Gesetzliche Krankenversicherung: Leistungen im Überblick

Die Leistungen der verschiedenen Krankenkassen sind in vielerlei Hinsicht identisch, da sie gesetzlich vorgeschrieben sind. Darüber hinaus bieten die Kassen Zusatzleistungen an, etwa die Übernahme einer professionellen Zahnreinigung oder einer alternativen Heilmethode. Daher lohnt es sich, einen genauen Blick auf den Service der eigenen Krankenkasse zu werfen.

Oftmals wird im Zuge der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) ein sogenannter Leistungskatalog erwähnt, der festlegt, was die Krankenkassen erstatten. Aber „einen wirklichen ‚Katalog‘ im Sinne einer Liste gibt es nicht“, informiert das Bundesgesundheitsministerium. Vielmehr ist im Fünften Sozialgesetzbuch (SGB V) geregelt, welche Leistungsansprüche Versicherte in der GKV grundsätzlich haben. Welche Behandlungen oder Untersuchungen im Detail von einer Krankenkasse übernommen werden, bestimmt der Gemeinsame Bundesausschuss im Rahmen des Selbstverwaltungsprinzips.

Laut Gesetz haben Versicherte der GKV Anspruch auf eine Krankenbehandlung, die

  • dem allgemein anerkannten Stand der medizinischen Wissenschaft entspricht,
  • bedarfsgerecht und
  • ausreichend ist,
  • dem Wirtschaftlichkeitsgebot genügt, das heißt, die Leistungen müssen ausreichend, zweckmäßig sowie wirtschaftlich sein und „das Maß des Notwendigen nicht überschreiten“

Konkret zählen zu den Leistungen:

  • Ärztliche Behandlung
  • Zahnärztliche Behandlung
  • Psychotherapeutische Behandlung
  • Versorgung mit Hilfs-, Heil, Verbands- und Arzneimitteln
  • Krankenhausbehandlung
  • Medizinische Rehabilitation
  • Häusliche Krankenpflege

Leistungsunterschiede zwischen den Krankenkassen

Der Umfang der jeweiligen Leistungen kann sich von Kasse zu Kasse unterscheiden. Dies merken die Versicherten meist erst dann, wenn sie beispielsweise eine bestimmte Impfung für den Urlaub brauchen oder beim Zahnarzt mehr zahlen als etwa Arbeitskollegen, die bei einer anderen Krankenkasse versichert sind. Im Folgenden wird ein erster Überblick über die Unterschiede im Leistungsumfang in der GKV gegeben.

Impfungen

Eine Reihe von Schutzimpfungen wird von jeder Krankenkasse übernommen. Bei Reiseimpfungen gibt es dagegen deutliche Unterschiede in der GKV. Die Krankenkassen zahlen beispielsweise für Impfungen gegen

  • Diphterie
  • Tetanus
  • Abhängig vom Alter: Haemophilus influenzae Typ B, Hepatitis B, HPV, Masern, Influenza, Mumps, Röteln

Wer sich etwa gegen FSME, Cholera oder Grippe (keiner Risikogruppe angehört) impfen oder sich vorbeugend gegen Malaria schützen möchte, kann nicht bei jeder Kasse auf Kostenerstattung zählen. Hier sollten sich Impfwillige im Vorfeld bei ihrer Krankenversicherung entsprechend erkunden.

Medikamente

Bei Medikamenten müssen GKV-Mitglieder in der Regel eine zehn-prozentige Zuzahlung leisten – allerdings nie mehr als zehn Euro. Kostet die verschreibungspflichtige Arznei weniger als fünf Euro, zahlen Kassenpatienten dieses komplett selbst. Damit die Zuzahlungen nicht zur starken finanziellen Belastung werden, ist der Betrag gedeckelt. Macht der selbst gezahlte Anteil für Medikamente, aber auch für Heilmittel und die häusliche Krankenpflege insgesamt zwei Prozent ihres Bruttoeinkommens aus, sind Patienten von weiteren Zuzahlungen für das jeweilige Jahr befreit. Bei chronisch Kranken liegt die Grenze bei den gesetzlichen Krankenkassen bei einem Prozent.

Unabhängig von dieser Regelung muss darauf geachtet werden, dass nicht jedes Medikament erstattungsfähig ist. Erhalten Patienten vom Arzt ein rosa Rezept, zahlt die Kasse. Bei einem grünen Rezept, etwa für die Antibabypille, müssen die Kosten aus der eigenen Tasche gedeckt werden.

