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Zusatzbeitrag der gesetzlichen Krankenkassen soll 2018 stabil bleiben

31.07.2017 | Autor: Anja Schlicht

Werden die gesetzlichen Krankenkassen für Versicherte im kommenden Jahr teurer? Nach Einschätzung des GKV-Spitzenverbandes kann diese Frage verneint werden. Angesichts sprudelnder Einnahmen erwartet der Verband nicht, dass der durchschnittliche Zusatzbeitrag 2018 bei den Kassen steigen wird.

Keine höhere Kosten für gesetzlich Krankenversicherte erwartet

Seitdem vor einigen Jahren der Beitrag für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) auf den Sockelbetrag von 14,6 Prozent festgeschrieben wurde, ist der Wettbewerb unter den Kassen groß. Denn während sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer diesen Betrag zu je 7,3 Prozent teilen, kommen für den gleichzeitig eingeführten Zusatzbeitrag nur Krankenversicherte auf. Je geringer der Zusatzbeitrag einer Krankenkasse ist, desto eher kann sie Versicherte halten und neue Mitglieder gewinnen.

Die derzeit günstigsten Kassen sind die Metzinger BKK und die AOK Sachsen-Anhalt. Hier zahlen Kassenpatienten nur zusätzliche 0,3 Prozent ihres Bruttoeinkommens. Im Schnitt liegt der Zusatzbeitrag bei 1,1 Prozent. Genau auf diesem Niveau soll der Beitrag bleiben, erwartet der GKV-Spitzenverband.

Krankenkassen profitieren von guter Konjunktur und Zuwanderung

Auf einer Veranstaltung in der Nähe von Berlin teilte der Verband mit, dass er 2018 keine Erhöhung beim durchschnittlichen Zusatzbeitragssatz erwarte. Grund dafür ist einerseits die gute Konjunktur. Immer mehr Menschen sind sozialversicherungspflichtig angestellt und zahlen Beiträge für die gesetzliche Krankenversicherung. Gleichzeitig profitieren die Kassen in diesem Jahr von 1,5 Milliarden Euro, die Gesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) zusätzlich aus dem Gesundheitsfonds hat auszahlen lassen.

Als weitere Ursache nennt der GKV-Verband die hohe Anzahl an jungen Zuwanderern, die in Deutschland Arbeit gefunden haben. Sie sind in der Regel meist jung und gesund, sodass sie generell weniger Leistungen ihrer Krankenkasse in Anspruch nehmen als Ältere. Hinzu kommt, dass sie im Vergleich zu Gleichaltrigen seltener zum Arzt gehen und somit geringe Ausgaben verursachen.

Im Oktober herrscht für Kassenpatienten Gewissheit

Bis gesetzlich Versicherte genau wissen, wie hoch der Krankenkassenbeitrag 2018 im Durchschnitt sein wird, müssen sie sich noch etwas gedulden. Voraussichtlich im Oktober wird der GKV-Schätzerkreis seine Prognose abgeben, an der sich das Bundesgesundheitsministerium in der Regel orientiert.

Generell lohnt es sich dann, die Mitteilungen der Krankenkasse um den Jahreswechsel genauer zu lesen. Denn auch wenn beispielsweise der durchschnittliche Beitrag im diesen Jahr nicht gestiegen ist, hat sich zum Jahreswechsel fast jede vierte Kasse verteuert. Auch im Laufe der letzten Monate haben einige Krankenkassen ihren Beitrag angepasst. Solch eine Entwicklung schließt der GKV-Spitzenverband im nächsten Jahr nicht aus. Nur weil der Zusatzbeitragssatz im Schnitt gleich bleibe, könnten einzelne Kassen dennoch ihre Kosten erhöhen.

Ist dies der Fall, haben Versicherte, die noch keine 18 Monate Mitglied sind, ein Sonderkündigungsrecht von einem Monat. Kassenpatienten, die schon länger bei der gleichen Versicherung sind, können unter Berücksichtigung einer zweimonatigen Frist wechseln.