PKV 2012: Wechseln oder besser warten?
13.02.2012 von Rene Petzold
Ein System am Scheideweg
Die private Krankenversicherung hat in den letzten Wochen und Monaten immer
wieder die Schlagzeilen gefüllt. Berichte über anhaltende Probleme mit
günstigen Einstiegstarifen, Beitragsanpassungen, die viele Privatversicherte
finanziell überfordern, oder die Tatsache, dass die PKV zum Jahresende nicht
mehr individuell nach Geschlecht kalkulieren darf. Für Außenstehende entsteht
schnell der Eindruck, die private Krankenversicherung steht am Scheideweg.
Für Neukunden geht es aber nicht einfach nur um die Frage, in welche Richtung sich die PKV entwickeln wird. Vielmehr steht die Frage nach einem optimalen und langfristig tragfähigen Versicherungsschutz im Raum. Gerade die Einführung der Unisex-Tarife übt einen gewissen Druck aus. Und die Rahmenbedingungen sorgen zusätzlich für Verwirrung. Sollte man also noch schnell wechseln oder doch lieber warten?
Versicherungswechsel: Kaum ein Weg führt zurück
Leider nutzen einiger Berater nach wie vor die Unisex-Tarife, um gerade Männer
zu einem schnellen Wechsel in die private Krankenversicherung zu bewegen. Wie
gefährlich ein Nachgeben sein kann, haben die letzten Wochen gezeigt. Im Zuge
der Berichte über einen verstärkten Zustrom aus der PKV wurde immer wieder auf
die Schwierigkeiten einer Rückkehr in die gesetzlichen Kassen verwiesen. Wer
sich einmal für den Status des Privatversicherten entscheidet, hat nur wenige
Chancen, um bei Nichtgefallen wieder zum gesetzlich Versicherten zu werden.
Hinzu kommt, dass die Entscheidung für den falschen Tarif, der augenscheinlich günstig ist, sich schnell als zweischneidiges Schwert entpuppt. Haben doch gerade Billigtarife das Problem der Nichtzahler für einige Versicherer akut werden lassen. Unternehmen, die dagegen am Konzept einer hohen Leistungsdichte in wenigen Tarifen mit vielen Mitgliedern festgehalten haben, stehen in Bezug auf dieses Problem weit weniger unter Druck.
Leistungsvergleich in den Vordergrund stellen
Fakt ist: Die PKV steht in den kommenden Jahren vor Herausforderungen, wie auch
die GKV. Gerade im Bewusstsein dieser Tatsache sollten Neukunden die Leistungen
ihrer Krankenversicherung in den Mittelpunkt stellen, gleichzeitig aber auch
die Beitragsanpassungen vergangener Jahre berücksichtigen. Erst wenn sich ein
positives Bild ergibt und der Wechsel in die PKV nicht über kurz oder lang ins
finanzielle Abseits führt, macht der Wechsel Sinn.
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