Krankenkassen Zusatzbeitrag 2016

Zum 1. Januar 2015 wurde der einkommensabhängige kassenindividuelle Zusatzbeitrag in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eingeführt. Seitdem stehen die Krankenkassen wieder stärker in Konkurrenz zueinander. Denn je günstiger eine Kasse ist, desto einfacher lassen sich neue Mitglieder gewinnen. Doch Experten gehen davon aus, dass die Zusatzbeiträge sehr günstiger Krankenkassen nur vor kurzer Dauer sind. Schon bald müssen Kassenpatienten deutlich mehr für ihre Krankenversicherung zahlen als bisher.

Höhere Zusatzbeiträge, geringere Leistungen

Seit 2015 ist der Grundbeitragssatz im Zuge des „Gesetzes zur Weiterentwicklung der Finanzstruktur und Qualität der gesetzlichen Krankenversicherung“ auf 14,6 Prozent festgeschrieben. Der Arbeitnehmeranteil beträgt dabei 7,3 Prozent ebenso wie der Arbeitgeberanteil. Dieser ist jedoch auf diesem Niveau festgefroren. Den neu eingeführten einkommensabhängigen Zusatzbeitrag zahlen so allein die Arbeitnehmer. Sollten künftig Beitragserhöhungen notwendig werden, müssen diese demnach nur vom Krankenversicherten getragen werden.

Im Jahr 2015 verlangen nur zwei Krankenkassen keinen Zusatzbeitrag. Sie sind allerdings nur regional geöffnet, sodass sich für jedes Bundesland unterschiedliche Krankenkassen als besonders günstig erweisen. Interessierte Kassenpatienten sollten jedoch nicht nur allein wegen des Preises ihre Kasse wechseln. Auch die Leistungen sind ein wichtiges Kriterium bei der Wahl des passenden Anbieters. Insbesondere bei den Zusatzleistungen unterscheiden sich diese, wie ein Blick in den Leistungskatalog der Kassen zeigt. Nicht jede Krankenkasse erstattet beispielsweise eine professionelle Zahnreinigung oder alternative Heilmethoden.

Fatale Folgen für die Krankenkassen

Da der Beitragssatz auf 14,6 Prozent festgesetzt wurde, ist es wenig überraschend, dass das Bundesgesundheitsministerium den durchschnittlichen Zusatzbeitrag auf 0,9 Prozent festgelegt hat. Denn durch die Beitragssenkung entgehen den Krankenkassen 2015 gut elf Milliarden Euro – und das bei steigenden Ausgaben. Die Erhebung eines Zusatzbeitrags wird so bei fast allen Kassen notwendig, um die sinkenden Einnahmen bei höheren Ausgaben auszugleichen.

Viele GKV-Versicherte nutzen die neuen Zusatzbeiträge nun, um in eine andere GKV oder in die PKV zu wechseln, sofern sie die Voraussetzungen für den Wechsel in die private Krankenversicherung erfüllen. Verliert eine Kasse jedoch besonders viele Mitglieder, kann das schwerwiegende Konsequenzen haben. Denn wechseln beispielsweise vorwiegend jüngere Versicherte, bleibt die Krankenkasse auf einer Vielzahl an älteren Kunden sitzen, die gesundheitsbedingt höhere Kosten verursachen.

Aus diesem Grund musste sich in der Vergangenheit beispielsweise die City BKK zum 1. Juli 2011 auflösen. Diese hatte in den Jahren 2010 und 2011 einen damals noch pauschalen Zusatzbeitrag von bis zu 15 Euro pro Mitglied erhoben. Auch die DAK und die KKH-Allianz mussten vor einigen Jahren enorme Einbußen hinnehmen. Beide Anbieter hatten 2010 einen Zusatzbeitrag von acht Euro eingeführt. Folge war, dass im Jahr 2010 460.000 Versicherte die DAK und 190.000 Kunden die KKH-Allianz verließen. Auch 2015 ist bei den Kassen, deren Zusatzbeitrag vergleichsweise hoch ist, mit einem deutlichen Mitgliederschwund zu rechnen.

Wechsel der Krankenversicherung

Kündigt Ihre GKV die Einführung oder die Erhöhung eines Zusatzbeitrags an, haben Sie ein Sonderkündigungsrecht. Sie können dann sofort zu einer anderen Krankenversicherung wechseln. Da 2015 fast alle Kassen den neuen Zusatzbeitrag erhoben haben, gilt das Sonderkündigungsrecht bis zum 31. Januar 2015. Die Mitgliedschaft bei der neuen Kasse beginnt dann zum 1. April.

Versicherte, die die Frist für die außerordentliche Kündigung verpasst haben, dürfen nur noch regulär unter Beachtung der Kündigungsfrist ihre Kasse wechseln. Dies ist dann der Fall, wenn sie länger als 18 Monate Mitglied bei ihrer alten Krankenkasse waren. Dann sind die Kündigung und der Krankenkassenwechsel jederzeit möglich.

Freiwillig gesetzlich Versicherte sollten allerdings den Abschluss einer privaten Krankenversicherung in Betracht ziehen. Denn nicht selten sind die Leistungen hier weitaus besser und die Kosten – auch angesichts der neuen Zusatzbeiträge – niedriger. Eine weitere Option ist der Wechsel zu einer GKV, die keinen bzw. nur einen sehr geringen Zusatzbeitrag fordert sowie der Abschluss von privaten Krankenzusatzversicherungen. Diese ermöglichen zu oft sehr niedrigen Kosten Leistungen, die sonst nur Privatpatienten nutzen können.

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