Kategorien

Geprüfte Qualität - Unsere Angebote werden seit 2004 stetig verbessert

Aktuelle Nachrichten

Nur ein paar Brillenträger mehr profitieren von der Brille auf Rezept

21.02.2017 | Autor: Anja Schlicht

Durch das Gesetz zur Stärkung der Heil- und Hilfsmittelversorgung, dem der Bundestag vergangene Woche zugestimmt hat, bekommen künftig mehr Brillenträger einen Teil der Kosten für ihre Sehhilfe von der Krankenkasse bezahlt. Allerdings ist die Hürde hoch, um Geld von der Kasse zu bekommen. Zudem kann der Zuschuss nur sehr gering ausfallen.

Viele Änderungen durch neues Heil- und Hilfsmittelgesetz

Mit einem umfassenden Gesetz hat der Bundestag vergangenen Woche den Weg für eine bessere Heil- und Hilfsmittelversorgung in Deutschland freigemacht. Zwar muss das Gesetz noch den Bundesrat passieren. Doch da seine Zustimmung nicht notwendig ist, könnte das Heil- und Hilfsmittelgesetz schon im März 2017 in Kraft treten.

Damit verbunden sind unterschiedliche Änderungen. Kassenpatienten haben beispielsweise künftig eine größere Auswahl bei zuzahlungsfreien Hilfsmitteln, Sanitätshäuser und Apotheker sollen besser beraten und Therapeuten können Art und Dauer einer Behandlung selbst entscheiden. Vielfach in den Medien aufgegriffen wurde jedoch die neue Regelung, dass es die Brille bald wieder auf Rezept geben soll.

Rund drei Prozent der Brillenträger könnten Brille auf Rezept bekommen

Derzeit zahlt die Krankenkasse nur für Brillengläser, wenn Versicherte sehbehindert sind – also ein Sehvermögen von maximal 30 Prozent haben. Künftig erhalten auch die Personen einen Kassenzuschuss, die mehr als sechs Dioptrien, bei Hornhautverkrümmung mehr als vier Dioptrien haben.

Allerdings betrifft das Schätzungen des Zentralverbands der Augenoptiker und Optometristen gerade einmal 1,4 Millionen der 41,2 Millionen Deutsche, die auf Brille oder Kontaktlinsen angewiesen sind. Dementsprechend werden nur rund drei Prozent der Brillenträger von der Neuregelung durch das Heil- und Hilfsmittelgesetz profitieren.

Festschuss von maximal 112 Euro für Brillengläser

Damit die Krankenkasse die Brillengläser zahlt, müssen sich Versicherte von einem Augenarzt die Fehlsichtigkeit diagnostizieren und ein Rezept ausstellen lassen. Das Gestell zahlen Kassenpatienten weiterhin selbst.

Abhängig vom Material der Gläser beläuft sich der Festzuschuss der Krankenkassen allerdings nur auf 10 bis 112 Euro, zitiert der MDR die stellvertretende Pressesprecherin des GKV-Spitzenverbands Ann Marini. Ob dieser angepasst wird, macht Marini von den Kosten und dem bürokratischen Aufwand durch die Neuregelung abhängig.

Qualität von Hilfsmitteln soll sich verbessern

Das Heil- und Hilfsmittelgesetz soll „für eine gute und zeitgemäße Versorgung mit Heil- und Hilfsmitteln sorgen“, so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU). Anlass für das Gesetz hatten unter anderem Klagen von Versicherten gegeben, die kritisierten, dass Hilfsmittel nicht mehr auf dem aktuellen Stand sind.

Krankenkassen haben zudem aufgrund von Kostengründen an der Qualität der Produkte gespart. Gerade hier schreibt der Gesetzgeber nun vor, dass Qualitätskriterien und nicht mehr vorrangig der Preis eine zentrale Rolle bei den Hilfsmittelausschreibungen der Krankenkassen spielen sollen.