im Überblick

In Deutschland existieren die gesetzliche und die private Krankenversicherung nebeneinander. Doch geht es nach Bündnis 90/Die Grünen, SPD und Die Linke, soll das zweigeteilte Gesundheitssystem möglichst bald von der Bürgerversicherung abgelöst werden.

Dort gäbe es keine Unterschiede zwischen gesetzlich und privat Versicherten. Denn alle Bürger müssten in die Bürgerversicherung einzahlen und erhielten die gleichen Leistungen. Die Befürworter sehen im neuen System viele Vorteile wie das Ende der Zwei-Klassen-Medizin. Die Kritiker listen dagegen eine Reihe von Nachteilen auf, die das Aus von GKV und PKV mit sich bringen würde.

Vorteile der Bürgerversicherung

Die Gegner des derzeitigen Gesundheitssystems stören sich daran, dass es vor allem Besserverdiener sind, die sich aus der gesetzlichen Solidargemeinschaft mit einem Wechsel in die private Krankenversicherung „herauskaufen“ können. Ihre Beiträge fehlen in der gesetzlichen Krankenversicherung. Zahlen jedoch alle Einkommens- und Berufsgruppen in die Bürgerversicherung ein, könnte der Beitragssatz für alle Versicherten sinken.

Zu den weiteren Vorteilen zählen:

Nachteile der Bürgerversicherung

Kritiker der Bürgerversicherung warnen unter anderem vor einer stärkeren finanziellen Belastung von Besserverdienern. Je nach konkreter Umsetzung würde die Beitragsbemessungsgrenze komplett entfallen oder sich an der Grenze für die gesetzliche Rentenversicherung orientieren. Der Wert gibt die Einkommenshöhe an, bis zu der der Krankenkassenbeitrag berechnet wird.

Aktuell liegt die Grenze bei 4.537,50 Euro im Monat. Das entspricht einem durchschnittlichen Maximalbeitrag von 703 Euro. Mit der Bürgerversicherung müssten Personen mit hohem Einkommen jedoch über 1.000 Euro pro Monat zahlen.

Zu den weiteren Nachteilen zählen:

Wie wird das Gesundheitssystem zur Bürgerversicherung umgebaut?

Die Einführung einer Bürgerversicherung bedeutet das Ende der Zweiteilung zwischen gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Alle Bürger würden künftig in dieselbe Versicherung einzahlen. Dabei wäre das gesamte Einkommen bei der Beitragsberechnung entscheidend, also auch Einnahmen aus Vermietungen, Kapitalerträgen und selbstständiger Tätigkeit.

Wie in der GKV würde die Bürgerversicherung auf dem Solidarprinzip beziehungsweise Umlageverfahren aufbauen. Mit den Beiträgen aller Versicherten werden alle Gesundheitskosten gedeckt. In der PKV gilt dagegen das Kapitaldeckungsverfahren. Hier werden die Beiträge des jeweiligen Versicherten genutzt, um für seine ärztliche Versorgung aufzukommen.

Wann ist mit der Einführung der Bürgerversicherung zu rechnen?

Auch wenn die Bürgerversicherung bei einigen Parteien hoch im Kurs steht, hat sie mit der CDU, CSU und FDP einige schwergewichtige Gegner. Auch die Ärzteschaft steht hinter der Teilung von gesetzlicher und privater Krankenversicherung. Solange die Union bei ihrem Nein zur Bürgerversicherung bleibt, ist mit einer Einführung nicht zu rechnen.

In einigen Bundesländern zeigen sich allerdings erste Aufweichungen zwischen PKV und GKV. So zahlt Hamburg mittlerweile den Beamten einen Zuschuss zur Krankenversicherung, die sich gesetzlich versichern. Bisher gilt, dass Beamte nur dann über die Beihilfe finanziell entlastet werden, wenn sie sich für die private Krankenversicherung entscheiden.

Dem sogenannten Hamburger Modell folgen bereits weitere Bundesländer beziehungsweise prüfen eine Einführung.

Wo erhalten Beamte einen Zuschuss zur gesetzlichen Krankenversicherung?
Hamburg Thüringen, Bremen, Brandenburg, Berlin Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Schleswig-Holstein, Mecklenburg-Vorpommern, Hessen (GKV-versicherte Beamte werden bereits unterstützt), Saarland, Sachsen, Sachsen-Anhalt Nicht geplant: Bayern, Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg