Krankenversicherung für Studenten bei Auslandsaufenthalt

Auslandspraktikum: Krankenversicherung nicht vergessen

Viele Studenten absolvieren im Laufe ihres Studiums Auslandssemester oder Auslandspraktika. Gehören Sie dazu, ist Ihnen vielleicht unklar, welchen Schutz Ihre Krankenversicherung in diesen Fällen bietet. Hier erfahren Sie, was Sie beachten müssen.

Auslandssemester & Auslandspraktika – welcher Schutz besteht?

Gesetzliche Krankenkassen bieten im Ausland nicht selten deutlich weniger Leistungen als innerhalb Deutschlands. Häufig ist auch für Privatversicherte der Schutz nicht ausreichend. Sind Sie Privatpatient, so sollten Sie mit Ihrer Versicherung klären, welche Hilfe Sie im Ausland erhalten.

Mit einer zusätzlichen Auslandskrankenversicherung genießen Sie auch bei Auslandssemestern und -praktika einen umfassenden Schutz. Dies gilt sowohl für gesetzlich als auch für privat Versicherte. Bei einigen ausländischen Hochschulen ist die Auslandskrankenversicherung zudem eine Aufnahmevoraussetzung.

Welchen Auslandsschutz Ihre Krankenversicherung im Detail bietet, können Sie bei Ihrem Versicherer erfragen. Bei Privatversicherungen sind die Leistungen sehr unterschiedlich. Womöglich gelten diese nicht oder nur eingeschränkt für Auslandssemester und -praktika.

Für Rücktransporte nach Deutschland gibt es von allen gesetzlichen und vielen privaten Krankenversicherungen keine Erstattung. Bei einer Erkrankung ist dieser jedoch oft nötig und kann Kosten von weit mehr als 10.000 Euro verursachen.

Auslandskrankenversicherung

Egal in welches Land die Reise gehen soll – eine Auslandskrankenversicherung ist für alle gesetzlich Versicherten und viele Privatpatienten enorm wichtig. Wegen der oft mageren Leistungen der Krankenversicherungen, können Ihnen ohne diese Zusatzabsicherung immense Kosten entstehen. Die Auslandskrankenversicherung bietet unter anderem Kostenerstattung für:

  • ambulante ärztliche Behandlungen, Röntgendiagnostik und Operationen
  • ärztlich verordnete Arznei-, Verbands- und Heilmittel
  • Zahnbehandlungen, einfache Füllungen sowie Reparaturen von Zahnersatz
  • ärztliche Leistungen, Sachmittel, Verpflegung bei einem Krankenhausaufenthalt
  • Transport zum nächsten Krankenhaus oder Notarzt durch Rettungsdienst
  • Krankenrücktransport nach Deutschland
  • Überführung im Todesfall oder Bestattung im Ausland

 
Beachten Sie Regelungen zu Vorerkrankungen. Vorhersehbare Behandlungen werden oft vom Versicherungsschutz ausgeschlossen. Dies ist beispielsweise der Fall, wenn sie für die Zeit der Reise geplant war oder schon vor Reisantritt beschlossen wurde. Wählen Sie keinen Tarif, der Einschränkungen auf „unvorhergesehene“, „nicht absehbare" oder „akute“ Erkrankungen enthält. Gerade chronisch Kranke haben sonst keinen ausreichenden Versicherungsschutz.
 
Die Auslandskrankenversicherung ist äußerst günstig. Eine Einzelperson kann einen Jahresvertrag schon für weniger als zehn Euro abschließen. Zu einem geringen Preis bekommen Sie also einen umfangreichen und unverzichtbaren Versicherungsschutz.

BAföG

Sind Sie BAföG-berechtigt, so können Sie für Auslandsaufenthalte das Auslands-BAföG beantragen. Sie bekommen dann für Ihre Krankenversicherung einen monatlichen Zuschlag. Dieser beträgt im Jahr 2011 maximal 73 Euro.

Impfungen vor der Reise

Viele private Krankenversicherer übernehmen die Kosten für die wichtigsten Schutzimpfungen. Die Leistungen der Versicherungstarife sind in diesem Punkt unterschiedlich. Die gesetzliche Krankenversicherung trägt die Kosten sämtlicher Impfungen, die von der deutschen Impfkommission empfohlen werden. Dazu zählen Impfungen gegen Diphtherie, Cholera, Tetanus, Hepatitis B, Keuchhusten, Tuberkulose und viele weitere Erkrankungen.

Krankenversicherungspflicht im Ausland

Mehrere Faktoren entscheiden über Ihren Versicherungsschutz. Zwischen Deutschland und allen übrigen EU-Ländern sowie einigen weiteren Staaten besteht ein Sozialversicherungsabkommen. In einigen dieser Staaten können Sie während Ihres Studienaufenthalts automatisch gesetzlich krankenversichert werden. Bedingungen sind, dass Sie in Deutschland gesetzlich versichert und an einer deutschen staatlich anerkannten Hochschule eingeschrieben sind.

Das Sozialabkommen für den Bereich der Krankenversicherung besteht unter anderem mit Frankreich, Großbritannien, Schweden, Marokko, Israel und Tunesien. Sie können daher vielerorts die gleichen Leistungen wie die Bürger des jeweiligen Landes erhalten.

Der Versicherungsschutz kann aber geringer ausfallen als der Ihrer Krankenkasse. Einige medizinische Maßnahmen sowie sämtliche privatärztliche Behandlungen werden nicht übernommen. Im Allgemeinen erhalten Sie nur die Leistungen, die im jeweiligen Land üblich sind.

Achtung: Mit Australien, China, Japan, Kanada, den USA und vielen weiteren Ländern existiert kein Krankenversicherungsabkommen.