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Stiftung Warentest erklärt PKV-Tarifwechsel in wenigen Schritten

15.02.2017 | Autor: Anja Schlicht

Beitragserhöhungen sind in der privaten Krankenversicherung nicht unüblich. Privatversicherte, die deshalb ihren Tarif wechseln wollen, stoßen jedoch oftmals auf Probleme. Selbst Unternehmen, die der freiwilligen Tarifwechsel-Leitlinie des PKV-Verbands folgen, informieren nicht immer von Beginn an über alle Wechseloptionen. Wie Privatpatienten beim PKV-Wechsel vorgehen sollten, erklärt daher aktuell Stiftung Warentest.

PKV-Wechsel: Hartnäckigkeit zahlt sich aus

Für Versicherte der privaten Krankenversicherung, die weniger für den Versicherungsschutz zahlen möchten, empfiehlt sich häufig nur innerhalb des Versicherers in einen anderen Tarif zu wechseln. Würden sie stattdessen zu einem anderen Anbieter gehen, würden sie einen Teil der aufgebauten Altersrückstellungen verlieren.

Abhängig davon, wann der Versicherungsabschluss erfolgte, bleibt dieser sogar komplett beim alten Unternehmen. Wechseln Privatversicherte jedoch innerhalb eines Versicherers, sind die Rückstellungen sicher. Doch um einen geeigneten Tarif zu finden, müssen Interessierte laut der Verbraucherorganisation Stiftung Warentest vor allem eines sein: hartnäckig.

Aktuelle Leistungen der privaten Krankenversicherung überprüfen

In der aktuellen Finanztest-Ausgabe (03/2017) informiert Stiftung Warentest in wenigen Schritten, wie Wechselwillige erfolgreich in einen neuen PKV-Tarif gehen können. Ganz am Anfang steht die Analyse, welche Leistungen der aktuelle Vertrag bietet. Dazu zählen unter anderem:

  • Höhe des Selbstbehalts
  • Vereinbarte Ausschlüsse
  • Art der Unterbringung und Behandlung im Krankenhaus
  • Leistungen bei Zahnersatz und Zahnbehandlung

Danach folgt die Frage nach den Leistungen, welche die neue private Krankenversicherung unbedingt bieten muss.

Recht auf Tarifwechsel nutzen

Sind Ist- und Soll-Zustand der privaten Krankenversicherung definiert, können Interessierte ihren Versicherer mit Verweis auf den Paragrafen 204 des Versicherungsvertragsgesetzes bitten, ihnen Angebote für einen Tarifwechsel zu schicken. Wichtig ist es, den Anbieter aufzufordern, dabei höhere beziehungsweise geringere Leistungen detailliert aufzulisten. Zudem sollte er auch geschlossene Tarife nennen. Darunter sind Angebote zu verstehen, in denen keine Neukunden mehr aufgenommen werden.

Wer den Tarifwechsel im Übrigen mithilfe eines spezialisierten Dienstleisters durchführen will, sollte auf die Art der Bezahlung achten. Orientiert sich die Vergütung an der Höhe der Einsparung durch den Wechsel, drohen Kundeninteressen aus dem Blickfeld zu geraten. Daher warnt der PKV-Verband beispielsweise, dass „solche Dienstleister mit Vorsicht zu genießen“ sind.

Auf genaue Aufschlüsselung der PKV-Tarife bestehen

Nachdem Versicherte ihre Wechseloptionen erhalten haben, beginnt meist erst die Arbeit. Denn sie sollten davon ausgehen, „dass sie im ersten Anlauf noch nicht das optimale Angebot erhalten“ haben. Wurde beispielsweise nur der Selbstbehalt erhöht, empfiehlt sich eine erneute Aufforderung zur bedarfsgerechten Beratung. Hilfreich ist es zudem, dem Unternehmen eine Frist zu setzen. Bleiben die vorgeschlagenen Tarife unverständlich, haben Privatversicherte auch die Option, sich beim PKV-Ombudsmann oder der Finanzaufsicht zu beschweren und den Anbieter darüber entsprechend zu informieren.

Sieht der neue Vertrag bessere Leistungen vor, sollten sich Versicherte der Verbraucherorganisation zufolge nicht vor den Gesundheitsfragen fürchten. Sie gelten nur für die Mehrleistungen. Sollte die private Krankenversicherung hierdurch teurer werden, können Kunden noch immer das Plus an Leistungen ausschließen oder im Detail nachfassen, wofür der Risikozuschlag fällig wird.

Ist schließlich ein passender Tarif gefunden, kann gewechselt werden. Der letzte Tipp der Stiftung Warentest lautet dabei für Versicherte: „Hat die Umstellung viele Monate gedauert, verlangen sie, dass der Versicherer sie rückwirkend in den günstigeren Tarif umstuft.“