Beihilfe: Die Kosten­erstattung für Beamte.

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Was ist die Beihilfe & wer bekommt sie?

Leistungen

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Welche Kosten übernimmt die Beihilfe?

Selbstbehalt

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Was zahlen Beamte trotz Beihilfe selbst?

GKV-Zuschuss

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Wo unterstützt der Dienstherr Beamte in der GKV?

Beihilfe für Beamte – Diese Regelungen gelten im Bund und in den Ländern

Durch ihre besondere Fürsorgepflicht beteiligen sich Dienstherrn an den Kosten für Krankheit, Pflege und Geburt in Form der Beihilfe bei Beamten. Während die Regelungen für Bundesbeamte einheitlich sind, unterscheiden sich die Leistungen zwischen Bundesländern wie NRW, Berlin oder Hessen teils deutlich.

Definition

Was ist die Beihilfe für Beamte?

Die Beihilfe für Sie als Beamter ist einerseits in der Bundesbeihilfeverordnung, andererseits in den Landesbeihilfeverordnungen geregelt. Sie ergibt sich aus der Fürsorgepflicht des Dienstherrn. Durch diese beteiligt er sich an Ihren Kosten im Pflege- und Krankenfall sowie bei der Geburt. Sie gilt zudem für Beamte auf Widerruf wie Beamtenanwärter und Referendare.

Bis zum einem bestimmten Prozentsatz werden unter anderem folgende beihilfefähigen Leistungen übernommen:

Welche Leistungen sind beihilfefähig?
  • Medikamente Icon
    Vorbeugung und Behandlung von Krankheiten und Behinderungen
  • Krankenschwester Icon
    Empfängnisverhütung
  • Transparenz Icon
    Früherkennung von Krankheiten
  • Spritze Icon
    Schutzimpfungen
  • Familie Icon
    Künstliche Befruchtung
  • Zahnzusatz Icon
    Zahnärztliche Leistungen

Beihilfe vs. Heilfürsorge

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Im Unterschied zur Beihilfe werden durch die Heilfürsorge die Leistungen für die Regelversorgung zu 100 Prozent übernommen. Sie gilt beispielsweise für Polizeibeamte, beamtete Feuerwehrleute und Justizvollzugsbeamte.

Beihilfe auf Bundes- oder Länderebene

In den meisten Bundesländern und im Bund wird die Beihilfe nur gezahlt, wenn Sie sich für die private Krankenversicherung (PKV) entscheiden. Sie bietet spezielle Beihilfetarife, die die Lücken der Beihilfe bestens schließen. Aufgrund der großen Auswahl empfiehlt es sich, nur Tarife zur privaten Krankenversicherung zu berücksichtigen, die auf Sie zugeschnitten sind.

Die Beihilfeansprüche unterscheiden sich auf Länderebene und Bundesebene grundlegend voneinander.

  • Beamter: 50%
  • Beamte mit mind. zwei Kindern: 70%
  • Ehepartner: 70%
  • Kinder: 80%
Wieviel Prozent Beihilfe erhalten Beamte?

Die höhere Beihilfe ab zwei Kindern wird nur gewährt, wenn das Kindergeld an eine Person fließt. Sind beispielsweise Sie und Ihr Partner verbeamtet und teilen das Kindergeld sich beide auf, gewährt der Dienstherr nur eine 50-prozentige Beihilfe. Bezieht dagegen ein Elternteil das Kindergeld für den gesamten Nachwuchs, etwa die Mutter, steigt seine Beihilfe auf 70 Prozent.