Krebsvorsorge

Zu den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung zählen auch Vorsorgeuntersuchungen, etwa beim Zahn- oder Frauenarzt. Für Kinder und Jugendliche kommen die Krankenkassen umfangreich für Früherkennungsmaßnahmen auf. Für Erwachsene sind Vorsorgemaßnahmen jedoch an das Alter gebunden, etwa bei der Krebsvorsorge.

AlterFür FrauenFür Männer
Ab 20Untersuchung des Muttermundes, Krebsabstrich beim Gynäkologen,
bei Beschwerden gezieltes Gespräch
Ab 30Abtasten der Brust
Ab 35HautkrebsscreeningHautkrebsscreening
Ab 45Abtasten äußerer Geschlechtsorgane,
Prostata,
Lymphknoten
Ab 50Mammographie-Screening,
Test auf verborgenes Blut im Stuhl
Test auf verborgenes Blut im Stuhl
Ab 55Darmspiegelung alle zehn JahreDarmspiegelung alle zehn Jahre
Informieren Sie sich bei unseren BeraternQuelle: Bundesgesundheitsministerium

Leistungen und Tarife der GKV

Darüber hinaus gibt es für Kassenpatienten ab 35 alle zwei Jahre die Möglichkeit eines Gesundheits-Check-ups, bei dem unter anderem Blut- und Urinproben genommen werden, um mögliche Herz-Kreislauf- oder Nierenkrankheiten frühzeitig zu erkennen.

Zahnbehandlung

In der gesetzlichen Krankenversicherung haben sich die Leistungen beim Zahnarzt in den letzten Jahren deutlich reduziert. Im Rahmen der Vorsorgeuntersuchung haben Versicherte jährlich beispielsweise Anspruch auf Zahnsteinentfernung. Auch Wurzelkanalbehandlungen und parodontologische Leistungen zählen zur Zahnvorsorge. Bei Zahnersatz zahlen die Krankenkassen allerdings nur einen Festzuschuss, mit dem 50 Prozent der Kosten der Regelversorgung gedeckt werden. Wer sein Bonusheft jährlich gepflegt hat, kann den Zuschuss auf bis zu 65 Prozent erhöhen. Weicht die Behandlung von der Regelversorgung ab, müssen die Patienten allein für die dadurch entstehenden Mehrkosten aufkommen und gegebenenfalls eine eine Zahnzusatzversicherung abschließen.

Kinderkrankengeld

Die Leistung erhalten Eltern beziehungsweise ein Elternteil nur dann, wenn der Arzt ein Attest ausstellt, welches die Notwendigkeit der Kinderbetreuung bescheinigt. Das Kind darf zudem nicht älter als zwölf Jahre sein. Neben dem Attest brauchen Versicherte eine Verdienstbescheinigung des Arbeitgebers. Die Höhe des Kinderkrankengelds beläuft sich auf 90 Prozent den Nettoeinkommens, jedoch nicht mehr als 70 Prozent der auf den Tag heruntergerechneten Beitragsbemessungsgrenze. Für 2016 bedeutet dies einen Betrag von 98,88 Euro.

Auslandsaufenthalt

Wer sich für längere Zeit oder auch nur für einen Urlaub im Ausland aufhält, ist nicht immer über die gesetzliche Krankenversicherung versichert. Nur wenn Deutschland mit den jeweiligen Land ein Sozialversicherungsabkommen geschlossen hat (wie Israel und Türkei), es sich um ein EU-Mitgliedsland oder Staaten des Europäischen Wirtschaftsraumes (Island, Liechtenstein, Norwegen) sowie um die Schweiz handelt, sind Versicherte mit der Europäischen Krankenversicherungskarte geschützt. Die Karte erhalten sie bei ihrer Krankenkasse. Es werden jedoch nur die Kosten für die Behandlung in der Höhe übernommen, „die bei einer entsprechenden inländischen Behandlung entstanden wären“, so das Gesundheitsministerium. Aufgrund dessen, aber auch bei einem Auslandsaufenthalt in einem Land, in dem die Krankenkassen überhaupt nicht für die Behandlungskosten aufkommen, lohnt sich der Abschluss einer zusätzlichen Auslandsreisekrankenversicherung.

Unsere Angebote für Sie

Ihre Fragen

Hier haben wir die häufigsten Fragen rund ums Thema Versicherungen für Sie beantwortet .

GKV-Rechner

GKV Beitrag selber berechnen & schnell einen Überblick zu den Rahmenbedingungen schaffen.

PKV-Vergleich

PKV-Tarife vergleichen und kostenfrei Ihren individuellen Tarif schnell und unkompliziert finden.

Berater

Sie benötigen Hilfe? Unsere unabhängigen Berater helfen Ihnen gerne weiter!