Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung

Frau motiviert Sie zum Wechsel zurück in GKV

Die Rückkehr von der privaten in die gesetzliche Krankenversicherung ist nicht immer ohne Weiteres möglich und auch meist nicht empfehlenswert.

Zudem unterscheiden sich die Voraussetzungen für einen Wechsel von PKV in GKV je nach Berufsgruppe und Alter. In der Krankenversicherung in Deutschland gilt das Alter von 55 Jahren als magische Grenze für einen möglichen Wechsel zurück in die gesetzliche Krankenversicherung.

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Insidertipps: So gehts zurück in die GKV
Lesen Sie unseren Beitrag mit Insidertipps zur Rückkehr in die Gestzliche Krankenversicherung.

Rückkehr in die GKV unter bestimmten Voraussetzungen möglich

Wer einmal aus der gesetzlichen Krankenkasse in die Private gewechselt hat, kann nicht ohne weiteres wieder zurück – der Gesetzgeber will vermeiden, dass Versicherungsnehmer in jungen Jahren von den niedrigen Beitragssätzen der PKV profitieren und später – bei schlechterem Gesundheitszustand – auf eine womöglich preiswertere GKV ausweichen können.

Zurück in die GKV dürfen Sie nur, wenn Sie versicherungspflichtig werden. Dies betrifft vor allem Arbeitslose sowie Angestellte, deren Einkommen für die Dauer von mindestens einem Jahr unter die Versicherungspflichtgrenze gesunken ist. 2014 liegt diese Einkommensgrenze bei einem jährlichen Bruttogehalt von 53.550 Euro. 


Auch für Selbstständige ist die Rückkehr möglich, wenn Sie ein Angestelltenverhältnis aufnehmen, das mit einem Gehalt unterhalb der Versicherungspflichtgrenze einhergeht. Wer seine Selbstständigkeit aufgibt und kein eigenes Einkommen hat, kann in die Familienversicherung des Ehegatten oder der Eltern wechseln. 

Für Versicherte, die das 55.Lebensjahr überschritten haben, ist ein Wechsel in die GKV für gewöhnlich nicht möglich, unter bestimmten Umständen können sie jedoch trotzdem wieder gesetzlich versichert werden.

Weitere Informationen zu den Möglichkeiten einer Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung finden Sie auf dem Informationsblatt zur Rückkehr in die GKV.  Sie können es am Ende der Seite als PDF herunterladen. Meistens stellt jedoch der Wechsel in den Basis- oder Standardtarif eine bessere Alternative dar.

Alternative Basistarif der privaten Krankenversicherung

Immer noch haben viele Versicherungsnehmer Angst, dass sich ihre Lebensumstände im Alter ändern, sie ab einem Alter von 55 Jahren nicht mehr in die gesetzliche Krankenkasse wechseln können und dann in der privaten Krankenversicherung hohe Beiträge zahlen müssen. Das lässt sich jedoch nicht pauschalisieren.

Private Versicherungsgesellschaften müssen seit dem Jahr 2009 einen Basistarif anbieten, durch den Leistungen abgedeckt werden, die mit denen der GKV vergleichbar sind. Selbst der Standardtarif im Alter ist oft noch günstiger als die hohen Beiträge der gesetzlichen Versicherung und bietet dabei bessere medizinische Leistungen, von welchen ältere Menschen profitieren können. Der Basistarif und der Standardtarif stellen gute Alternativen zur Rückkehr in die gesetzliche Versicherung dar.

Grundsätzlich ist der Wechsel in die GKV somit nicht mehr nötig und sollte immer gut überlegt sein. Denn mit diesem Wechsel können die Altersrückstellungen, die die private Versicherung für Sie gebildet hat, verloren gehen.

Beim PKV Basistarif darf die monatliche Prämie den Höchstbeitrag der GKV nicht überschreiten. 2014 beträgt dieser 627,75 Euro. Wenn Sie gemäß dem Sozialgesetzbuch hilfebedürftig sind und einen hohen PKV Beitrag zahlen müssen, kann dieser vom zuständigen Sozialversicherungsträger voll übernommen werden. Dies besagt ein aktueller richterlicher Entscheid.

Zurück in die Gesetzliche – wichtige Aspekte

Wie es sich mit der Möglichkeit der Rückkehr in die Gesetzliche verhält, ist oft unklar. Versicherte befassen sich mit diesem Thema oft erst dann, wenn ihre Beiträge aufgrund eines verschlechterten Gesundheitszustands gestiegen sind. Manche Privatpatienten meinen mit der Zeit auch festzustellen, dass sie den umfassenden Versicherungsschutz der PKV nicht benötigen und möchten daher zurück in die GKV.

In dem Fall sollten sich viele jedoch fragen, ob es langfristig womöglich besser wäre, bei der Privaten versichert zu sein. Der von der GKV gebotene Versicherungsschutz ist gegenüber den Möglichkeiten der PKV sehr viel minderwertiger. Häufig ist die Private auch deutlich günstiger als eine gesetzliche Krankenversicherung. Dies ist unter anderem dann oft gegeben, wenn Sie Angestellter sind und bei der GKV den Höchstbeitrag zahlen müssten –
bei weitaus schlechteren Leistungen als bei der Privaten. Dies ist darauf zurückzuführen, dass die GKV die von Ihnen zu zahlenden Prämien nach Ihren Einkommen berechnet. Bei der privaten Krankenversicherung erfolgt die Beitragsberechnung gehaltsunabhängig.

Auch wenn Sie aufgrund Ihrer individuellen Situation bei der gesetzlichen Krankenkasse geringere Prämien zahlen müssten, sollten Sie bedenken, dass die PKV einen sehr viel hochwertigeren Schutz bietet, während bei der Gesetzlichen nur eine Grundversorgung geboten wird.

Zudem gibt es für Privatpatienten oft die Möglichkeit, den Tarif erneut den individuellen Vorstellungen anzupassen. Die Kosten und Leistungen, die Sie anfangs festgelegt haben, sind jederzeit veränderbar. So kann eine ggf. eine Anpassung der Selbstbeteiligung zu deutlich geringeren monatlichen Kosten führen.

Beratung durch unabhängigen Experten
Es ist prinzipiell nicht vorgesehen, dass Sie in die gesetzliche Krankenversicherung zurückkehren, wenn Sie sich einmal für die PKV entschieden haben. Die Gesetzeslage kann sich in diesem Bereich jederzeit ändern. Bei vielen Versicherten ist es schwierig zu ermitteln, ob ein Wechsel in die gesetzliche Krankenkasse möglich ist oder nicht. Daher sollten Sie sich in jedem Fall an einen Versicherungsexperten wenden, um Ihre persönliche Situation zu klären.