Beihilfe im Bundesland Beihilfesatz
Bayern,
Berlin,
Brandenburg,
Hamburg,
Mecklenburg-Vorpommern,
Niedersachsen,
Nordrhein-Westfalen (NRW),
Rheinland-Pfalz,
Saarland,
Sachsen,
Sachsen-Anhalt,
Schleswig-Holstein
und Thüringen
Beamter (Single): 50%
Beamte mit mind. zwei Kindern: 70%
Ehepartner: 70%
Kinder: 80%
Im Ruhestand: 70%
Baden-Württemberg Beamter (Single): 50%
Mit mind. zwei Kindern: 70%
Ehepartner: 50%
Kinder: 80%
Im Ruhestand: 50%
Bremen und Hessen Familienbezogen, generell 50%
+ 5% für Verheiratete
+ 5% für jedes Kind (bis 70%)
+ 10% für Ruheständler

Einkommensgrenze

Beihilfe für Ehepartner

Für den Ehe- beziehungsweise Lebenspartner gilt eine Einkommensgrenze, bis zu der er beihilfeberechtigt ist. Auf bundesweiter Ebene darf das Einkommen im zweiten Kalenderjahr vor Beantragung der Beihilfe nicht höher als 17.000€ gewesen sein. Für einen Antrag, der 2020 gestellt wird, ist demnach das Bruttoeinkommen im Jahr 2018 wichtig. Entscheidend ist der Betrag, der in der Steuererklärung als „Gesamtbetrag der Einkünfte“ ausgewiesen ist.

Auf Länderebene gibt es zum Teil abweichende Einkommensgrenzen:

Bundesland Einkommensgrenze
Bayern, Hamburg, Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Schleswig-Holstein, Thüringen 18.000 €
Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt 17.000 €
Saarland 16.000 €
Baden-Württemberg, Bremen 10.000 €
Hessen, Rheinland-Pfalz 8.652 €

Generell unterscheiden sich die Beihilferegelungen zwischen den Ländern teils deutlich, etwa mit Blick auf die beihilfeberechtigten Leistungen und die Höhe der beihilfefähigen Erstattungen. Auch beim Selbstbehalt beziehungsweise der sogenannten Kostendämpfungspauschale gibt es Abweichungen. Landesbeamte sollten daher die Regelungen genau prüfen, wenn sie in ein anderes Bundesland versetzt werden.

Leistungen

Was zahlt die Beihilfe für Beamte?

Die Beihilfe wird für Anwendungen gezahlt, die notwendig sind und in ihrer Höhe angemessen. Sie richtet sich nach den Gebührensätzen der Ärzte und Zahnärzte und nach dem Gebührenverzeichnis der Heilpraktiker.

Einige Behandlungen werden Bundesbeamten grundsätzlich nicht gezahlt und müssen selbst oder über die private Krankenversicherung abgedeckt werden. Dazu zählen:

Welche Leistungen zahlt die beihilfe
  • Autohomologe Immuntherapie
  • Elektroneuraldiagnostik
  • Heileurythmie
  • Psycotron-Therapie
  • Vibrationsmassage des Kreuzbeins

Nicht verschreibungspflichtige Arzneimittel (mit Ausnahmen), verschreibungspflichtige Medikamente gegen Erkältungskrankheiten, Reisekrankheiten und zur Raucherentwöhnung sind ebenfalls nicht beihilfefähig.

Was die Beihilfe zahlt, ist je nach Bundesland unterschiedlich geregelt. Die folgende Tabelle zeigt Ihnen exemplarisch anhand eines Krankenhausaufenthalts die Unterschiede auf:

Bundesland Chefarzt­behandlung
(Zu­zahlung)
Zweibett­zimmer
(Zu­zahlung)
Beihilfe Berlin, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern, Niedersachsen, Saarland, Schleswig-Holstein Nicht beihilfefähig Nicht beihilfefähig
Beihilfe Bund, Sachsen und Sachsen-Anhalt Ohne Eigen­beteiligung 14,50 € pro Tag
Beihilfe Bayern, Thüringen 25 € pro Tag 7,50 € pro Tag (bis max. 30 Tage in Bayern)
Beihilfe NRW 10 € pro Tag bis max. 30 Tage 15 € pro Tag bis max. 30 Tage
Beihilfe Baden-Württemberg Dauerhaft 22 € pro Monat – wird die Leistung nicht beansprucht, erhalten Sie ein Tagegeld von 22 € pro Tag Dauerhaft 22 € pro Monat – wird die Leistung nicht beansprucht, erhalten Sie ein Tagegeld von 11 € pro Tag
Beihilfe Hessen Dauerhaft 18,90 € pro Monat Dauerhaft 18,90 € pro Monat zuzüglich 16 € pro Tag im Krankenhaus
Beihilfe Rheinland-Pfalz Dauerhaft 26 € pro Monat Dauerhaft 26 € pro Monat zuzüglich 12 € pro Tag im Krankenhaus

