Billigtarife bleiben im Portfolio der AXA Krankenversicherung
05.09.2011 von Rene Petzold
PKV: AXA hält an Einsteigertarifen fest
Zwei der größten privaten Krankenversicherungen, die DKV und Central Krankenversicherung,
haben ihren Rückzug aus dem Billigtarifgeschäft bereits bestätigt, da kommt mit
der AXA die zweite Versicherung, die weiter am Konzept festhalten will. Mit der
HanseMerkur sind es zwei Vertreter der PKV, die dem Konzept Billigtarif eine
weitere Chance geben wollen.
Projekt Billigtarif geht zu Ende
Hohe Kosten, welche in den Billigtarifen für die Versicherungen entstehen und
wo Experten davon ausgehen, dass auch für die Versicherten in Zukunft hohe
Beitragssteigerungen zu erwarten sind, haben das Projekt Billigtarif vermutlich
für einige Versicherer scheitern lassen. Als Hauptursache wird aber die mangelnde
Wechselbereitschaft der Neukunden in bessere Tarife genannt, da für ein
erfolgreiches Wirtschaften der Versichertenstand in den Billigtarifen so gering
wie möglich sein müsse.
Die AXA Krankenversicherung ist jedoch der Meinung, dass ihre „EL“ und EL Bonus“ Tarife eine Zukunft haben, da sie aus den Billigtarifen hervorstechen und viel bessere Leistungen, als die gesetzlichen Versicherungen anbieten. Sie erhofft sich, durch gute Leistungen, wie Zahnarzterstattungen von 60 Prozent und der Möglichkeit, Arztrechnungen mit einem 3,5-fachen Satz abzurechnen, eine finanzielle Sicherheit zu bieten, um mit den Billigtarifen erfolgreich zu wirtschaften.
Ausbleibender Wechsel lässt Billigtarife scheitern
Für die Entwicklung der Billigtarife war es von entscheidender Wichtigkeit,
dass die Versicherten in bessere Tarife wechseln, um den Versichertenstand in
den Billigtarifen so gering wie möglich zu halten. Dieses Ziel haben sich zwar
viele der privaten Versicherer gesetzt. Wirklich erfüllen konnten die
Billigtarife die Zielvorgaben aber nicht, was unter anderem die DKV und Central
KV zum Verzicht auf dieses Modell bewogen hat.
Besonders in den letzten Wochen wurde Kritik an dem Versicherungsmodell Billigtarif laut und eine Neuorientierung gefordert. Seitens des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wurde durch Lars Gatschke darauf hingewiesen, dass derjenige, der beim Abschluss einer Versicherungspolice darüber nachdenken muss, ob er sie sich leisten kann, nicht in die PKV gehört. Vom Bund der Versicherten waren ähnliche Argumente zu hören. Vorstand Thomas Rudnik erklärte zu den Billigtarifen: „Sie gehören abgeschafft, denn sie haben keine Berechtigung“.
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