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Krankenkassen erwirtschaften Überschuss in Millionenhöhe

09.06.2017 | Autor: Anja Schlicht

Das erste Quartal des Jahres 2017 ist für die Krankenkassen erstaunlich gut gelaufen. Mit einem Überschuss von insgesamt rund 620 Millionen Euro stehen die Kassen um einiges besser da, als noch im Vorjahr. Rund 200 Millionen Euro mehr Geld als 2016 konnten die Krankenkassen erwirtschaften. Leider verteilt sich der Überschuss jedoch nicht gleichmäßig auf die verschiedenen Anbieter.

Rücklagen der Krankenkassen erreichen Rekordwert

Der gesetzlichen Krankenversicherung geht es finanziell gut. Diesen Anschein gewinnt man zumindest, wenn man die Zahlen, die die Frankfurter Allgemeine Zeitung (FAZ) am Donnerstag bekanntgab, betrachtet. Alle 113 Krankenkassen sollen Überschüsse von insgesamt 620 Millionen Euro erzielt haben – deutlich mehr als noch im Jahr zuvor.

Damit sind die Rücklagen der Kassen mit 16,5 Milliarden Euro auf einen Rekordwert angewachsen. Doch es gibt eine Kehrseite der Medaille: Die beeindruckenden Zahlen spiegeln nicht den Erfolg aller Krankenkassen wider, sondern nur den einiger weniger Kassen. So stehen die Ersatz- und Betriebskrankenkassen vor finanziellen Problemen.

Freude nur bei AOK und Knappschaft

Den Löwenanteil des Überschusses haben im ersten Quartal des Jahres 2017 die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) erwirtschaftet. Ein konsequentes Kosten- und Vertragsmanagement sei für den mächtigen Überschuss verantwortlich. Mit 361 Millionen Euro fällt über die Hälfte des Überschusses auf die AOKen zurück. Auch die Knappschaft konnte ihr Plus im Vorjahresvergleich etwas ausbauen.

Keinen Grund zur Freude hatten hingegen die Ersatzkrankenkassen, zu denen die Techniker, die Barmer und die DAK-Gesundheit gehören. Im Gegensatz zu 2016 verringert sich ihr Überschuss um acht Millionen Euro auf insgesamt etwa 30 Millionen Euro. Die Innungskrankenkassen reduzieren ihr Plus von 34 Millionen auf 17 Millionen Euro.

Warum ist das Geld der Kassen so ungleich verteilt?

Die AOK und die Ersatzkrankenkassen versichern über zwei Drittel aller Kassenpatienten. Theoretisch dürften die Überschüsse, die sie erwirtschaften, nicht so stark auseinanderdriften. Womit lässt sich dieser immense Unterschied also begründen? Die Ersatzkassen richten ihre Kritik an das Bundesgesundheitsministerium und machen fehlende Reformen beim Finanzausgleich für das Ungleichgewicht verantwortlich. Dieser regelt, wie Gelder zwischen den 113 Krankenkassen jährlich aufgeteilt werden.

Gesundheitsminister Gröhe (CDU) hat bereits ein Gutachten in Auftrag gegeben, das den Finanzausgleich prüfen soll. Ob sich die Aufteilung der Gelder anschließend ändert, bleibt abzuwarten. Gleiches gilt bezüglich der Frage, wie und ob sich die Überschüsse auf die Versicherten auswirken.