Selbstbehalt

Beamte müssen sich an den Kosten beteiligen

Beamte erhalten durch die Beihilfe eine großzügige Kostenerstattung, müssen allerdings trotzdem bestimmte Kosten selbst tragen (Selbstbehalt). Dieser Selbstbehalt ist je nach Bundesland individuell festgelegt. Für Beamte beim Bund gilt:

0%der Kosten für Arznei- und Hilfsmittel (min. 5 Euro bis max. 10 Euro)
0pro Tag bei vollstationärer Behandlung
0%und 10 Euro täglich für die ersten 28 Tage bei häuslicher Kranken­pflege

Der Betrag wird immer vor der Beihilfe abgezogen. Kostet ein Medikament beispielsweise 34,21 Euro, zahlen Sie fünf Euro selbst. Von den verbliebenen 29,21 Euro zahlt Ihr Dienstherr dann je nach Bemessungssatz die Beihilfe. Bei 70 Prozent wären dies 20,45 Euro, sodass Sie noch 8,76 Euro übernehmen müssen oder durch Ihre private Krankenversicherung abgedeckt haben.

Übersteigt der Eigenbehalt zwei Prozent des jährlichen Bruttoeinkommens, können Sie sich von weiteren Zuzahlungen befreien lassen. Für chronisch kranke Menschen gilt wie in der gesetzlichen Krankenversicherung die Schwelle von einem Prozent des Einkommens.

In den Bundesländern kann die Höhe des Selbstbehalts variieren. NRW, Hessen, Rheinland-Pfalz und weitere arbeiten zudem mit einer Kostendämpfungspauschale. Diese wird jährlich erhoben und ist abhängig von Ihrer Besoldungsgruppe. Wie sich die Regelungen für Beamte auf Länderebene unterscheiden, verdeutlicht die Übersicht. Die Beihilfe in Berlin, Brandenburg, Mecklenburg-Vorpommern und Niedersachsen erfolgt wie im Bund.

Bundesland Regelung zu Eigenanteilen Kostendämpfungs­pauschale (Beispiel anhand der Besoldungs­gruppe A9)
Beihilfe in Baden-Württem­berg Medikamente sind zuzahlungsfrei
Keine Belastungsgrenze
Zwischen 90 € und 480 € (A 9: 100 €)
Beihilfe in Bayern 3 € je verordnetes Arzneimittel
Beihilfe in Bremen 6 € je Medikament Je nach Beihilfe&hy;bemessungs­satz zwischen 70 € und 100 €
Beihilfe in Hamburg Zwischen 25 €und 500 € (A 9: 50 €)
Beihilfe in Hessen 4,50 € je verordnetes Medikament
Beihilfe in Nordrhein-Westfalen Belastungs­grenze von 1,5% des Einkommens Zwischen 150 € und 750 € (A 9: 150 €)
Beihilfe in Rheinland-Pfalz Zwischen 100 € und 750 € (A 9: 150 €)
Beihilfe im Saarland Selbstbehalt auf Arzneimittel abhängig vom Apotheken­abgabepreis zwischen 4 € und 5 € Zwischen 100 € und 750 € (A 9: 150 €)
Beihilfe in Sachsen Selbstbehalt auf Arzneimittel abhängig vom Apotheken­abgabepreis zwischen 4 € und 5 € Pauschal 40 €
Beihilfe in Sachsen-Anhalt Zwischen 80 € und 560 € (A9: 80 €)
Beihilfe in Schleswig-Holstein Keine Zuzahlungen bei Arzneimitteln Zwischen 20 € und 560 € (A9: 80 €)
Beihilfe in Thüringen 4 € je Medikament

Beihilfe Beantragen

Was müssen Beamte beim Beantragen der Beihilfe beachten?

