Zusatzbeitrag: Diesen Krankenkassen erhöhen 2017 ihren Beitrag

20.12.2016 | Autor: Anja Schlicht

Viele gesetzliche Krankenkassen informieren derzeit, ob und wie sie ihren Beitrag zum 1. Januar 2017 anpassen. Die Mehrheit der Kassen verzichtet dabei auf eine Erhöhung. Bei etwas mehr als fünf Krankenkassen wird es zum jetzigen Stand jedoch teurer. Eine der größten unter ihnen ist die AOK Plus. Ihr Zusatzbeitrag lag lange Zeit mit 0,3 Prozent auf sehr niedrigem Niveau. Ab 2017 werden 0,6 Prozent fällig.

Mehrheit der Krankenkassen belässt Beitragssatz 2017 beim Alten

Nur wenige gesetzliche Krankenkassen drehen 2017 an der Preisschraube. Diese Entwicklung überrascht nicht, schließlich hat Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) einen stabilen durchschnittlichen Zusatzbeitrag für das kommende Jahr ausgegeben. Um den Wert von 1,1 Prozent halten zu können, bekommen die Kassen eine zusätzliche Finanzspritze von insgesamt 1,5 Milliarden Euro.

Dennoch schaffen es nicht alle Anbieter, ihren Beitrag stabil zu halten. Dies hat unterschiedliche Gründe. Die AOK Plus nennt beispielsweise gesundheitspolitische Änderungen etwa durch das Krankenhausstruktur- und das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz als Ursache. Diese führen bei ihr zu einer Mehrbelastung von 350 Millionen Euro in den nächsten drei Jahren. Die AOK Plus möchte zudem größere Beitragssatzsprünge vermeiden.

Auch der IKK Brandenburg und Berlin geht es darum, „den Versicherten mittelfristig einen wettbewerbsfähigen, günstigen Beitragssatz unter dem Bundesdurchschnitt anzubieten.“ Die Innungskrankenkasse weist auf die vielen Entwicklungen des Gesundheitsmarktes durch verschiedene Gesetze hin, die mit immensen Kosten für Versicherte und Krankenkassen verbunden sind. Diese beeinträchtigen das sensible Beitragsgefüge der Kassen bereits im Wahljahr, sodass die IKK Brandenburg und Berlin ihren Beitragssatz geringfügig anhebt.

Krankenkassen bleiben 2017 trotz Beitragsanpassung günstig

Zu den Krankenkassen, bei denen die Beitragserhöhung beschlossen ist, zählen:

  • AOK Plus (alt: 14,9 Prozent, neu: 15,2 Prozent)
  • BKK Faber-Castell & Partner (alt: 15,1 Prozent, neu: 15,25 Prozent)
  • BKK Melitta Plus (alt: 15,6 Prozent, neu: 15,7 Prozent)
  • BKK ZF & Partner (alt: 15,3 Prozent, neu: 15,55 Prozent)
  • IKK Brandenburg und Berlin (alt: 15,2 Prozent, neu: 15,49 Prozent)
  • Metzinger BKK (alt: 14,6 Prozent, neu: 14,9 Prozent)

Alle Kassen liegen trotz Erhöhung weiterhin unter beziehungsweise genau auf dem Bundesdurchschnitt von 15,7 Prozent. Die Metzinger BKK erhebt seit Einführung des kassenindividuellen Zusatzbeitrags 2015 im kommenden Jahr erstmals den Aufschlag. Mit einem Beitragssatz von 14,9 Prozent gehört die Betriebskrankenkasse allerdings weiterhin zu den günstigsten gesetzlichen Kassen in Deutschland. Sie ist jedoch nur in Baden-Württemberg geöffnet.

Den niedrigsten Beitragssatz unter den bundesweit geöffneten Krankenkassen bieten nach aktuellem Stand IKK gesund plus (15,2 Prozent) und hkk (15,19 Prozent). Bei der BKK firmus (2016: 15,2 Prozent) steht die Entscheidung über eine Beitragsanpassung noch aus.