Überschuss: Institut rechnet für 2013 mit 20 Mrd. Euro für GKV

15.02.2012 von Rene Petzold

Das IfW rechnet mit 20 Mrd. Euro an Überschüssen in der GKV bis Ende 2013

Krankenkassen schwimmen im Geld
Gesundheitsminister Daniel Bahr hat die gesetzlichen Krankenkassen erst vor wenigen Tagen aufgefordert, einen Teil der im letzten Jahr erreichten Überschüsse an die Verbraucher zurückzugeben und damit einen Streit vom Zaun gebrochen. Denn die Kassen wollen das Kapital lieber für schlechte Zeiten sparen. Wann diese allerdings kommen, ist derzeit fraglich. Denn wie das Institut für Weltwirtschaft berechnet hat, könnten auf die gesetzliche Krankenversicherung in naher Zukunft weitere Milliarden warten.

Zweistellige Milliardenrücklagen prognostiziert
Das IfW (Institut für Weltwirtschaft) nimmt einem Bericht des „Handelsblatt“ zufolge allein für das laufende Kalenderjahr einen Überschuss von 5,7 Milliarden Euro für das System der gesetzlichen Krankenversicherung an. Im kommenden Jahr 2013 sollen die Überschüsse noch bei 1,8 Milliarden Euro liegen. Addiert man die Rücklagen hinzu, die bereits in den Kassen der Versicherer und dem Gesundheitsfonds liegen, kommt man auf eine Zahl jenseits der 20 Milliarden Euro.

Alfred Boss, Experte beim Institut für Weltwirtschaft, macht sich angesichts dieser hohen Rücklagen für Beitragssenkungen in der gesetzlichen Krankenversicherung stark. In dessen Augen wären über die Rücklagen Beitragssenkungen von bis zu einem halben Prozent möglich, der pauschale Beitragssatz würde damit also von derzeit 15,5 Prozent des Bruttoeinkommens auf 15 Prozent sinken können.

Wirtschaft fordert Entlastung beim Beitragssatz
Für Wirtschaftsvertreter ist die Tatsache, dass in den gesetzlichen Krankenkassen teilweise Milliardenreserven liegen, Grund genug, um Entlastungen zu fordern. So macht sich Achim Dercks vom DIHK (Deutscher Industrie- und Handelskammertag) für diesen Schritt stark. „Die gute finanzielle Situation der gesetzlichen Krankenversicherung sollte sich in Entlastungen für Betriebe und ihre Beschäftigten widerspiegeln“, so Dercks. Ob sich die Forderung nach einer Entlastung der Beitragszahler allerdings durchsetzen wird, ist fraglich.

Denn die Krankenkassen sperren sich gegen Rufe nach einer Entlastung für die Beitragszahler. Und auch im Finanzministerium scheint man einen anderen Weg gehen zu wollen. Wenn das System der GKV Überschüsse erwirtschaften kann, will Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble lieber den Zuschuss für die gesetzliche Krankenversicherung kürzen.

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