Um Rechnungen beim Dienstherrn einzureichen und die Behandlungskosten erstattet zu bekommen, haben Sie in der Regel ein Jahr Zeit. Dazu muss jedes Mal der Beihilfeantrag ausgefüllt werden. Beim Bund gibt es mittlerweile allerdings auch die Möglichkeit, mit der App „Beihilfe Bund“ Belege zu fotografieren und an die Beihilfestelle zu senden.

Beantragen Sie die Beihilfe zum ersten Mal, müssen Sie einen umfangreichen Antrag ausfüllen, in dem Sie auch Angaben zur Krankenversicherung Ihres Partners und Ihrer Kinder machen müssen. Danach reicht ein Kurzantrag aus, den Sie Ihrer Beihilfestelle zuschicken.

Bundesbeamte können die Beihilfe erst dann beantragen, wenn die Rechnungen eine Summe von 200 Euro übersteigen. Abweichend dazu sehen die folgenden Bundesländer andere Antragsgrenzen vor:

  • Baden-Württemberg:

    300 Euro bei einer Frist von zwei Kalenderjahren

  • Bayern, Nordrhein-Westfalen und Thüringen:

    15 Euro, wenn die Grenze von 200 Euro binnen zehn Monaten nicht erreicht wird

  • Bremen:

    Werden die 200 Euro in sechs Monaten nicht erreicht, kann der Antrag auch bei kleinerer Summe gestellt werden

  • Hamburg:

    Wie Bayern, jedoch mit einer Frist von zwei Kalenderjahren

  • Hessen:

    250 Euro oder 25 Euro innerhalb von zehn Monaten

  • Niedersachsen:

    100 Euro

  • Rheinland-Pfalz:

    Frist von zwei Jahren

  • Saarland:

    100 Euro oder ohne Grenze, wenn Summe innerhalb von zehn Monaten nicht erreicht wird

  • Sachsen:

    Keine Antragsgrenze, Frist von zwei Jahren

  • Schleswig-Holstein:

    100 Euro oder 15 Euro innerhalb von zehn Monaten

Tipp: Denken Sie daran, dass Sie die Rechnungen auch bei Ihrer privaten Krankenversicherung einreichen müssen, um die Behandlungen erstattet zu bekommen.

GKV-Zuschuss

Hamburger Modell: In welchen Bundesländern zahlt der Dienstherr einen Zuschuss zur GKV?

Die Beihilfe erhalten Sie in der Regel nur, wenn sie sich für die private Krankenversicherung entscheiden. Seit 2018 gehen jedoch einige Bundesländer dazu über, neben PKV-Versicherten auch gesetzlich versicherten Beamten einen Zuschuss in Höhe von 50 Prozent des Krankenkassenbeitrags zu zahlen.

Die Entscheidung für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) ist dabei bindend. Ziehen Sie in ein anderes Bundesland, müssen Sie dort den gesamten Krankenkassenbeitrag selbst zahlen, wenn das Land keine pauschale Beihilfe für GKV-Versicherte vorsieht. Das sogenannte Hamburger Modell gilt zudem nur für Neu-Beamte und Verbeamtete, die schon in der gesetzlichen Krankenversicherung sind.

GKV Zuschuss für Beamte
Geplant bzw. Beschlossen Hamburg (2018), Berlin, Brandenburg, Bremen (2020), Thüringen (2020)
Offen Niedersachsen, Nordrhein-Westfalen, Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein
Abgelehnt oder keine Angabe Baden-Württemberg, Bayern, Hessen, Rheinland-Pfalz, Saarland, Sachsen
Berater Hero

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